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DGB 1: Personenbezogene Informationen: Unterschied zwischen den Versionen

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Die bewusste Auseinandersetzung mit personenbezogenen Informationen unterstützt einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Kommunikationsformen, weil Schülerinnen und Schüler erkennen, welche Daten sie betreffen, wie diese verwendet werden und wie sie sich wirksam schützen können.
Digitale Dienste verarbeiten viele Informationen über Menschen. '''Personenbezogene Informationen''' können eine Person direkt oder indirekt erkennbar machen. Ein sicherer Umgang bedeutet deshalb, vor der Eingabe, Freigabe oder Veröffentlichung zu prüfen, welche Daten tatsächlich notwendig sind und wer sie sehen darf.


== 8.1 Lernziele ==
== Lehrplanbezug ==


Die Schülerinnen und Schüler können:
{| class="wikitable"
! Bereich
! Zuordnung
|-
| '''Kompetenzbereich'''
| Kommunikation
|-
| '''Schwerpunkt'''
| Personenbezogene Informationen verstehen und schützen
|-
| '''Kompetenz'''
| Personenbezogene Informationen erkennen, mögliche Risiken des Teilens beurteilen und grundlegende Schutzmaßnahmen für eigene und fremde Daten anwenden.
|}


* erklären, was personenbezogene Informationen sind.
== Lernziele ==
* Beispiele für personenbezogene Daten aus ihrem Alltag nennen.
* beschreiben, wie personenbezogene Informationen verwendet und weitergegeben
* zwischen unproblematischen und schützenswerten Angaben unterscheiden.
* erkennen, welche Risiken durch unbedachtes Teilen persönlicher Daten entstehen
* einfache Situationen beurteilen, in denen Daten bewusst oder unbewusst
* erklären, warum Fotos, Standorte und Kontaktdaten besonders sensibel sein können.
* grundlegende Schutzmaßnahmen für personenbezogene Daten benennen.
* sichere Passwörter und einfache Schutzvorkehrungen anwenden.
* Privatsphäre-Einstellungen in digitalen Diensten als Schutzmöglichkeit erkennen.
* vor dem Teilen von Informationen über sich selbst oder andere nachdenken.
* Verantwortung für den Schutz eigener und fremder personenbezogener Daten


== 8.2 Lerninhalte ==
Die Schülerinnen und Schüler können:
 
Die Nutzung digitaler Kommunikationsmittel macht es notwendig, personenbezogene Informationen sicher zu erkennen, ihre mögliche Verwendung zu verstehen und Schutzmaßnahmen bewusst anzuwenden, damit persönliche Daten nicht unbedacht verbreitet, missbraucht oder dauerhaft öffentlich werden. Personenbezogene Informationen sind Angaben, mit denen eine Person direkt oder indirekt erkannt werden kann. Dazu gehören nicht nur offensichtliche Angaben wie Name oder Adresse, sondern auch viele weitere Informationen, die in Kombination Rückschlüsse auf eine Person zulassen können.
 
Beispiele personenbezogener Daten Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail, Geburtsdatum, Foto, Stimme, Standort, Schule, Benutzername Nicht alle personenbezogenen Daten sind gleich sensibel. Manche Angaben wirken zunächst harmlos, können aber in Verbindung mit anderen Daten problematisch werden. Ein Vorname allein ist oft weniger kritisch, doch zusammen mit Schule, Wohnort und Foto kann daraus bereits ein sehr genaues Profil entstehen.
 
Besonders sensible Angaben Wohnadresse, Telefonnummer, Passwörter, Standort, Bankdaten, Ausweisfoto, Gesundheitsdaten Personenbezogene Informationen werden in digitalen Systemen auf verschiedene Weise verwendet. Sie können bei Anmeldungen eingegeben, in Profilen gespeichert, von Apps verarbeitet, durch Plattformen ausgewertet oder von anderen Personen weitergeleitet werden. Dadurch entstehen Datenspuren, die oft länger erhalten bleiben als zunächst angenommen.
 
Typische Verwendungen Anmeldung, Profil, Kontaktaufnahme, Werbung, Empfehlung, Auswertung, Weitergabe Ein Beispiel aus dem Alltag: Wer sich bei einem Onlinedienst anmeldet, gibt oft Name, E-Mail- Adresse und Geburtsdatum an. Diese Daten können zur Kontoerstellung nötig sein. Gleichzeitig können sie auch genutzt werden, um Nutzerinnen und Nutzer wiederzuerkennen, Einstellungen zu speichern oder personalisierte Inhalte anzuzeigen. Auch bei der Nutzung von Messenger-Diensten, sozialen Netzwerken oder Online-Spielen werden personenbezogene Informationen häufig geteilt. Das geschieht manchmal bewusst, etwa durch das Hochladen eines Profilbilds, und manchmal unbewusst, etwa durch Standortfreigaben, automatische Synchronisationen oder Metadaten in Fotos.
 
