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DGB 3: Digitale Identitaet und Reputation: Unterschied zwischen den Versionen

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Die kompakt formulierten Lernziele unterstützen den bewussten Umgang mit digitalen Selbstdarstellungen und helfen dabei, Chancen, Risiken und Folgen eigener Online-Aktivitäten für Identität, Wirkung, Sichtbarkeit und langfristige Reputation einzuordnen. Lernziele Die Schülerinnen und Schüler können:
Profile, Beiträge, Kommentare, Bilder, Nutzernamen und öffentliche Interaktionen prägen, wie eine Person online wahrgenommen wird. Diese '''digitale Identität''' ist nicht identisch mit der gesamten Person, kann aber langfristig Wirkung entfalten. Deshalb sind Privatsphäre, Kontext und bewusste Selbstdarstellung wichtig.


== 12.1 Lernziele ==
== Lehrplanbezug ==


* erklären, was unter digitaler Identität und digitaler Reputation verstanden wird.
{| class="wikitable"
* beschreiben, wie Profile, Beiträge, Kommentare und Interaktionen das digitale Bild einer Person prägen.
! Bereich
* eigene digitale Identitäten reflektiert gestalten und an verschiedene Kontexte anpassen.
! Zuordnung
* Risiken für die eigene digitale Reputation erkennen und einschätzen.
|-
* Strategien zum Schutz von Sichtbarkeit, Privatsphäre und Ansehen anwenden.
| '''Kompetenzbereich'''
* verantwortungsvolle Entscheidungen über Inhalte, Sprache, Bilder und Freigaben treffen.
| Kommunikation
|-
| '''Perspektiven'''
| G, I
|-
| '''Schwerpunkt'''
| Eigene digitale Identitäten reflektiert gestalten und die digitale Reputation schützen
|-
| '''Kompetenz'''
| Eigene digitale Identitäten reflektiert gestalten sowie die eigene digitale Reputation verfolgen und mit geeigneten Strategien schützen.
|}


== 12.2 Lerninhalte ==
== Lernziele ==


Die Lerninhalte verbinden Selbstdarstellung, Datenschutz, Kommunikationsverhalten und langfristige Wirkungen digitaler Spuren, damit sichtbar wird, wie digitale Identitäten entstehen, wie Reputation beeinflusst wird und wie beides aktiv, bewusst und geschützt gestaltet werden kann.
Die Schülerinnen und Schüler können:
 
* digitale Identität und digitale Reputation unterscheiden;
* Bausteine digitaler Selbstdarstellung benennen;
* unterschiedliche Rollen in Schule, Freizeit und Öffentlichkeit berücksichtigen;
* erklären, wie digitale Spuren entstehen und weitergegeben werden können;
* Privatsphäre-Einstellungen als Schutzinstrument einordnen;
* Risiken durch unbedachte Beiträge, Markierungen und Weiterleitungen erkennen;
* positive und authentische digitale Präsenz planen;
* bei problematischen Inhalten geeignete Reaktions- und Hilfswege nennen;
* die eigene digitale Reputation reflektieren, ohne unnötig private Daten offenzulegen;
 
== Lerninhalte ==


=== Was digitale Identität bedeutet ===
=== Was digitale Identität bedeutet ===


Das Verständnis digitaler Identität wird besonders klar, wenn persönliche Profile, Kommunikationsformen und sichtbare Spuren im Netz gemeinsam betrachtet werden und dadurch deutlich wird, dass Online-Auftritte nicht zufällig, sondern fortlaufend mitgestaltet werden. Digitale Identität umfasst die Art und Weise, wie eine Person in digitalen Räumen erscheint, wahrgenommen wird und sich selbst darstellt. Dazu gehören Nutzername, Profilbild, Beschreibungstexte, Beiträge, Kommentare, Likes, geteilte Inhalte, Bilder, Sprachstil und die Wahl von Plattformen. Auch indirekte Spuren wie Markierungen, Erwähnungen oder Inhalte anderer Personen können Teil dieser digitalen Identität werden. Eine digitale Identität ist selten nur ein einziges Profil. Viele Menschen bewegen sich gleichzeitig in verschiedenen digitalen Umgebungen, etwa in Messengergruppen, Lernplattformen, sozialen Netzwerken, Onlinespielen, Videoplattformen oder beruflichen Netzwerken. Dort zeigen sie oft unterschiedliche Seiten von sich. Eine Person kann in einem privaten Netzwerk locker und humorvoll auftreten, in einer schulischen Lernplattform sachlich und organisiert und in einem
Digitale Identität umfasst Informationen und Handlungen, die einer Person online zugeordnet werden können: Profile, Nutzernamen, Posts, Kommentare, Fotos oder Beiträge in Lernplattformen.


