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DGB 3: Informations- und Datensuche: Unterschied zwischen den Versionen

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Die kompakt formulierten Lernziele richten den Blick auf planvolles Recherchieren, den bewussten Einsatz geeigneter Suchstrategien und die Fähigkeit, Quellen kritisch zu vergleichen, damit Informationen und Daten im schulischen und außerschulischen Alltag verantwortungsvoll genutzt werden können. Lernziele Die Schülerinnen und Schüler können:
Gute Recherche beginnt nicht mit dem ersten Treffer, sondern mit einer klaren Frage. Schülerinnen und Schüler sollen Suchziele festlegen, Suchbegriffe systematisch verbessern, '''geeignete Quellen auswählen''' und Ergebnisse auf Verlässlichkeit, Aktualität und mögliche Interessen prüfen.


== 6.1 Lernziele ==
== Lehrplanbezug ==


* Informations- und Datenrecherchen zielgerichtet planen und passende Suchziele formulieren.
{| class="wikitable"
* geeignete Suchbegriffe, Suchoperatoren und Suchstrategien selbstständig auswählen und anwenden.
! Bereich
* unterschiedliche Quellen für verschiedene Rechercheanlässe nutzen und deren Eignung begründen.
! Zuordnung
* gefundene Informationen und Daten vergleichend prüfen und hinterfragen.
|-
* Quellen nach Aktualität, Glaubwürdigkeit, Perspektive und Nachvollziehbarkeit bewerten.
| '''Kompetenzbereich'''
* Rechercheergebnisse geordnet dokumentieren und für eigene Arbeiten sinnvoll weiterverwenden.
| Information
|-
| '''Perspektiven'''
| T, I
|-
| '''Schwerpunkt'''
| Zielgerichtete und selbstständige Suche nach Informationen und Daten
|-
| '''Kompetenz'''
| Die Suche nach Informationen und Daten mit geeigneten Strategien planen und durchführen, geeignete Quellen nutzen und gefundene Informationen vergleichend hinterfragen.
|}


== 6.2 Lerninhalte ==
== Lernziele ==


Die Lerninhalte verbinden Recherchepraxis, Quellenkritik und methodisches Vorgehen, damit Lernende Informationen und Daten nicht zufällig sammeln, sondern Suchprozesse bewusst planen, Ergebnisse systematisch prüfen und verlässliche Grundlagen für Entscheidungen, Referate und Problemlösungen schaffen.
Die Schülerinnen und Schüler können:
 
* ein Recherchethema in eine klare Suchfrage überführen;
* Schlüsselbegriffe, Synonyme und relevante Fachbegriffe entwickeln;
* Anführungszeichen und einfache Suchoperatoren gezielt einsetzen;
* unterschiedliche Quellenarten passend zur Fragestellung auswählen;
* Autorenschaft, Herausgeber, Datum und Belege prüfen;
* Informationen aus mehreren Quellen vergleichen;
* zwischen Daten, Behauptungen, Meinungen und Interpretationen unterscheiden;
* den eigenen Rechercheweg nachvollziehbar dokumentieren;
* bei widersprüchlichen Ergebnissen weiterrecherchieren statt vorschnell zu entscheiden;
 
== Lerninhalte ==


=== Suchanlässe und Suchziele klären ===
=== Suchanlässe und Suchziele klären ===


Ein erfolgreicher Rechercheprozess beginnt nicht mit dem ersten Klick, sondern mit einer klaren Vorstellung davon, was genau gesucht wird, wofür die Informationen benötigt werden und wie tief oder breit die Suche angelegt sein soll. Bevor Schülerinnen und Schüler recherchieren, müssen sie die Suchaufgabe verstehen. Es macht einen großen Unterschied, ob nur eine kurze Sachinformation, mehrere Vergleichsdaten, eine Erklärung für ein Unterrichtsthema oder belastbare Quellen für ein Referat benötigt werden. Wer beispielsweise nach „Vulkan“ sucht, erhält sehr viele Ergebnisse, während eine präzisere Frage wie „Wie entstehen Schichtvulkane?“ deutlich zielgerichteter ist. Auch bei Datenrecherchen ist die Präzisierung wichtig, etwa statt „Bevölkerung Österreich“ besser „Bevölkerungsentwicklung Österreich seit 2000“. Ein gutes Suchziel beschreibt Thema, Zweck und Umfang. Für ein Kurzreferat genügt oft ein
Eine offene Frage wie „Was ist mit Klima?“ ist zu breit. Eine recherchierbare Frage benennt Thema, Zeitraum oder Vergleich. Ein klares Ziel hilft auch bei der Entscheidung, ob ein Lexikon, eine Statistik, eine Nachricht, ein wissenschaftlicher Text oder eine Behördenseite benötigt wird.


Überblick, für eine Diskussion werden mehrere Perspektiven benötigt, und für eine Facharbeit sind belegbare, genau dokumentierte Quellen notwendig. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Suchfragen in Teilfragen zu zerlegen, etwa bei „Auswirkungen von Fast Fashion“ in Produktion, Umweltfolgen, Arbeitsbedingungen und Konsumverhalten. Dadurch wird die Recherche strukturierter und die Auswahl geeigneter Quellen leichter. Auch der Unterschied zwischen Information und Daten sollte geklärt werden. Informationen liefern Zusammenhänge, Erklärungen und Einordnungen. Daten liefern Zahlen, Messwerte oder Tabellen, etwa Statistiken zu Energieverbrauch, Bevölkerungsentwicklung oder Mediennutzung. Beides gehört häufig zusammen, muss aber gezielt gesucht und unterschiedlich geprüft werden. Suchziele: Thema klären, Frage präzisieren, Umfang festlegen Sucharten: Überblick, Vertiefung, Vergleich, Datensuche, Faktensuche Beispiele: Referat planen, Statistik suchen, Begriff erklären, Problem lösen
Vor der Suche wird deshalb festgelegt, welche Information am Ende tatsächlich gebraucht wird und wie genau sie sein muss.