Mögliche Datenspuren Profilbild, Chatverlauf, Likes, Kommentare, Standort, Suchverlauf, Gerätedaten Ein Foto kann mehr preisgeben als nur das sichtbare Bild. Es kann Hinweise auf Aufenthaltsorte, Personen im Hintergrund, Schule, Kleidung oder Aktivitäten enthalten. Auch wenn ein Foto harmlos wirkt, können daraus Informationen über Tagesabläufe, Freundschaften oder Gewohnheiten abgeleitet werden. Ein weiteres Beispiel ist das Teilen von Standorten. Wird ein aktueller Aufenthaltsort öffentlich gepostet, kann sichtbar werden, wo sich eine Person gerade befindet oder regelmäßig aufhält. Das kann unangenehm oder sogar gefährlich werden. Deshalb gehört Standortinformation zu den Daten, mit denen besonders vorsichtig umgegangen werden sollte.
 
Risikobereiche Standortfreigabe, öffentliche Profile, fremde Fotos, unsichere Passwörter, unbekannte Kontakte Personenbezogene Daten können nicht nur von den Betroffenen selbst weitergegeben werden. Auch andere Personen können Informationen teilen, etwa wenn sie Bilder posten, Namen nennen oder Inhalte aus Chats weiterleiten. Darum umfasst Datenschutz immer auch Rücksicht auf die Daten anderer Menschen.
 
Ein Beispiel: Eine Schülerin schickt ein Klassenfoto in eine Gruppennachricht. Wird dieses Foto ohne Zustimmung weitergeleitet oder öffentlich gepostet, betrifft das nicht nur sie selbst, sondern auch alle anderen abgebildeten Personen. Datenschutz ist deshalb auch eine Frage von Respekt und Verantwortung.
 
Wichtige Grundsätze nur nötige Daten, vorher nachdenken, Zustimmung beachten, Fremddaten schützen Zu den Risiken unbedachten Teilens gehören unerwünschte Kontaktaufnahmen, Bloßstellung, Datenmissbrauch, Identitätsdiebstahl oder dauerhafte Verfügbarkeit im Internet. Was einmal veröffentlicht oder weitergeleitet wurde, lässt sich oft nur schwer vollständig zurückholen. Deshalb ist Vorsicht vor dem Veröffentlichen wichtiger als spätere Korrektur. Ein häufiger Irrtum besteht darin, zu glauben, Inhalte seien sicher, nur weil sie in einer kleinen Gruppe geteilt wurden. Screenshots, Weiterleitungen oder fremde Zugriffe können dafür sorgen, dass Informationen viel weiter verbreitet werden als ursprünglich gedacht. Digitale Kommunikation ist deshalb nie völlig kontrollierbar.
 
Mögliche Folgen Peinlichkeit, Streit, Ausgrenzung, Missbrauch, Betrug, Kontrollverlust, Dauerhaftigkeit Zum Schutz personenbezogener Daten gibt es einfache, aber wirksame Vorkehrungen. Eine zentrale Maßnahme ist es, möglichst wenige persönliche Informationen preiszugeben. Nicht jede App, jede Webseite oder jedes Spiel braucht alle abgefragten Daten. Daher sollte immer geprüft werden, welche Angaben wirklich notwendig sind.
 
Schutzmaßnahmen Datensparsamkeit, Privatsphäre-Einstellungen, starke Passwörter, Bildschirm sperren, Standort prüfen, Zustimmung einholen Starke Passwörter sind ein weiterer wichtiger Schutz. Ein gutes Passwort sollte nicht leicht zu erraten sein und nicht aus einfachen Namen oder Geburtsdaten bestehen. Zusätzlich hilft es, für verschiedene Dienste unterschiedliche Passwörter zu verwenden. Wo möglich, kann auch eine zusätzliche Sicherheitsabfrage sinnvoll sein. Privatsphäre-Einstellungen ermöglichen es oft, einzuschränken, wer Inhalte sehen, kommentieren oder kontaktieren darf. Schülerinnen und Schüler sollten lernen, dass diese Einstellungen regelmäßig geprüft werden sollten, weil sie nicht immer automatisch sicher gewählt sind. Ein öffentliches Profil ist meist riskanter als ein eingeschränkt sichtbares.
 