öffentlichen Profil kreativ oder fachlich interessiert. Wichtig ist, dass digitale Identität nicht nur aus dem besteht, was absichtlich veröffentlicht wird. Auch Reaktionen, Fotos anderer, alte Beiträge oder Suchergebnisse tragen dazu bei, welches Bild von einer Person entsteht. Deshalb ist digitale Identität immer sowohl Selbstgestaltung als auch Fremdwahrnehmung. Bestandteile: Profil, Bild, Name, Beitrag, Kommentar Orte: Lernplattform, Netzwerk, Messenger, Spiel, Forum Wirkungen: Eindruck, Sichtbarkeit, Wiedererkennbarkeit, Zuordnung, Wahrnehmung
Menschen können je nach Kontext unterschiedliche Rollen zeigen. Ein Schulprofil braucht andere Informationen als ein Gaming-Account oder ein öffentliches Portfolio.


=== Wie digitale Reputation entsteht ===
=== Wie digitale Reputation entsteht ===


Die digitale Reputation beschreibt den Ruf einer Person im Netz und entwickelt sich durch wiederkehrende Eindrücke, beobachtbares Verhalten und die Art, wie andere Menschen Inhalte aufnehmen, weitergeben und bewerten. Digitale Reputation entsteht aus vielen kleinen Signalen. Dazu gehören verfasste Beiträge, sprachlicher Umgangston, Zuverlässigkeit in Gruppenarbeiten, Qualität geteilter Inhalte, öffentliche Kommentare, Reaktionen auf Konflikte oder der Umgang mit Kritik. Auch ältere Inhalte können weiterhin sichtbar sein und die Wahrnehmung beeinflussen. Dadurch baut sich im Lauf der Zeit ein digitales Bild auf, das positiv, neutral oder problematisch wirken kann. Besonders wichtig ist, dass Reputation nicht nur von Absicht abhängt. Ein unbedachter Kommentar, ein verletzendes Meme, ein peinliches Bild oder ein aggressiver Streit kann stärker in Erinnerung bleiben als viele sachliche Beiträge. Umgekehrt können hilfreiche Erklärungen, faire Kommunikation, verlässliche Zusammenarbeit oder kreative Projekte einen positiven Eindruck hinterlassen. Reputation entsteht also aus Wiederholung, Kontext und Wirkung. Im schulischen und später beruflichen Leben kann digitale Reputation relevant werden, etwa wenn Beiträge öffentlich gefunden werden, bei Bewerbungen auftauchen oder in Gruppen die Zusammenarbeit beeinflussen. Deshalb lohnt es sich, Reputation nicht als Nebeneffekt, sondern als gestaltbaren Teil digitaler Präsenz zu verstehen. Einflüsse: Tonfall, Verhalten, Bildauswahl, Kommentare, Reaktionen Positive Spuren: Hilfsbereitschaft, Sachlichkeit, Kreativität, Verlässlichkeit, Respekt Risiken: Streit, Bloßstellung, Beleidigung, Peinlichkeit, Unbedachtheit
Reputation ist der Eindruck, den andere über eine Person gewinnen. Sie entsteht nicht nur durch eigene Beiträge, sondern auch durch Markierungen, Kommentare anderer oder weitergeleitete Inhalte.
 
Ein einzelner Inhalt kann aus seinem ursprünglichen Kontext gelöst werden und später anders wirken.