=== Geeignete Suchbegriffe entwickeln ===
=== Geeignete Suchbegriffe entwickeln ===


Die Qualität einer Recherche hängt stark davon ab, wie treffend Suchbegriffe gewählt, variiert und kombiniert werden, weil gute Begriffe den Suchraum eingrenzen, unpassende Treffer reduzieren und relevante Quellen schneller sichtbar machen. Viele Recherchen scheitern nicht an fehlenden Informationen, sondern an ungenauen Suchbegriffen. Schülerinnen und Schüler sollen deshalb lernen, aus einer Fragestellung passende Schlüsselbegriffe abzuleiten. Aus „Wie beeinflusst Plastikmüll das Meer?“ lassen sich etwa die Suchbegriffe „Plastikmüll Meer Folgen“, „Mikroplastik Ozeane“, „Meeresverschmutzung Daten“ oder „Plastikmüll Tiere“ entwickeln. Auch Synonyme und verwandte Begriffe sind wichtig, etwa „Künstliche Intelligenz“ und „KI“, „Jugendliche“ und „Heranwachsende“ oder „Ernährung“ und „Nahrungsverhalten“. Hilfreich ist außerdem das gezielte Eingrenzen nach Ort, Zeitraum oder Fachaspekt. Aus „Arbeitslosigkeit“ wird beispielsweise „Jugendarbeitslosigkeit Österreich 2024“ oder „Arbeitslosenquote EU Vergleich“. Bei Datenrecherchen helfen Zusätze wie „Statistik“, „Tabelle“, „Bericht“, „PDF“ oder „Datensatz“. Bei Erklärungen können Begriffe wie „einfach erklärt“, „Definition“, „Ursachen“ oder „Beispiel“ nützlich sein. Die Variation von Suchbegriffen gehört ebenfalls zu einer guten Strategie. Wenn eine Suche wenig Brauchbares liefert, sollten Begriffe angepasst, gekürzt, erweitert oder neu kombiniert werden. So lernen Schülerinnen und Schüler, Recherche als aktiven Denkprozess zu verstehen und nicht als bloßes Eingeben eines beliebigen Begriffs. Strategien: Schlüsselwörter bilden, Synonyme nutzen, Begriffe variieren Eingrenzungen: Ort ergänzen, Zeit ergänzen, Thema vertiefen Hilfswörter: Statistik, Definition, Vergleich, Bericht, Beispiel
Gute Suchbegriffe enthalten die wichtigsten Fachwörter. Synonyme und verwandte Begriffe verbessern die Treffermenge. Statt ganzer Fragesätze kann eine Kombination aus präzisen Kernbegriffen oft effizienter sein.
 
Unbekannte Fachbegriffe werden zunächst geklärt und anschließend für weitere Suchschritte genutzt.


=== Suchstrategien und Suchoperatoren anwenden ===
=== Suchstrategien und Suchoperatoren anwenden ===


Eine selbstständige Recherche wird deutlich wirksamer, wenn Suchende nicht nur allgemein suchen, sondern Suchoperatoren, Filter und Strategien bewusst einsetzen, um Ergebnisse
Anführungszeichen können eine exakte Wortfolge suchen. Ein Minuszeichen oder anbieterspezifische Operatoren können Ergebnisse eingrenzen; die genaue Funktionsweise unterscheidet sich je nach Suchdienst.


gezielt einzugrenzen, alternative Wege zu prüfen und Suchprozesse besser zu steuern. Zur Informationssuche gehören Methoden, mit denen sich große Ergebnismengen besser ordnen lassen. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Suchbegriffe in Anführungszeichen für feste Wortfolgen zu setzen, bestimmte Begriffe auszuschließen und gezielt nach Dateiformaten oder Webseiten zu suchen. Wer etwa „Klimawandel Ursachen“ sucht, erhält viele Treffer, kann aber mit genaueren Strategien präziser arbeiten. Auch Filter nach Zeitraum, Sprache, Region oder Medientyp helfen, die Suche zu verbessern. Wichtige Strategien sind die Suchverfeinerung und die Vergleichssuche. Bei der Suchverfeinerung wird ein Begriff schrittweise präzisiert, etwa von „Wasser“ zu „Trinkwasserknappheit Afrika Ursachen“. Bei der Vergleichssuche werden mehrere Formulierungen ausprobiert, um Unterschiede in den Treffern zu erkennen. Für Datenrecherchen ist es oft sinnvoll, direkt auf Seiten von Statistikämtern, Behörden, Forschungsinstituten oder internationalen Organisationen zu suchen, statt nur allgemeine Suchmaschinen zu verwenden. Schülerinnen und Schüler sollen auch lernen, dass verschiedene Recherchewege je nach Ziel sinnvoll sind. Für erste Orientierung eignet sich eine breite Suche, für belastbare Ergebnisse sind Fachportale, Bibliothekskataloge, digitale Nachschlagewerke oder offizielle Datenbanken oft besser geeignet. Suchstrategien helfen somit nicht nur beim Finden, sondern auch beim bewussten Steuern des gesamten Recherchewegs. Operatoren: Anführungszeichen, Minuszeichen, site Suche, Dateisuche Methoden: verfeinern, vergleichen, filtern, eingrenzen, umformulieren Suchwege: Suchmaschine, Datenbank, Katalog, Fachportal, Archiv
Entscheidend ist nicht das Auswendiglernen vieler Operatoren, sondern die iterative Strategie: suchen → Treffer prüfen → Begriffe verbessern → erneut suchen.


=== Geeignete Quellen auswählen ===
=== Geeignete Quellen auswählen ===


Die Qualität von Rechercheergebnissen verbessert sich deutlich, wenn Lernende die Art der Quelle an ihren Zweck anpassen und erkennen, dass nicht jede Quelle für jede Fragestellung gleich gut geeignet oder ausreichend verlässlich ist. Unterschiedliche Rechercheziele verlangen unterschiedliche Quellen. Für Grundwissen können Lexika, Schulportale oder verständliche Überblicksseiten nützlich sein. Für aktuelle Entwicklungen eignen sich Nachrichtenmedien oder offizielle Mitteilungen. Für Daten sind Statistikämter, internationale Organisationen, Forschungsinstitute oder veröffentlichte Datensätze besonders wichtig. Für wissenschaftlich orientierte Arbeiten sind Fachartikel, Studien oder seriöse Bildungseinrichtungen besser geeignet als beliebige Webseiten. Die Eignung einer Quelle hängt davon ab, wer sie erstellt hat, welchem Zweck sie dient und wie nachvollziehbar ihre Informationen sind. Ein Onlineshop kann für Produktdaten nützlich sein, aber nicht für eine neutrale Bewertung. Ein Blog kann interessante Perspektiven liefern, muss aber kritisch geprüft werden. Eine Behördenwebsite kann bei rechtlichen oder statistischen Fragen sehr hilfreich sein. Ein Video kann den Einstieg erleichtern, ersetzt aber nicht immer eine überprüfbare Quelle mit klarer Autorenschaft. Im Unterricht ist es wichtig, Quellenarten zu unterscheiden und bewusst auszuwählen. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, für ein Thema mehrere passende Quellentypen zu kombinieren, etwa Statistik, Fachtext und Nachrichtentext. Dadurch entsteht ein
Für rechtliche Vorgaben ist eine offizielle Stelle meist geeigneter als ein beliebiger Blog. Für aktuelle Ereignisse sind etablierte Nachrichtenquellen sinnvoll; für Überblickswissen können Lexika den Einstieg bieten.