Sichere Einstellungen privates Profil, eingeschränkte Sichtbarkeit, Kontaktbegrenzung, Standort aus, Freigaben prüfen Auch vor dem Teilen von Fotos, Videos oder Nachrichten sollte immer überlegt werden: Muss das wirklich geteilt werden, mit wem, und welche Folgen könnte das haben? Diese kurze Prüfung hilft, viele Risiken zu vermeiden. Besonders wichtig ist das bei Informationen über andere Personen. Ein Beispiel für verantwortungsvolles Handeln: Vor dem Posten eines Gruppenfotos wird gefragt, ob alle damit einverstanden sind. Vor dem Weiterleiten einer Nachricht wird geprüft, ob persönliche Angaben enthalten sind. Vor dem Installieren einer App wird überlegt, warum Zugriff auf Kamera, Mikrofon oder Kontakte verlangt wird.
 
Fragen vor dem Teilen Brauche ich das, Wer sieht es, Ist es privat, Ist es fair, Ist es sicher Personenbezogene Daten zu schützen bedeutet nicht, digitale Medien zu meiden, sondern sie bewusst und informiert zu nutzen. Wer versteht, welche Informationen sensibel sind, wie Daten verarbeitet werden und welche Schutzmaßnahmen helfen, kann sicherer kommunizieren und auch andere besser respektieren.
 
=== Weiterführende Links ===
 
* https://www.klicksafe.de
* https://www.saferinternet.at
* https://www.watchyourweb.de
* https://www.bpb.de
* https://www.internet-abc.de
 
== 8.3 Aufgaben für den Unterricht ==
 
=== 8.3.1 Personenbezogene Daten sammeln und ordnen ===


Die Schülerinnen und Schüler sammeln zunächst Beispiele für Informationen, die etwas über eine Person aussagen, etwa Name, Foto, Adresse, Lieblingsort, Telefonnummer oder Schule. Anschließend ordnen sie diese Angaben danach, ob sie eher unproblematisch, sensibel oder besonders schützenswert sind, und begründen ihre Entscheidungen. In der gemeinsamen Besprechung wird herausgearbeitet, dass manche Daten erst in Kombination mit anderen Informationen kritisch werden. Die Aufgabe schafft ein grundlegendes Verständnis dafür, was personenbezogene Daten sind und warum nicht alle Angaben gleich harmlos sind.
* personenbezogene Informationen erklären und Beispiele nennen;
* direkt identifizierende Angaben und Kombinationen mehrerer Angaben erkennen;
* besonders schützenswerte Informationen im Alltag benennen;
* erklären, dass Fotos, Stimme, Standort, Schule und Benutzername personenbezogen sein können;
* Risiken unbedachter Veröffentlichung und Weitergabe beschreiben;
* grundlegende Schutzmaßnahmen wie starke Passwörter, Bildschirmsperre und Privatsphäre-Einstellungen anwenden;
* App-Berechtigungen für Kamera, Mikrofon, Kontakte und Standort bewusst beurteilen;
* vor dem Teilen von Informationen über andere deren Privatsphäre berücksichtigen;
* zwischen notwendiger Dateneingabe und unnötiger Preisgabe unterscheiden.


'''Beispiele:'''<br />
== Lerninhalte ==
Name, Foto, Adresse, Schule, Telefonnummer, Standort, Benutzername


'''Sozialform:'''<br />
=== Was sind personenbezogene Informationen? ===
Partnerarbeit, Plenum


'''Erwartete Ergebnisse:'''<br />
Personenbezogene Informationen sind Angaben, die sich auf eine bestimmte oder bestimmbare Person beziehen. Offensichtliche Beispiele sind Name, Adresse, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. Auch Foto, Stimme, Standort, Schule, Benutzername oder Geburtsdatum können eine Person erkennbar machen.
sichere Datenbeispiele, differenzierte Einordnung, besseres Risikoverständnis


=== 8.3.2 Alltagssituationen zum Teilen von Daten beurteilen ===
Mehrere scheinbar harmlose Angaben können zusammen sehr aussagekräftig werden. Vorname, Schule, Wohnort und Foto ergeben beispielsweise deutlich mehr Information als jede einzelne Angabe für sich.


Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten kurze Situationen aus dem digitalen Alltag, etwa das Posten eines Gruppenfotos, das Weiterleiten eines Screenshots, das Ausfüllen eines Profils oder die Freigabe des Standorts in einer App. Sie entscheiden jeweils, welche personenbezogenen Informationen betroffen sind, welche Risiken entstehen könnten und ob das Verhalten unproblematisch, kritisch oder nicht in Ordnung ist. Diese Aufgabe fördert genaues Hinschauen und stärkt die Fähigkeit, Datensituationen nicht nur technisch, sondern auch sozial und verantwortungsvoll zu bewerten. Situationen Gruppenfoto, Screenshot, Profilangabe, Standortfreigabe, Klassenchat
=== Besonders schützenswerte Angaben ===


'''Sozialform:'''<br />
Nicht alle Daten haben dasselbe Risiko. Passwörter, genaue Wohnadresse, private Telefonnummern, Bankdaten, Ausweisdaten, Gesundheitsinformationen und genaue Standortdaten verdienen besonderen Schutz.
Einzelarbeit, Partnervergleich


'''Erwartete Ergebnisse:'''<br />
Passwörter gehören grundsätzlich nicht in Nachrichten, öffentliche Profile oder gemeinsam genutzte Dokumente. Auch Sicherheitscodes für Anmeldungen dürfen nicht weitergegeben werden.
Risiken erkennen, Situationen begründet einschätzen, Schutzbedarf verstehen


=== 8.3.3 Wie Daten verwendet werden, sichtbar machen ===
=== Datenspuren im Alltag ===


Die Schülerinnen und Schüler verfolgen an einfachen Beispielen, wie personenbezogene Informationen in digitalen Diensten genutzt werden können, etwa zur Anmeldung, zur Kontaktaufnahme, für Empfehlungen oder für Werbung. Dazu ordnen sie Datenarten typischen Verwendungsweisen zu und überlegen, welche Angaben wirklich notwendig sind. Anschließend besprechen sie, dass Daten oft nicht nur gespeichert, sondern auch ausgewertet, kombiniert oder weitergegeben werden. Diese Aufgabe macht abstrakte Datenverarbeitung verständlich und stärkt das Bewusstsein für Datenspuren.
Daten entstehen nicht nur, wenn ein Formular ausgefüllt wird. Apps können Nutzungsinformationen speichern, Fotos können Metadaten enthalten, Plattformen protokollieren Anmeldungen oder Suchverläufe, und Standortfunktionen können Bewegungsinformationen verarbeiten.


'''Datenarten'''<br />
Deshalb ist es wichtig, nicht nur sichtbare Profilfelder, sondern auch Freigaben und Einstellungen zu beachten.
E-Mail, Geburtsdatum, Foto, Standort, Suchverlauf, Kontakte Verwendungen Anmeldung, Werbung, Profil, Empfehlung, Auswertung, Wiedererkennung


'''Sozialform:'''<br />
=== App-Berechtigungen und Einstellungen ===
Gruppenarbeit, Auswertungsgespräch


'''Erwartete Ergebnisse:'''<br />
Viele Apps fragen nach Zugriff auf Kamera, Mikrofon, Fotos, Kontakte oder Standort. Eine Berechtigung sollte zur Aufgabe der App passen. Ein Navigationsdienst benötigt für Routenführung plausibel den Standort; ein einfaches Taschenlampenprogramm braucht normalerweise keinen Zugriff auf Kontakte.
Zusammenhänge erkennen, Datennutzung verstehen, kritischere Einschätzung digitaler Dienste


=== 8.3.4 Sichere und unsichere Profile vergleichen ===
Betriebssysteme bieten Übersichten über solche Berechtigungen. Änderungen sollten bewusst erfolgen, weil das Entziehen einer notwendigen Berechtigung eine Funktion einschränken kann.


Die Schülerinnen und Schüler erhalten zwei oder mehr Beispielprofile aus einem sozialen Netzwerk oder Messenger, die sich in Sichtbarkeit, Passwortqualität, Fotoauswahl und geteilten Informationen unterscheiden. Sie vergleichen die Profile und markieren, welche Elemente eher sicher und welche eher riskant sind. Danach formulieren sie Regeln für ein datensparsames und geschütztes Profil. Diese Aufgabe verbindet Analyse und Handlung und hilft, Schutzmaßnahmen konkret auf digitale Kommunikationssituationen zu übertragen. Vergleichspunkte Profilbild, Benutzername, Sichtbarkeit, Passwort, Bio, Standort
=== Passwörter und Kontoschutz ===