=== Bausteine der eigenen Selbstdarstellung ===
=== Bausteine der eigenen Selbstdarstellung ===


Die bewusste Gestaltung einzelner Profilelemente erleichtert eine reflektierte digitale Präsenz, weil schon kleine Entscheidungen bei Namen, Bildern, Beschreibungen und Themenfeldern darüber mitentscheiden, wie glaubwürdig, offen, kreativ oder professionell eine Person wirkt. Zur digitalen Selbstdarstellung gehören sichtbare und leicht erkennbare Elemente. Ein Nutzername kann verspielt, anonym, sachlich oder professionell wirken. Ein Profilbild kann freundlich, kreativ, neutral oder unangemessen erscheinen. Auch Kurzbeschreibungen, Interessenlisten, verlinkte Inhalte oder öffentliche Favoriten senden Signale über die eigene Person. Wer digitale Identität bewusst gestalten will, sollte sich fragen, welches Bild dadurch entsteht.
Profilbild, Biografie, Sprache, Themen, Kommentare und veröffentlichte Medien tragen zur Wahrnehmung bei. Dabei sollte zwischen sinnvoller Information und unnötiger Preisgabe persönlicher Daten unterschieden werden.


Unterschiedliche Plattformen verlangen unterschiedliche Formen der Selbstdarstellung. Auf einer Lernplattform sind Klarheit, Wiedererkennbarkeit und Verlässlichkeit wichtig. In einem kreativen Netzwerk können Interessen, Projekte oder gestalterische Fähigkeiten stärker im Vordergrund stehen. In berufsbezogenen Kontexten zählen Übersichtlichkeit, Seriosität und ein respektvoller Auftritt. Eine reflektierte Gestaltung bedeutet deshalb nicht, überall gleich aufzutreten, sondern die Darstellung passend zum Zweck zu wählen. Auch Sprache und Regelmäßigkeit gehören zur Selbstdarstellung. Wer häufig freundlich, verständlich und fair kommuniziert, wirkt anders als jemand, der impulsiv, abwertend oder unklar schreibt. Digitale Identität entsteht daher nicht nur im Profil, sondern in allen sichtbaren Handlungen. Elemente: Nutzername, Profilbild, Bio, Link, Thema Wirkungen: kreativ, seriös, freundlich, chaotisch, respektvoll Kontexte: privat, schulisch, öffentlich, kreativ, beruflich
Bei Jugendlichen bedeutet eine gute digitale Präsenz nicht, private Lebensläufe öffentlich zu stellen, sondern passend und respektvoll zum jeweiligen Kontext aufzutreten.


=== Unterschiedliche Rollen und Kontexte beachten ===
=== Unterschiedliche Rollen und Kontexte beachten ===


Eine reflektierte digitale Identität berücksichtigt, dass Menschen je nach Plattform, Zielgruppe und Situation unterschiedliche Rollen einnehmen und deshalb nicht jede Form der Selbstdarstellung in jedem digitalen Raum gleich passend oder sinnvoll ist. Viele Menschen bewegen sich online gleichzeitig in mehreren Rollen. Eine Schülerin oder ein Schüler ist vielleicht Lernende oder Lernender in der Schulcloud, Freundin oder Freund im Messenger, Teammitglied in einer Projektgruppe, Spielpartnerin oder Spielpartner in einer Gaming-Community und vielleicht auch kreative Person auf einer Videoplattform. Diese Rollen überschneiden sich manchmal, sollten aber nicht immer gleich sichtbar oder gleich gestaltet sein. Gerade deshalb ist Kontextbewusstsein wichtig. Ein humorvoller Kommentar unter einem privaten Beitrag kann in einem öffentlichen oder schulischen Zusammenhang unpassend wirken. Ein Bild, das im Freundeskreis unproblematisch erscheint, kann in einem anderen Umfeld irritierend, unprofessionell oder missverständlich aufgenommen werden. Digitale Identität braucht daher eine bewusste Unterscheidung zwischen privaten, halböffentlichen und öffentlichen Räumen. Reflektierte Gestaltung bedeutet nicht, unecht zu sein, sondern situationsangemessen zu handeln. Wer digitale Kontexte unterscheiden kann, schützt die eigene Reputation besser und kommuniziert zielgerichteter. Diese Fähigkeit wird besonders wichtig, wenn Inhalte leicht weitergeleitet, gespeichert oder aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang herausgelöst werden können. Rollen: Lernende, Freund, Teammitglied, Creator, Bewerber Räume: privat, halböffentlich, öffentlich, schulisch, beruflich Anforderungen: passend, bewusst, zielgerichtet, respektvoll, klar
Was im engen Freundeskreis passend ist, kann in einer öffentlichen Umgebung anders wirken. Plattformen und Gruppen unterscheiden sich hinsichtlich Sichtbarkeit und Zielgruppe.
 