vollständigeres und verlässlicheres Bild. Quellenarten: Lexikon, Behördenseite, Statistikportal, Fachtext, Nachrichtenseite Auswahlfragen: Wer schreibt, wozu dient, wie belegt Nutzungen: Überblick gewinnen, Daten finden, Meinung prüfen, Fakten sichern
Quellenwahl hängt vom Zweck ab. Eine persönliche Erfahrung kann für einen Erfahrungsbericht passend sein, aber nicht als alleiniger Beleg für eine statistische Aussage.


=== Informationen und Daten vergleichend prüfen ===
=== Informationen und Daten vergleichend prüfen ===


Verantwortungsvolle Recherche erfordert mehr als das bloße Finden von Treffern, weil Informationen und Daten erst durch Vergleich, Einordnung und kritische Prüfung verlässlich und für Entscheidungen oder Lernprozesse sinnvoll nutzbar werden. Gefundene Informationen dürfen nicht ungeprüft übernommen werden. Schülerinnen und Schüler sollen deshalb mehrere Quellen miteinander vergleichen und auf Übereinstimmungen, Unterschiede und Lücken achten. Wenn zwei Seiten unterschiedliche Zahlen zur gleichen Frage nennen, muss geprüft werden, aus welchem Jahr die Daten stammen, wie sie erhoben wurden und welche Definitionen zugrunde liegen. So kann beispielsweise eine Arbeitslosenquote je nach Quelle unterschiedlich dargestellt sein, wenn andere Zeiträume oder Zielgruppen verwendet werden. Auch Texte müssen kritisch gelesen werden. Wichtige Fragen sind: Ist die Information aktuell? Werden Quellen genannt? Ist der Text sachlich oder stark wertend? Werden nur Vorteile oder nur Probleme dargestellt? Fehlen andere Perspektiven? Gerade bei gesellschaftlichen, politischen oder gesundheitsbezogenen Themen ist der Vergleich verschiedener Quellen besonders wichtig, damit kein einseitiges Bild entsteht. Bei Daten kommt hinzu, dass Zahlen allein noch keine Erklärung liefern. Eine Statistik zur Mediennutzung zeigt etwa Häufigkeiten, erklärt aber nicht automatisch die Ursachen. Deshalb sollten Daten immer mit erläuternden Informationen verbunden und in ihren Kontext eingeordnet werden. Vergleichendes Hinterfragen bedeutet also, Inhalte nicht nur nebeneinanderzustellen, sondern sie aktiv zu prüfen und zu deuten. Prüfkriterien: Aktualität, Autorenschaft, Beleglage, Perspektive, Vollständigkeit Vergleiche: Zahlen prüfen, Aussagen prüfen, Jahre prüfen, Begriffe prüfen Fragen: Was fehlt, was weicht ab, was ist belegt
Eine wichtige Behauptung sollte möglichst mit unabhängigen Quellen verglichen werden. Stimmen Zahlen überein? Beziehen sie sich auf denselben Zeitraum und dieselbe Definition? Gibt es Originaldaten?
 
Widersprüche sind kein Grund zum Abbruch, sondern ein Signal, genauer nach Definitionen, Aktualität und Herkunft zu suchen.


=== Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit einschätzen ===
=== Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit einschätzen ===


Die Fähigkeit, Glaubwürdigkeit einzuschätzen, schützt vor Fehlurteilen und stärkt die Informationskompetenz, weil gerade im digitalen Raum professionelle Inhalte, Werbung, Meinungen und irreführende Darstellungen oft auf den ersten Blick ähnlich wirken. Eine Quelle wirkt nicht automatisch verlässlich, nur weil sie gut gestaltet ist oder weit oben in einer Suche erscheint. Schülerinnen und Schüler müssen lernen, auf Merkmale seriöser Quellen zu achten. Dazu gehören klar erkennbare Autorinnen und Autoren, nachvollziehbare Institutionen, überprüfbare Angaben, ein erkennbares Veröffentlichungsdatum und möglichst Quellen- oder Literaturhinweise. Fehlende Autorenschaft, sensationelle Sprache oder unklare Behauptungen sind Warnzeichen. Glaubwürdigkeit bedeutet auch, Interessen zu erkennen. Ein Unternehmen informiert oft
Hilfreiche Prüffragen sind: Wer veröffentlicht? Welche Fachkompetenz oder institutionelle Verantwortung besteht? Wann wurde der Inhalt aktualisiert? Werden Belege genannt? Gibt es erkennbare wirtschaftliche oder andere Interessen?
 
Ein professionelles Design allein beweist keine Verlässlichkeit.