'''Sozialform:'''<br />
Ein gutes Passwort sollte lang und schwer zu erraten sein. Wiederverwendung desselben Passworts für viele wichtige Dienste erhöht das Risiko, wenn ein Dienst kompromittiert wird. Wo angeboten und passend, kann eine zusätzliche Anmeldung mit einem zweiten Faktor den Kontoschutz erhöhen.
Partnerarbeit, Sicherung im Plenum


'''Erwartete Ergebnisse:'''<br />
Auf gemeinsam genutzten Schulgeräten ist außerdem wichtig, sich nach der Arbeit abzumelden und gespeicherte Zugangsdaten nicht unbeabsichtigt für andere offen zu lassen.
sichere Merkmale benennen, Risiken erkennen, klare Schutzregeln formulieren


=== 8.3.5 Privatsphäre-Einstellungen reflektieren ===
=== Teilen, Posten und Weiterleiten ===


Die Schülerinnen und Schüler untersuchen anhand von Screenshots, Demonstrationen oder Modelloberflächen typische Privatsphäre-Einstellungen, etwa wer Beiträge sehen darf, wer Kontakt aufnehmen kann oder ob ein Standort geteilt wird. Sie erklären, welche Wirkung diese Einstellungen haben und welche Varianten mehr Schutz bieten. Anschließend entwickeln sie eine kurze Checkliste für sichere Grundeinstellungen. Die Aufgabe stärkt die Einsicht, dass Datenschutz nicht nur von Regeln, sondern auch von konkreten Entscheidungen in Anwendungen abhängt. Einstellungen Sichtbarkeit, Kontakte, Kommentare, Standort, Freigaben, Profilstatus
Vor dem Teilen hilft eine einfache Prüfung: Muss diese Information wirklich veröffentlicht werden? Wer kann sie sehen? Kann sie weitergeleitet oder gespeichert werden? Betrifft sie nur mich oder auch andere?


'''Sozialform:'''<br />
Bei Fotos und Informationen über Mitschülerinnen und Mitschüler sollte deren Zustimmung respektiert werden. Eine private Nachricht wird nicht automatisch öffentlich, kann aber technisch weitergeleitet oder als Screenshot festgehalten werden.
Gruppenarbeit, Plenum


'''Erwartete Ergebnisse:'''<br />
=== Datensparsamkeit ===
Einstellungen besser verstehen, Schutzwirkung einschätzen, Checkliste entwickeln


=== 8.3.6 Starke Passwörter und Schutzmaßnahmen entwickeln ===
Datensparsamkeit bedeutet, nur die Informationen anzugeben oder freizugeben, die für einen Zweck tatsächlich benötigt werden. Wenn ein Dienst eine optionale Profilbeschreibung anbietet, muss sie nicht vollständig ausgefüllt werden.


Die Schülerinnen und Schüler vergleichen beispielhafte Passwörter und beurteilen, welche leicht zu erraten und welche deutlich sicherer sind. Anschließend formulieren sie Merkmale guter Passwörter und ergänzen weitere Schutzmaßnahmen wie Bildschirmsperre, verschiedene Passwörter für verschiedene Dienste oder sorgfältigen Umgang mit Logins. Dabei wird deutlich, dass Datenschutz auch mit grundlegender Gerätesicherheit zusammenhängt. Diese Aufgabe fördert praktische Handlungskompetenz und alltagsnahe Vorsorge.
Diese Haltung unterstützt informationelle Selbstbestimmung: Nicht möglichst viele Daten preisgeben, sondern bewusst entscheiden.


'''Begriffe:'''<br />
== Aufgaben für den Unterricht ==
Passwort, Bildschirmsperre, Login, Sicherheit, Zugriffsschutz


'''Sozialform:'''<br />
=== Datenampel ===
Einzelarbeit, Klassengespräch


'''Erwartete Ergebnisse:'''<br />
Verschiedene Angaben werden hinsichtlich ihres Schutzbedarfs diskutiert.
Merkmale sicherer Passwörter, zusätzliche Schutzideen, erhöhtes Sicherheitsbewusstsein


=== 8.3.7 Fremde Daten mitdenken und Verantwortung übernehmen ===
'''Arbeitsauftrag:''' Ordne Beispielkarten in „öffentlich eher unkritisch“, „nur gezielt teilen“ und „besonders schützen“ ein. Begründe strittige Fälle.


Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten Beispiele, in denen nicht die eigenen, sondern die Daten anderer Personen betroffen sind, etwa beim Teilen eines Klassenfotos, beim Weiterleiten einer Sprachnachricht oder beim Nennen eines Namens in einem öffentlichen Beitrag. Sie überlegen, welche Verantwortung dabei besteht und warum Zustimmung vor dem Teilen wichtig ist. Diese Aufgabe erweitert den Blick vom Selbstschutz auf respektvolles Handeln in digitalen Kommunikationsräumen.
'''Erwartetes Ergebnis:''' Begründete Einschätzungen statt starrer Listen.