Vor dem Posten hilft die Frage: Würde ich diese Information auch in einem größeren, mir unbekannten Publikum zeigen?


=== Digitale Spuren und langfristige Sichtbarkeit ===
=== Digitale Spuren und langfristige Sichtbarkeit ===


Das Nachdenken über digitale Spuren vertieft das Verantwortungsbewusstsein, weil viele
Screenshots, Weiterleitungen, Suchmaschinen und Archivierung können Inhalte länger sichtbar machen als erwartet. Löschen reduziert Sichtbarkeit, garantiert aber nicht, dass jede Kopie verschwindet.


Inhalte nicht nur im Moment wirken, sondern gespeichert, geteilt, kopiert oder durch Suchfunktionen später wieder auffindbar und neu bewertet werden können. Digitale Spuren entstehen fast immer dann, wenn Menschen online kommunizieren, posten, liken, kommentieren, hochladen oder sich registrieren. Manche Spuren werden bewusst gesetzt, etwa durch ein Profil oder einen Beitrag. Andere entstehen indirekt, etwa durch automatische Protokolle, Markierungen, Screenshots, Verlinkungen oder Weiterleitungen. Dadurch bleibt mehr sichtbar, als viele zunächst vermuten. Besonders bedeutsam ist die zeitliche Wirkung. Ein alter Beitrag, ein peinliches Foto oder eine aggressive Diskussion kann auch nach Monaten oder Jahren noch auffindbar sein. Das betrifft nicht nur große öffentliche Plattformen, sondern manchmal auch Gruppenräume, Cloudordner oder geteilte Inhalte. Was im Moment harmlos scheint, kann später in einem anderen Kontext anders wirken, etwa bei Schulwechsel, Praktika oder Bewerbungen. Die eigene digitale Reputation zu verfolgen bedeutet deshalb auch, die langfristige Sichtbarkeit mitzudenken. Wer Inhalte veröffentlicht, sollte sich fragen, ob sie auch später noch vertretbar erscheinen, aus dem Zusammenhang gerissen werden könnten oder die eigene Wirkung unbeabsichtigt verändern. Spuren: Post, Like, Kommentar, Screenshot, Markierung Folgen: Auffindbarkeit, Erinnerung, Weiterleitung, Fehlkontext, Dauerwirkung Fragen: Bleibt sichtbar, passt später, wer sieht, wer teilt
Deshalb ist die Entscheidung vor der Veröffentlichung besonders wichtig.


=== Chancen bewusster digitaler Identitäten ===
=== Chancen bewusster digitaler Identitäten ===


Eine aktive und durchdachte Gestaltung digitaler Identitäten eröffnet viele Möglichkeiten, weil Interessen, Fähigkeiten und Haltungen sichtbar gemacht werden können und dadurch positive Kontakte, Anerkennung und neue Lern- oder Beteiligungschancen entstehen. Digitale Identitäten sind nicht nur mit Risiken verbunden. Sie können auch helfen, Stärken sichtbar zu machen. Wer eigene Projekte, kreative Arbeiten, sachliche Beiträge oder hilfreiche Erklärungen teilt, kann Kompetenz, Engagement und Zuverlässigkeit zeigen. In schulischen Projekten kann das etwa durch gut strukturierte Beiträge, faire Zusammenarbeit oder anschauliche Präsentationen sichtbar werden. In kreativen Kontexten können Bilder, Videos, Texte oder Audioformate persönliche Talente zeigen. Auch soziale und gesellschaftliche Beteiligung kann gestärkt werden. Menschen können sich mit Themen positionieren, an Diskussionen teilnehmen, für Anliegen werben oder hilfreiche Informationen teilen. Eine bewusst gestaltete digitale Identität kann daher Ausdruck von Interessen, Verantwortungsgefühl und Persönlichkeit sein. Gerade Jugendliche erleben digitale Räume oft als Orte, an denen sie Zugehörigkeit, Anerkennung und Selbstwirksamkeit erfahren. Wichtig ist, dass diese Chancen nicht zufällig genutzt werden, sondern reflektiert. Positive digitale Präsenz entsteht dort, wo Inhalte bewusst gewählt, Sprache verantwortungsvoll eingesetzt und Sichtbarkeit aktiv gestaltet werden. Chancen: Sichtbarkeit, Anerkennung, Teilhabe, Kreativität, Vernetzung Stärken: Kompetenz, Engagement, Stil, Verlässlichkeit, Interessen Beispiele: Projektbeitrag, Erklärvideo, Portfolio, Blog, Teamarbeit
Digitale Räume ermöglichen Kreativität, fachliche Interessen, Zusammenarbeit und gesellschaftliche Beteiligung. Ein gutes Projektportfolio kann Leistungen und Interessen sichtbar machen.
 