=== Rechercheergebnisse dokumentieren und ordnen ===
=== Rechercheergebnisse dokumentieren und ordnen ===


Die selbstständige Durchführung einer Recherche gelingt nachhaltiger, wenn Suchwege, Quellen und Ergebnisse übersichtlich festgehalten werden, weil dadurch Nachvollziehbarkeit, Wiederverwendbarkeit und eine saubere Weiterarbeit bei Referaten, Projekten oder Diskussionen möglich werden. Gefundene Informationen müssen sinnvoll gesichert werden. Schülerinnen und Schüler sollen wichtige Quellen notieren, Fundorte festhalten und zentrale Aussagen oder Daten geordnet erfassen. Dafür eignen sich Rechercheprotokolle, Tabellen, Notizzettel, digitale Dokumente oder Karten. In einer Tabelle können etwa Suchfrage, Suchbegriffe, Quelle, Kernaussage, Datum und eigene Einschätzung festgehalten werden. So bleibt nachvollziehbar, woher Informationen stammen und welche Quelle besonders brauchbar war. Eine gute Dokumentation hilft auch beim späteren Vergleichen. Wenn mehrere Quellen zu einem Thema gesammelt werden, können Gemeinsamkeiten und Unterschiede besser erkannt werden. Für Gruppenarbeiten ist eine geordnete Dokumentation besonders wichtig, damit Arbeitsschritte verteilt und Ergebnisse zusammengeführt werden können. Ebenso unterstützt sie korrektes Zitieren und vermeidet, dass fremde Inhalte unbewusst als eigene übernommen werden. Die Ordnung der Rechercheergebnisse gehört deshalb zur Methodenkompetenz. Wer sauber dokumentiert, arbeitet nicht nur genauer, sondern kann auch selbstständiger und verantwortungsvoller mit Informationen umgehen. Hilfsmittel: Tabelle, Recherchebogen, Notizblatt, Karten, Dokument Einträge: Suchfrage, Quelle, Datum, Kernaussage, Bewertung Nutzen: Überblick behalten, vergleichen, belegen, weiterarbeiten, zitieren
Suchbegriffe, wichtige Links, Titel, Herausgeber und Kernaussagen sollten während der Recherche notiert werden. Für längere Aufgaben helfen Tabellen oder strukturierte Notizen.
 
Dateien und Downloads erhalten eindeutige Namen und werden in passenden Ordnern gespeichert. So bleibt nachvollziehbar, welche Quelle zu welcher Aussage gehört.


=== Beispiele aus schulischen und lebensnahen Rechercheanlässen ===
=== Beispiele aus schulischen und lebensnahen Rechercheanlässen ===


Konkrete Beispiele aus Schule, Alltag und Medienwelt machen sichtbar, wie Strategien und Methoden je nach Suchanlass angepasst werden müssen und weshalb dieselbe Suchweise nicht für jede Fragestellung gleich gut funktioniert. Für ein Referat über erneuerbare Energien reicht es nicht, nur „Energie“ zu suchen. Sinnvoller
Geeignete Themen sind Verkehr, Energie, Gesundheit, Mediennutzung, Geschichte oder Naturwissenschaft. Bei praktischen Fragen gelten dieselben Grundprinzipien: Ziel klären, Quelle passend wählen, Aktualität prüfen.
 
Bei personenbezogenen oder sensiblen Themen soll keine unnötige private Datenspur erzeugt werden.
 
== Aufgaben für den Unterricht ==
 
=== Rechercheaufträge präzisieren ===
 
'''Arbeitsauftrag:''' Formuliert aus zu breiten Themen konkrete, überprüfbare Recherchefragen.
 
'''Erwartetes Ergebnis:''' präzise Fragestellungen.
 
=== Suchbegriffe gezielt entwickeln ===
 
'''Arbeitsauftrag:''' Erstellt zu einer Frage Kernbegriffe, Synonyme, Fachbegriffe und gegebenenfalls Ausschlussbegriffe.
 
'''Erwartetes Ergebnis:''' Suchwortnetz.
 
=== Suchstrategien praktisch erproben ===


sind Teilfragen wie „Vor- und Nachteile Windkraft“, „Solarenergie Österreich Statistik“ oder „Wasserkraft Umweltfolgen“. Für eine Datensuche zur Mediennutzung Jugendlicher sind Statistikseiten und Studien geeigneter als reine Meinungsartikel. Bei der Suche nach Gesundheitsinformationen sollte besonders auf Autorenschaft, Aktualität und fachliche Herkunft geachtet werden. Für eine Produktentscheidung, etwa beim Kauf eines Fahrrads oder Tablets, ist der Vergleich von Herstellerangaben, Testberichten und Nutzererfahrungen hilfreich. Auch im Alltag werden Suchstrategien gebraucht. Wer einen Fahrplan sucht, benötigt aktuelle und ortsbezogene Daten. Wer die Öffnungszeiten eines Museums recherchiert, sollte auf Aktualität achten. Wer bei sozialen oder politischen Themen verschiedene Perspektiven verstehen will, braucht mehrere Quellenarten. Bei Bildern oder Videos sollte geprüft werden, ob sie aus dem behaupteten Zusammenhang stammen. Solche Beispiele zeigen, dass Recherchekompetenz keine isolierte Technik ist, sondern in vielen Lebenslagen gebraucht wird. Je bewusster Schülerinnen und Schüler ihre Strategien anpassen, desto sicherer und selbstständiger können sie mit Informationen und Daten umgehen. Schulbeispiele: Referat, Projekt, Statistikaufgabe, Präsentation, Facharbeit Alltagsbeispiele: Fahrplan, Öffnungszeiten, Produktsuche, Gesundheitsfrage, Reiseplanung Anpassungen: Quelle wählen, Begriffe ändern, Daten prüfen, Perspektiven vergleichen
'''Arbeitsauftrag:''' Führt mehrere Suchläufe durch und dokumentiert, wie sich Treffer durch präzisere Begriffe oder Anführungszeichen verändern.


== 6.4 Aufgaben für den Unterricht ==
'''Erwartetes Ergebnis:''' Suchprotokoll.


=== 6.4.1 Rechercheaufträge präzisieren ===
=== Quellenarten passend auswählen ===


Ein klar formulierter Rechercheauftrag verbessert die Qualität der gesamten Informationssuche, weil Lernende dadurch Suchziele, Teilfragen, passende Suchbegriffe und geeignete Quellen von Anfang an bewusster auswählen und ihre Arbeit strukturierter aufbauen.
'''Arbeitsauftrag:''' Ordnet Fragestellungen passenden Quellenarten wie Behörde, Statistik, Fachportal, Lexikon oder Nachrichtenmedium zu.