'''Beispiele:'''<br />
=== App-Berechtigungen prüfen ===
Klassenfoto, Sprachnachricht, Chatverlauf, Namensnennung, Videoclip


'''Sozialform:'''<br />
An einem Schulgerät oder an Screenshots werden typische Berechtigungen betrachtet.
Gruppenarbeit, Diskussion


'''Erwartete Ergebnisse:'''<br />
'''Arbeitsauftrag:''' Entscheide für drei fiktive Apps, welche Berechtigungen plausibel sind und welche du hinterfragen würdest.
mehr Rücksicht, besseres Verantwortungsbewusstsein, klarere Einschätzung fremder Daten


=== 8.3.8 Reziprokes Lehren zu Datenschutzregeln ===
'''Erwartetes Ergebnis:''' Zusammenhang zwischen Funktion und Berechtigung wird verstanden.


Kleine Gruppen erhalten jeweils einen Teilbereich wie personenbezogene Daten, Risiken beim Teilen, Passwörter, Privatsphäre-Einstellungen oder Zustimmung bei Fotos. Sie bereiten dazu eine kurze Erklärung mit Beispiel vor und vermitteln diese Inhalte anschließend anderen Gruppen. Rückfragen und kleine Anwendungsaufgaben sichern das Verständnis. Diese Methode erhöht den Lernerfolg, weil Fachbegriffe und Schutzregeln aktiv aufbereitet und in eigenen Worten weitergegeben werden.
=== Fallbeispiele lösen ===


'''Themen:'''<br />
Situationen wie öffentliches Profil, weitergeleitetes Foto, schwaches Passwort, Standortpost oder offener Klassenchat werden analysiert.
Datenarten, Risiken, Passwörter, Einstellungen, Zustimmung


'''Sozialform:'''<br />
'''Arbeitsauftrag:''' Beschreibe, welche Daten betroffen sind, welches Risiko besteht und welche Schutzmaßnahme sinnvoll wäre.
Expertengruppen, Austauschgruppen


'''Erwartete Ergebnisse:'''<br />
'''Erwartetes Ergebnis:''' Eine vollständige Fallanalyse mit konkretem Handlungsvorschlag.
gesicherte Begriffe, verständliche Erklärungen, aktive Wissensvermittlung


=== 8.3.9 Schutzregeln für den digitalen Alltag formulieren ===
=== Sicheres Profil entwerfen ===


Die Schülerinnen und Schüler entwickeln aus den bisherigen Aufgaben gemeinsame Regeln für den Umgang mit personenbezogenen Daten im Schulalltag und in der Freizeit. Dabei sollen sie sowohl den Schutz eigener Daten als auch den respektvollen Umgang mit Daten anderer berücksichtigen. Die Ergebnisse werden in einer übersichtlichen Regelkarte oder einem Klassenplakat festgehalten. Diese Aufgabe sichert das Gelernte und fördert die Übertragung in konkrete Handlungssituationen. Regelthemen wenig teilen, vorher fragen, Einstellungen prüfen, Passwörter schützen, Standort aus
Ein fiktives Profil soll möglichst datensparsam gestaltet werden.


'''Sozialform:'''<br />
'''Arbeitsauftrag:''' Entscheide, welche Felder ausgefüllt werden, welche privat bleiben und welche Sichtbarkeit eingestellt wird. Begründe deine Entscheidungen.
Gruppenarbeit, Präsentation


'''Erwartete Ergebnisse:'''<br />
'''Erwartetes Ergebnis:''' Bewusste Auswahl personenbezogener Angaben.
klare Alltagsregeln, gemeinsames Verständnis, hohe Anwendbarkeit


=== 8.3.10 Abschlussaufgabe mit Fallanalyse und Lösungsvorschlag ===
== Selbstcheck ==


Zum Abschluss bearbeiten die Schülerinnen und Schüler einen zusammenhängenden Fall, in dem personenbezogene Informationen unbedacht geteilt oder unzureichend geschützt wurden. Sie beschreiben, welche Daten betroffen sind, wie diese verwendet oder weitergegeben werden könnten, welche Risiken bestehen und welche Schutzmaßnahmen sinnvoll wären. Danach formulieren sie einen kurzen Lösungsvorschlag. Diese Aufgabe verbindet Wissen, Bewertung und Handlungsplanung in einer vollständigen Anwendungssituation. Fallthemen öffentliches Profil, weitergeleitetes Foto, unsicheres Passwort, Standortpost, offener Klassenchat
* Ich erkenne personenbezogene Informationen.
* Ich weiß, dass mehrere harmlose Angaben zusammen ein genaues Profil ergeben können.
* Ich kann App-Berechtigungen kritisch prüfen.
* Ich teile Passwörter und Sicherheitscodes nicht.
* Ich denke vor dem Posten oder Weiterleiten an meine eigene und fremde Privatsphäre.
* Ich kann einfache Privatsphäre-Einstellungen sinnvoll nutzen.