Ziel ist nicht, online möglichst wenig zu tun, sondern die eigene Präsenz selbstbestimmt zu gestalten.


=== Risiken für digitale Identität und Reputation ===
=== Risiken für digitale Identität und Reputation ===


Eine realistische Betrachtung digitaler Identität verlangt den Blick auf Gefahren, weil unbedachte Inhalte, fremde Zuschreibungen und problematische Kommunikationsformen das eigene Bild im Netz nachhaltig beeinträchtigen können. Risiken entstehen zum Beispiel durch impulsive Kommentare, verletzende Sprache, unangemessene Bilder, das Mitmachen bei abwertenden Trends oder die unkritische Weitergabe von Inhalten. Auch ironische oder humorvoll gemeinte Beiträge können in anderen Kontexten missverstanden werden. Ebenso problematisch sind fremde Veröffentlichungen, etwa wenn andere Personen Fotos hochladen, markieren oder Aussagen zuschreiben, die das eigene Bild negativ beeinflussen. Ein weiteres Risiko besteht in der Vermischung von Kontexten. Inhalte, die für Freundinnen und Freunde gedacht sind, können in öffentliche oder schulische Räume gelangen. Auch Profile mit sehr vielen persönlichen Informationen, öffentlichen Standorten oder offenen Kontaktmöglichkeiten können problematisch werden. Digitale Reputation wird nicht nur durch spektakuläre Vorfälle beschädigt, sondern oft durch viele kleine unachtsame Entscheidungen. Für den Schutz der eigenen Reputation ist deshalb wichtig, Risiken früh zu erkennen. Wer die Wirkung von Sprache, Bildern, Gruppenverhalten und Weiterleitungen bedenkt, kann problematische Situationen eher vermeiden und die eigene Präsenz bewusster steuern. Risiken: Peinlichkeit, Bloßstellung, Streit, Fehlkontext, Fremdpost Auslöser: Kommentar, Bild, Markierung, Trend, Weiterleitung Folgen: Rufschaden, Missverständnis, Ausschluss, Unsicherheit, Belastung
Unpassende öffentliche Beiträge, Identitätsmissbrauch, gefälschte Profile, Cybermobbing oder kompromittierte Konten können Reputation und Wohlbefinden beeinträchtigen.
 
Bei Angriffen oder problematischen Inhalten sollten Betroffene Beweise sichern, melden und Unterstützung durch vertrauenswürdige Erwachsene bzw. zuständige Stellen suchen.


=== Strategien zum Schutz der eigenen digitalen Reputation ===
=== Strategien zum Schutz der eigenen digitalen Reputation ===