Die Schülerinnen und Schüler erhalten zunächst ungenaue Recherchethemen wie „Klimawandel“, „gesunde Ernährung“, „Social Media“ oder „Wasser“. In Partnerarbeit überarbeiten sie diese Themen zu präzisen Suchaufträgen, etwa „Welche Auswirkungen hat Plastikmüll auf Meereslebewesen?“ oder „Wie hat sich die tägliche Mediennutzung von Jugendlichen in Österreich verändert?“. Anschließend formulieren sie zu jedem Auftrag ein Suchziel, zwei bis vier Teilfragen und erste passende Suchbegriffe. Danach besprechen sie im Plenum, warum ein genauer Suchauftrag die Recherche erleichtert und welche Probleme bei zu allgemeinen Fragestellungen entstehen. Die Aufgabe ist besonders lernwirksam, weil sie den oft übersehenen ersten Schritt der Recherche sichtbar macht und planvolles Arbeiten fördert. Themen: Klima, Ernährung, Medien, Wasser Arbeitsschritte: präzisieren, zerlegen, formulieren, besprechen Kompetenzen: planen, strukturieren, eingrenzen, erklären Produkte: Suchauftrag, Teilfragen, Begriffsliste
'''Erwartetes Ergebnis:''' Quellenwahl mit Begründung.


=== 6.4.2 Suchbegriffe gezielt entwickeln ===
=== Informationen vergleichend prüfen ===


Die bewusste Entwicklung von Suchbegriffen stärkt die Selbstständigkeit bei Recherchen, weil gute Suchwörter den Suchraum eingrenzen, unpassende Treffer reduzieren und alternative Zugänge zu einem Thema erst sichtbar machen. Die Lernenden wählen eine konkrete Fragestellung und erstellen dazu mehrere Suchbegriff- Varianten. Aus „Wie wirken sich soziale Medien auf Jugendliche aus?“ könnten zum Beispiel „soziale Medien Jugendliche Auswirkungen“, „Social Media Jugend Studie“, „Mediennutzung Jugendliche Statistik“ oder „soziale Netzwerke Konzentration Schule“ entstehen. Zusätzlich sammeln sie Synonyme, Oberbegriffe, Unterbegriffe und mögliche Ergänzungen wie Ort, Zeitraum oder Datentyp. Anschließend testen sie ihre Suchbegriffe und vergleichen, welche Varianten eher breite Übersichten, welche eher Daten und welche eher vertiefende Fachinformationen liefern. Die Aufgabe erzeugt einen hohen Lernertrag, weil Suchbegriffe nicht nur gesammelt, sondern direkt auf ihre Wirkung hin überprüft werden. Methoden: variieren, ergänzen, testen, vergleichen Hilfswörter: Statistik, Studie, Definition, Ursachen Kompetenzen: ableiten, erproben, anpassen, auswerten Produkte: Begriffsfeld, Vergleichsnotiz
'''Arbeitsauftrag:''' Vergleicht drei Quellen zur selben überprüfbaren Aussage und haltet Übereinstimmungen sowie Unterschiede fest.


=== 6.4.3 Suchstrategien praktisch erproben ===
'''Erwartetes Ergebnis:''' Quellenvergleich.


Der bewusste Einsatz unterschiedlicher Suchstrategien hilft dabei, Recherche als methodischen Prozess zu verstehen und Suchmaschinen nicht bloß intuitiv, sondern zielgerichtet, flexibel und kontrolliert zur Informationsgewinnung zu nutzen. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten denselben Rechercheauftrag mit verschiedenen Strategien. Eine Gruppe nutzt zunächst eine breite Orientierungssuche, eine zweite arbeitet mit präzisierten Suchbegriffen, eine dritte nutzt Operatoren oder Filter, und eine vierte sucht direkt auf spezialisierten Seiten wie Statistikportalen, Behörden- oder Bildungsseiten. Danach vergleichen die Gruppen ihre Ergebnisse: Welche Strategie war schnell? Welche lieferte verlässlichere Informationen? Welche brachte die passendsten Daten? In der Auswertung wird
=== Daten und Informationen unterscheiden ===


gemeinsam besprochen, dass nicht jede Suchweise für jedes Ziel gleich geeignet ist. Die Aufgabe ist besonders lernförderlich, weil sie Recherchemethoden erfahrbar macht und bewusstes methodisches Entscheiden trainiert. Strategien: breit suchen, filtern, eingrenzen, direkt suchen Vergleiche: Tempo, Passung, Qualität, Vielfalt Kompetenzen: anwenden, vergleichen, beurteilen, reflektieren Produkte: Strategievergleich, Auswertung
'''Arbeitsauftrag:''' Markiert in einem Beispieltext Zahlenwerte, Datenbasis, Behauptungen und Interpretationen getrennt.


=== 6.4.4 Quellenarten passend auswählen ===
'''Erwartetes Ergebnis:''' annotierter Text.


Die gezielte Auswahl geeigneter Quellen fördert verantwortungsvolle Informationsnutzung, weil Lernende erkennen, dass Überblicksseiten, Statistikportale, Nachrichtenseiten und Fachquellen unterschiedliche Stärken besitzen und nicht für jede Fragestellung gleichermaßen geeignet sind. Die Klasse erhält mehrere Rechercheanlässe, etwa ein Kurzreferat, eine Datensuche, eine aktuelle Nachrichteneinordnung oder eine Produktentscheidung. Zu jedem Anlass ordnen die Schülerinnen und Schüler passende Quellenarten zu, zum Beispiel Lexikon, Behördenseite, Statistikportal, Nachrichtenseite, Fachtext, Blog oder Video. Anschließend begründen sie ihre Auswahl und diskutieren, warum bestimmte Quellenarten für manche Ziele sinnvoll, für andere aber weniger geeignet sind. In einem zweiten Schritt prüfen sie echte Beispiele aus dem Internet und bewerten, ob die Quelle ihrem Zweck tatsächlich entspricht. Die Aufgabe ist besonders lernstark, weil sie Suchkompetenz mit Quellenauswahl und Begründung verbindet. Quellenarten: Lexikon, Statistikportal, Nachrichtenseite, Fachtext Rechercheanlässe: Referat, Datensuche, Nachricht, Produktwahl Kompetenzen: zuordnen, begründen, auswählen, prüfen Produkte: Zuordnung, Quellenbewertung
=== Recherchewege dokumentieren ===


=== 6.4.5 Informationen vergleichend prüfen ===
'''Arbeitsauftrag:''' Legt für eine Recherche eine nachvollziehbare Liste aus Suchfrage, Suchbegriffen, Quellen und Kernaussagen an.