'''Sozialform:'''<br />
== Siehe auch ==
Einzelarbeit, optionale Präsentation


'''Erwartete Ergebnisse:'''<br />
* [[DGB 1: Personalisierte Suchroutinen|Personalisierte Suchroutinen]]
sichere Fallanalyse, passende Schutzmaßnahmen, bewusster Umgang mit personenbezogenen Daten
* [[DGB 1: Digitale Zusammenarbeit|Digitale Zusammenarbeit]]
* [[DGB 1: Kommunikations- und Kollaborationswerkzeuge|Kommunikationswerkzeuge]]


[[Kategorie:Digitale Grundbildung 1. Klasse]]
[[Kategorie:Digitale Grundbildung]]
[[Kategorie:DGB 1]]

Aktuelle Version vom 10. September 2026, 15:39 Uhr

← Digitale Grundbildung 1. Klasse

Digitale Dienste verarbeiten viele Informationen über Menschen. Personenbezogene Informationen können eine Person direkt oder indirekt erkennbar machen. Ein sicherer Umgang bedeutet deshalb, vor der Eingabe, Freigabe oder Veröffentlichung zu prüfen, welche Daten tatsächlich notwendig sind und wer sie sehen darf.

Lehrplanbezug

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Bereich Zuordnung
Kompetenzbereich Kommunikation
Schwerpunkt Personenbezogene Informationen verstehen und schützen
Kompetenz Personenbezogene Informationen erkennen, mögliche Risiken des Teilens beurteilen und grundlegende Schutzmaßnahmen für eigene und fremde Daten anwenden.

Lernziele

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Die Schülerinnen und Schüler können:

  • personenbezogene Informationen erklären und Beispiele nennen;
  • direkt identifizierende Angaben und Kombinationen mehrerer Angaben erkennen;
  • besonders schützenswerte Informationen im Alltag benennen;
  • erklären, dass Fotos, Stimme, Standort, Schule und Benutzername personenbezogen sein können;
  • Risiken unbedachter Veröffentlichung und Weitergabe beschreiben;
  • grundlegende Schutzmaßnahmen wie starke Passwörter, Bildschirmsperre und Privatsphäre-Einstellungen anwenden;
  • App-Berechtigungen für Kamera, Mikrofon, Kontakte und Standort bewusst beurteilen;
  • vor dem Teilen von Informationen über andere deren Privatsphäre berücksichtigen;
  • zwischen notwendiger Dateneingabe und unnötiger Preisgabe unterscheiden.

Lerninhalte

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Was sind personenbezogene Informationen?

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Personenbezogene Informationen sind Angaben, die sich auf eine bestimmte oder bestimmbare Person beziehen. Offensichtliche Beispiele sind Name, Adresse, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. Auch Foto, Stimme, Standort, Schule, Benutzername oder Geburtsdatum können eine Person erkennbar machen.

Mehrere scheinbar harmlose Angaben können zusammen sehr aussagekräftig werden. Vorname, Schule, Wohnort und Foto ergeben beispielsweise deutlich mehr Information als jede einzelne Angabe für sich.

Besonders schützenswerte Angaben

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Nicht alle Daten haben dasselbe Risiko. Passwörter, genaue Wohnadresse, private Telefonnummern, Bankdaten, Ausweisdaten, Gesundheitsinformationen und genaue Standortdaten verdienen besonderen Schutz.

Passwörter gehören grundsätzlich nicht in Nachrichten, öffentliche Profile oder gemeinsam genutzte Dokumente. Auch Sicherheitscodes für Anmeldungen dürfen nicht weitergegeben werden.

Datenspuren im Alltag

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Daten entstehen nicht nur, wenn ein Formular ausgefüllt wird. Apps können Nutzungsinformationen speichern, Fotos können Metadaten enthalten, Plattformen protokollieren Anmeldungen oder Suchverläufe, und Standortfunktionen können Bewegungsinformationen verarbeiten.

Deshalb ist es wichtig, nicht nur sichtbare Profilfelder, sondern auch Freigaben und Einstellungen zu beachten.

App-Berechtigungen und Einstellungen

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Viele Apps fragen nach Zugriff auf Kamera, Mikrofon, Fotos, Kontakte oder Standort. Eine Berechtigung sollte zur Aufgabe der App passen. Ein Navigationsdienst benötigt für Routenführung plausibel den Standort; ein einfaches Taschenlampenprogramm braucht normalerweise keinen Zugriff auf Kontakte.

Betriebssysteme bieten Übersichten über solche Berechtigungen. Änderungen sollten bewusst erfolgen, weil das Entziehen einer notwendigen Berechtigung eine Funktion einschränken kann.

Passwörter und Kontoschutz

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Ein gutes Passwort sollte lang und schwer zu erraten sein. Wiederverwendung desselben Passworts für viele wichtige Dienste erhöht das Risiko, wenn ein Dienst kompromittiert wird. Wo angeboten und passend, kann eine zusätzliche Anmeldung mit einem zweiten Faktor den Kontoschutz erhöhen.

Auf gemeinsam genutzten Schulgeräten ist außerdem wichtig, sich nach der Arbeit abzumelden und gespeicherte Zugangsdaten nicht unbeabsichtigt für andere offen zu lassen.

Teilen, Posten und Weiterleiten

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Vor dem Teilen hilft eine einfache Prüfung: Muss diese Information wirklich veröffentlicht werden? Wer kann sie sehen? Kann sie weitergeleitet oder gespeichert werden? Betrifft sie nur mich oder auch andere?

Bei Fotos und Informationen über Mitschülerinnen und Mitschüler sollte deren Zustimmung respektiert werden. Eine private Nachricht wird nicht automatisch öffentlich, kann aber technisch weitergeleitet oder als Screenshot festgehalten werden.

Datensparsamkeit

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Datensparsamkeit bedeutet, nur die Informationen anzugeben oder freizugeben, die für einen Zweck tatsächlich benötigt werden. Wenn ein Dienst eine optionale Profilbeschreibung anbietet, muss sie nicht vollständig ausgefüllt werden.

Diese Haltung unterstützt informationelle Selbstbestimmung: Nicht möglichst viele Daten preisgeben, sondern bewusst entscheiden.

Aufgaben für den Unterricht

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Datenampel

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Verschiedene Angaben werden hinsichtlich ihres Schutzbedarfs diskutiert.

Arbeitsauftrag: Ordne Beispielkarten in „öffentlich eher unkritisch“, „nur gezielt teilen“ und „besonders schützen“ ein. Begründe strittige Fälle.

Erwartetes Ergebnis: Begründete Einschätzungen statt starrer Listen.

App-Berechtigungen prüfen

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An einem Schulgerät oder an Screenshots werden typische Berechtigungen betrachtet.

Arbeitsauftrag: Entscheide für drei fiktive Apps, welche Berechtigungen plausibel sind und welche du hinterfragen würdest.

Erwartetes Ergebnis: Zusammenhang zwischen Funktion und Berechtigung wird verstanden.

Fallbeispiele lösen

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Situationen wie öffentliches Profil, weitergeleitetes Foto, schwaches Passwort, Standortpost oder offener Klassenchat werden analysiert.

Arbeitsauftrag: Beschreibe, welche Daten betroffen sind, welches Risiko besteht und welche Schutzmaßnahme sinnvoll wäre.

Erwartetes Ergebnis: Eine vollständige Fallanalyse mit konkretem Handlungsvorschlag.

Sicheres Profil entwerfen

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Ein fiktives Profil soll möglichst datensparsam gestaltet werden.

Arbeitsauftrag: Entscheide, welche Felder ausgefüllt werden, welche privat bleiben und welche Sichtbarkeit eingestellt wird. Begründe deine Entscheidungen.

Erwartetes Ergebnis: Bewusste Auswahl personenbezogener Angaben.

Selbstcheck

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  • Ich erkenne personenbezogene Informationen.
  • Ich weiß, dass mehrere harmlose Angaben zusammen ein genaues Profil ergeben können.
  • Ich kann App-Berechtigungen kritisch prüfen.
  • Ich teile Passwörter und Sicherheitscodes nicht.
  • Ich denke vor dem Posten oder Weiterleiten an meine eigene und fremde Privatsphäre.
  • Ich kann einfache Privatsphäre-Einstellungen sinnvoll nutzen.

Siehe auch

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