Das vergleichende Prüfen mehrerer Quellen vertieft das Verständnis dafür, dass Informationen erst durch Gegenüberstellung, Einordnung und kritische Rückfragen belastbar werden und nicht allein wegen ihrer Auffindbarkeit übernommen werden sollten. Die Schülerinnen und Schüler recherchieren zu einer gemeinsamen Frage mindestens drei Quellen unterschiedlicher Art. Sie halten anschließend in einer Vergleichstabelle fest, welche Kernaussagen genannt werden, welche Daten verwendet werden, wie aktuell die Informationen sind, ob Quellen angegeben werden und welche Perspektiven erkennbar sind. Danach markieren sie Übereinstimmungen, Unterschiede und mögliche Lücken. Im Plenum wird gemeinsam besprochen, welche Quelle für welchen Zweck am geeignetsten ist und warum gleiche Themen in verschiedenen Quellen unterschiedlich dargestellt werden können. Die Aufgabe ist lernwirksam, weil sie reines Finden in kritisches Prüfen und begründetes Auswählen überführt. Prüfkriterien: Aktualität, Belege, Perspektive, Vollständigkeit Arbeitsschritte: sammeln, vergleichen, markieren, bewerten
'''Erwartetes Ergebnis:''' Recherchejournal.


Kompetenzen: hinterfragen, einordnen, abgleichen, beurteilen Produkte: Vergleichstabelle, Kurzurteil
=== Qualität von Quellen beurteilen ===


=== 6.4.6 Daten und Informationen unterscheiden ===
'''Arbeitsauftrag:''' Bewertet ausgewählte Quellen nach Autorenschaft, Aktualität, Belegen, Zweck und möglicher Interessenlage.


Die bewusste Unterscheidung zwischen Daten und erklärenden Informationen verbessert die Recherchequalität, weil Zahlen, Tabellen und Messwerte erst durch Kontext, Begriffe und Herkunft sinnvoll gedeutet und verantwortungsvoll verwendet werden können. Die Lernenden bearbeiten ein Thema, zu dem sowohl Daten als auch erläuternde Informationen benötigt werden, etwa Mediennutzung, Energieverbrauch, Bevölkerungsentwicklung oder Ernährung. Sie recherchieren zunächst eine Statistik oder Datentabelle und anschließend einen erklärenden Text zum gleichen Thema. Danach beantworten sie Leitfragen wie: Was zeigen die Zahlen genau? Aus welchem Jahr stammen sie? Wer hat sie erhoben? Welche Erklärung liefert der begleitende Text? Welche Aussagen lassen sich aus den Daten ableiten und welche nicht? Diese Aufgabe ist besonders förderlich, weil sie verhindert, dass Zahlen isoliert übernommen oder Texte ohne Datenbasis verallgemeinert werden. Themen: Mediennutzung, Energieverbrauch, Bevölkerung, Ernährung Leitfragen: Was zeigt, wer erhebt, was erklärt Kompetenzen: unterscheiden, deuten, verknüpfen, prüfen Produkte: Datenblatt, Erklärungstext, Auswertung
'''Erwartetes Ergebnis:''' Bewertungsraster.


=== 6.4.7 Recherchewege dokumentieren ===
=== Rechercheaufträge selbstständig lösen ===


Die sorgfältige Dokumentation von Suchwegen und Fundstellen stärkt die Nachvollziehbarkeit und unterstützt eigenständiges Arbeiten, weil Entscheidungen im Rechercheprozess sichtbar bleiben und Ergebnisse später leichter überprüft, weiterverarbeitet und korrekt belegt werden können. Die Schülerinnen und Schüler führen während einer Recherche ein Rechercheprotokoll. Darin notieren sie Suchfrage, verwendete Suchbegriffe, gewählte Quellen, Funddatum, zentrale Ergebnisse und eine kurze Bewertung der Brauchbarkeit. Zusätzlich halten sie fest, welche Suchbegriffe wenig hilfreich waren und wie sie ihre Suche daraufhin verändert haben. Anschließend tauschen die Lernenden ihre Protokolle in Partnerarbeit aus und prüfen, ob der Rechercheweg für andere nachvollziehbar ist. Die Aufgabe erzielt einen hohen Lerneffekt, weil sie Suchprozesse verlangsamt, bewusst macht und methodisches Lernen sichtbar werden lässt. Einträge: Suchfrage, Begriffe, Quelle, Datum, Bewertung Methoden: notieren, anpassen, austauschen, prüfen Kompetenzen: dokumentieren, reflektieren, nachvollziehen, optimieren Produkte: Rechercheprotokoll, Partnerfeedback
'''Arbeitsauftrag:''' Bearbeitet eine neue Frage vom Suchplan bis zur kurzen, quellenbasierten Antwort.


=== 6.4.8 Qualität von Quellen beurteilen ===
'''Erwartetes Ergebnis:''' Mini-Recherche.


Die Bewertung der Verlässlichkeit von Quellen fördert kritisches Denken und schützt vor Fehlurteilen, weil professionell wirkende Inhalte nicht automatisch glaubwürdig sind und Herkunft, Absicht sowie Beleglage stets mitgeprüft werden müssen. Die Klasse erhält mehrere Quellen zu einem gemeinsamen Thema, darunter etwa eine Behördenseite, einen Blogbeitrag, einen journalistischen Artikel, eine Werbeseite und ein Video. In Gruppen prüfen die Schülerinnen und Schüler, ob Autorenschaft, Datum, Quellenangaben, Institution und Absicht erkennbar sind. Anschließend ordnen sie die Quellen auf einer Skala von „sehr verlässlich“ bis „kritisch zu prüfen“ ein und begründen ihre Entscheidung. In der Auswertung wird besprochen, dass auch scheinbar seriöse Quellen einseitig sein können und dass gute Gestaltung keine Garantie für Glaubwürdigkeit ist. Diese Aufgabe ist besonders lernwirksam, weil sie konkrete Entscheidungssituationen schafft und Kriterienwissen festigt. Kriterien: Autor, Datum, Belege, Absicht, Institution Quellen: Behördenseite, Blog, Artikel, Video, Werbung Kompetenzen: prüfen, bewerten, begründen, unterscheiden Produkte: Bewertungsskala, Begründung
=== Reflexion zum Abschluss ===


=== 6.4.9 Rechercheaufträge selbstständig lösen ===
'''Arbeitsauftrag:''' Beschreibe zwei Änderungen an deinem Suchverhalten, die deine nächste Recherche verlässlicher machen.


Die eigenständige Durchführung eines vollständigen Rechercheprozesses verbindet Planung, Suche, Auswahl, Vergleich und Bewertung zu einer zusammenhängenden Handlung und zeigt besonders deutlich, ob Recherchekompetenz flexibel und bewusst angewendet werden kann. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten einen offenen Rechercheauftrag, etwa zu einem Umweltproblem, einem Medienthema oder einer gesellschaftlichen Frage. Sie planen selbstständig ihre Suchziele, formulieren Suchbegriffe, wählen passende Quellenarten aus, dokumentieren ihre Schritte und vergleichen mindestens drei gefundene Quellen. Am Ende erstellen sie eine kurze Präsentation oder ein Rechercheblatt, in dem sie nicht nur Ergebnisse vorstellen, sondern auch ihren Suchweg begründen. Besonders lernförderlich ist diese Aufgabe, weil sie Teilkompetenzen nicht isoliert, sondern in einem realistischen Gesamtprozess zusammenführt. Arbeitsschritte: planen, suchen, auswählen, vergleichen, darstellen Themenfelder: Umwelt, Medien, Gesellschaft, Technik Kompetenzen: selbstständig arbeiten, strukturieren, prüfen, präsentieren Produkte: Rechercheblatt, Kurzpräsentation
'''Erwartetes Ergebnis:''' Reflexion.


=== 6.4.10 Reflexion zum Abschluss ===
== Selbstcheck ==


Eine strukturierte Abschlussreflexion sichert die methodischen Einsichten und unterstützt die Lernenden dabei, ihre Recherchepraxis bewusst zu betrachten, Stärken und Schwierigkeiten zu benennen und künftige Suchprozesse gezielter zu gestalten. Zum Abschluss verfassen die Schülerinnen und Schüler einen Reflexionstext oder bearbeiten
* Ich kann den Schwerpunkt „Zielgerichtete und selbstständige Suche nach Informationen und Daten“ mit eigenen Worten erklären.
* Ich kann ein Recherchethema in eine klare Suchfrage überführen.
* Ich kann Schlüsselbegriffe, Synonyme und relevante Fachbegriffe entwickeln.
* Ich kann Anführungszeichen und einfache Suchoperatoren gezielt einsetzen.
* Ich kann unterschiedliche Quellenarten passend zur Fragestellung auswählen.
* Ich kann Autorenschaft, Herausgeber, Datum und Belege prüfen.


Satzanfänge wie „Besonders hilfreich war für mich die Strategie …“, „Schwierig war …“, „Eine geeignete Quelle erkenne ich daran, dass …“, „Beim Vergleichen von Informationen habe ich gelernt, dass …“ und „Bei meiner nächsten Recherche möchte ich stärker darauf achten, dass …“. Alternativ kann ein Partnergespräch mit Reflexionskarten durchgeführt werden. Entscheidend ist, dass die Lernenden nicht nur Ergebnisse rückblickend bewerten, sondern ihren eigenen Rechercheweg und ihre Informationsentscheidungen bewusst einordnen. Dadurch werden Recherchekompetenz und verantwortungsvoller Umgang mit Informationen nachhaltig gefestigt. Formen: Reflexionstext, Partnergespräch, Kartenarbeit Impulse: Strategie, Quelle, Vergleich, Schwierigkeit, Verbesserung Kompetenzen: sichern, formulieren, auswerten, reflektieren Produkte: Text, Gesprächsnotiz
== Siehe auch ==


Grundlage: Digitale Grundbildung III – Lehrband 3. Klasse, Final V2.5.
* [[DGB 3: Personalisierte Suchroutinen|Personalisierte Suchroutinen]]
* [[DGB 3: Daten Ursache Wirkung Vorhersagen|Daten Ursache Wirkung Vorhersagen]]
* [[DGB 3: Cloudbasierte Systeme|Cloudbasierte Systeme]]


[[Kategorie:Digitale Grundbildung 3. Klasse]]
[[Kategorie:Digitale Grundbildung]]
[[Kategorie:DGB 3]]

Aktuelle Version vom 10. September 2026, 16:42 Uhr

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Gute Recherche beginnt nicht mit dem ersten Treffer, sondern mit einer klaren Frage. Schülerinnen und Schüler sollen Suchziele festlegen, Suchbegriffe systematisch verbessern, geeignete Quellen auswählen und Ergebnisse auf Verlässlichkeit, Aktualität und mögliche Interessen prüfen.

Lehrplanbezug

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Bereich Zuordnung
Kompetenzbereich Information
Perspektiven T, I
Schwerpunkt Zielgerichtete und selbstständige Suche nach Informationen und Daten
Kompetenz Die Suche nach Informationen und Daten mit geeigneten Strategien planen und durchführen, geeignete Quellen nutzen und gefundene Informationen vergleichend hinterfragen.

Lernziele

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Die Schülerinnen und Schüler können:

  • ein Recherchethema in eine klare Suchfrage überführen;
  • Schlüsselbegriffe, Synonyme und relevante Fachbegriffe entwickeln;
  • Anführungszeichen und einfache Suchoperatoren gezielt einsetzen;
  • unterschiedliche Quellenarten passend zur Fragestellung auswählen;
  • Autorenschaft, Herausgeber, Datum und Belege prüfen;
  • Informationen aus mehreren Quellen vergleichen;
  • zwischen Daten, Behauptungen, Meinungen und Interpretationen unterscheiden;
  • den eigenen Rechercheweg nachvollziehbar dokumentieren;
  • bei widersprüchlichen Ergebnissen weiterrecherchieren statt vorschnell zu entscheiden;

Lerninhalte

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Suchanlässe und Suchziele klären

[Bearbeiten]

Eine offene Frage wie „Was ist mit Klima?“ ist zu breit. Eine recherchierbare Frage benennt Thema, Zeitraum oder Vergleich. Ein klares Ziel hilft auch bei der Entscheidung, ob ein Lexikon, eine Statistik, eine Nachricht, ein wissenschaftlicher Text oder eine Behördenseite benötigt wird.

Vor der Suche wird deshalb festgelegt, welche Information am Ende tatsächlich gebraucht wird und wie genau sie sein muss.

Geeignete Suchbegriffe entwickeln

[Bearbeiten]

Gute Suchbegriffe enthalten die wichtigsten Fachwörter. Synonyme und verwandte Begriffe verbessern die Treffermenge. Statt ganzer Fragesätze kann eine Kombination aus präzisen Kernbegriffen oft effizienter sein.

Unbekannte Fachbegriffe werden zunächst geklärt und anschließend für weitere Suchschritte genutzt.

Suchstrategien und Suchoperatoren anwenden

[Bearbeiten]

Anführungszeichen können eine exakte Wortfolge suchen. Ein Minuszeichen oder anbieterspezifische Operatoren können Ergebnisse eingrenzen; die genaue Funktionsweise unterscheidet sich je nach Suchdienst.

Entscheidend ist nicht das Auswendiglernen vieler Operatoren, sondern die iterative Strategie: suchen → Treffer prüfen → Begriffe verbessern → erneut suchen.

Geeignete Quellen auswählen

[Bearbeiten]

Für rechtliche Vorgaben ist eine offizielle Stelle meist geeigneter als ein beliebiger Blog. Für aktuelle Ereignisse sind etablierte Nachrichtenquellen sinnvoll; für Überblickswissen können Lexika den Einstieg bieten.

Quellenwahl hängt vom Zweck ab. Eine persönliche Erfahrung kann für einen Erfahrungsbericht passend sein, aber nicht als alleiniger Beleg für eine statistische Aussage.

Informationen und Daten vergleichend prüfen

[Bearbeiten]

Eine wichtige Behauptung sollte möglichst mit unabhängigen Quellen verglichen werden. Stimmen Zahlen überein? Beziehen sie sich auf denselben Zeitraum und dieselbe Definition? Gibt es Originaldaten?

Widersprüche sind kein Grund zum Abbruch, sondern ein Signal, genauer nach Definitionen, Aktualität und Herkunft zu suchen.

Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit einschätzen

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Hilfreiche Prüffragen sind: Wer veröffentlicht? Welche Fachkompetenz oder institutionelle Verantwortung besteht? Wann wurde der Inhalt aktualisiert? Werden Belege genannt? Gibt es erkennbare wirtschaftliche oder andere Interessen?

Ein professionelles Design allein beweist keine Verlässlichkeit.

Rechercheergebnisse dokumentieren und ordnen

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Suchbegriffe, wichtige Links, Titel, Herausgeber und Kernaussagen sollten während der Recherche notiert werden. Für längere Aufgaben helfen Tabellen oder strukturierte Notizen.

Dateien und Downloads erhalten eindeutige Namen und werden in passenden Ordnern gespeichert. So bleibt nachvollziehbar, welche Quelle zu welcher Aussage gehört.

Beispiele aus schulischen und lebensnahen Rechercheanlässen

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Geeignete Themen sind Verkehr, Energie, Gesundheit, Mediennutzung, Geschichte oder Naturwissenschaft. Bei praktischen Fragen gelten dieselben Grundprinzipien: Ziel klären, Quelle passend wählen, Aktualität prüfen.

Bei personenbezogenen oder sensiblen Themen soll keine unnötige private Datenspur erzeugt werden.

Aufgaben für den Unterricht

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Rechercheaufträge präzisieren

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Arbeitsauftrag: Formuliert aus zu breiten Themen konkrete, überprüfbare Recherchefragen.

Erwartetes Ergebnis: präzise Fragestellungen.

Suchbegriffe gezielt entwickeln

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Arbeitsauftrag: Erstellt zu einer Frage Kernbegriffe, Synonyme, Fachbegriffe und gegebenenfalls Ausschlussbegriffe.

Erwartetes Ergebnis: Suchwortnetz.

Suchstrategien praktisch erproben

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Arbeitsauftrag: Führt mehrere Suchläufe durch und dokumentiert, wie sich Treffer durch präzisere Begriffe oder Anführungszeichen verändern.

Erwartetes Ergebnis: Suchprotokoll.

Quellenarten passend auswählen

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Arbeitsauftrag: Ordnet Fragestellungen passenden Quellenarten wie Behörde, Statistik, Fachportal, Lexikon oder Nachrichtenmedium zu.

Erwartetes Ergebnis: Quellenwahl mit Begründung.

Informationen vergleichend prüfen

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Arbeitsauftrag: Vergleicht drei Quellen zur selben überprüfbaren Aussage und haltet Übereinstimmungen sowie Unterschiede fest.

Erwartetes Ergebnis: Quellenvergleich.

Daten und Informationen unterscheiden

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Arbeitsauftrag: Markiert in einem Beispieltext Zahlenwerte, Datenbasis, Behauptungen und Interpretationen getrennt.

Erwartetes Ergebnis: annotierter Text.

Recherchewege dokumentieren

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Arbeitsauftrag: Legt für eine Recherche eine nachvollziehbare Liste aus Suchfrage, Suchbegriffen, Quellen und Kernaussagen an.

Erwartetes Ergebnis: Recherchejournal.

Qualität von Quellen beurteilen

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Arbeitsauftrag: Bewertet ausgewählte Quellen nach Autorenschaft, Aktualität, Belegen, Zweck und möglicher Interessenlage.

Erwartetes Ergebnis: Bewertungsraster.

Rechercheaufträge selbstständig lösen

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Arbeitsauftrag: Bearbeitet eine neue Frage vom Suchplan bis zur kurzen, quellenbasierten Antwort.

Erwartetes Ergebnis: Mini-Recherche.

Reflexion zum Abschluss

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Arbeitsauftrag: Beschreibe zwei Änderungen an deinem Suchverhalten, die deine nächste Recherche verlässlicher machen.

Erwartetes Ergebnis: Reflexion.

Selbstcheck

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  • Ich kann den Schwerpunkt „Zielgerichtete und selbstständige Suche nach Informationen und Daten“ mit eigenen Worten erklären.
  • Ich kann ein Recherchethema in eine klare Suchfrage überführen.
  • Ich kann Schlüsselbegriffe, Synonyme und relevante Fachbegriffe entwickeln.
  • Ich kann Anführungszeichen und einfache Suchoperatoren gezielt einsetzen.
  • Ich kann unterschiedliche Quellenarten passend zur Fragestellung auswählen.
  • Ich kann Autorenschaft, Herausgeber, Datum und Belege prüfen.

Siehe auch

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