Der Schutz digitaler Reputation gelingt besonders dann, wenn technische Einstellungen, bewusste Veröffentlichungsentscheidungen und ein respektvoller Kommunikationsstil zusammenwirken und dadurch Sichtbarkeit, Wirkung und Kontrolle besser gesteuert werden können. Zu den wichtigsten Schutzstrategien gehört das Prüfen von Privatsphäre-Einstellungen. Sichtbarkeit von Profilen, Bildern, Kontaktmöglichkeiten oder Storys sollte bewusst geregelt werden. Ebenso wichtig ist, vor dem Veröffentlichen kurz zu prüfen, wie ein Inhalt auf andere wirken könnte. Hilfreiche Fragen sind: Passt dieser Beitrag zu mir? Würde ich ihn auch später noch vertreten? Könnte er in einem anderen Kontext problematisch wirken? Betrifft er auch andere Personen? Eine weitere Strategie ist das aktive Verfolgen der eigenen digitalen Präsenz. Dazu gehört, Profile regelmäßig zu überprüfen, ältere Inhalte zu sichten, problematische Beiträge zu löschen oder Freigaben anzupassen. Auch das Gespräch mit anderen spielt eine Rolle, etwa wenn unerwünschte Fotos entfernt oder Markierungen geändert werden sollen. Ein respektvoller Kommunikationsstil schützt Reputation ebenfalls, weil Sprache und Verhalten oft stärker wirken als einzelne Profilelemente. Schutz bedeutet daher nicht Rückzug aus digitalen Räumen, sondern bewusste Gestaltung. Wer Technik, Inhalt und Wirkung zusammendenkt, kann digital sichtbar sein und zugleich das
Privatsphäre-Einstellungen, starke Passwörter, Mehrfaktor-Schutz und bewusste Freigaben reduzieren Risiken. Markierungen und öffentliche Profilfelder sollten regelmäßig geprüft werden.


eigene Ansehen besser absichern. Strategien: prüfen, einstellen, löschen, anpassen, nachfragen Schutzmittel: Privatsphäre, Sichtbarkeit, Passwort, Meldung, Kontrolle Leitfragen: Passt zu mir, bleibt vertretbar, wer sieht, wen betrifft
Bei Konflikten gilt: nicht impulsiv eskalieren, sondern sachlich dokumentieren, blockieren oder melden und Hilfe holen.


=== Eigene digitale Präsenz beobachten und weiterentwickeln ===
=== Eigene digitale Präsenz beobachten und weiterentwickeln ===


Die bewusste Beobachtung der eigenen digitalen Präsenz unterstützt eine langfristige Entwicklung, weil Identitäten und Reputationen nicht einmalig festgelegt werden, sondern sich durch neue Erfahrungen, Interessen und Entscheidungen fortlaufend verändern lassen. Digitale Identität ist kein starres Ergebnis. Menschen verändern Interessen, Kommunikationsstile und Ziele, und damit kann sich auch die digitale Selbstdarstellung weiterentwickeln. Wer früher vor allem spielbezogene Inhalte geteilt hat, möchte später vielleicht Projekte, Lerninteressen oder kreative Arbeiten stärker sichtbar machen. Eine reflektierte digitale Präsenz wird deshalb regelmäßig überprüft und angepasst. Zur Beobachtung gehört, sich selbst aus Sicht anderer zu betrachten. Welche Profile sind öffentlich sichtbar? Welche Beiträge prägen den ersten Eindruck? Welche Themen tauchen besonders häufig auf? Werden Stärken, Interessen und Werte so sichtbar, wie es gewünscht ist? Diese Fragen helfen dabei, die eigene Reputation nicht nur gegen Risiken zu schützen, sondern auch aktiv weiterzuentwickeln. Im schulischen Kontext kann dies zum Beispiel bedeuten, digitale Projektbeiträge sorgfältiger zu dokumentieren, respektvoller zu kommunizieren oder öffentliche Profile bewusster zu gestalten. So wird digitale Identität nicht nur geschützt, sondern auch als lernbarer und veränderbarer Bereich verstanden. Entwicklung: überprüfen, anpassen, ordnen, ergänzen, verändern Beobachtung: erster Eindruck, Sichtbarkeit, Themen, Wirkung, Stil Ziele: Klarheit, Stimmigkeit, Schutz, Weiterentwicklung, Selbststeuerung
Reflexion kann mit fiktiven Profilen, Checklisten oder freiwilligen öffentlichen Beispielen erfolgen. Schülerinnen und Schüler sollen nicht verpflichtet werden, private Konten oder Suchergebnisse über die eigene Person offenzulegen.
 
Wichtig ist die übertragbare Kompetenz: Wirkung abschätzen, Sichtbarkeit kontrollieren und Entscheidungen begründen.
 
== Aufgaben für den Unterricht ==
 
=== Digitale Rollen sichtbar machen ===
 
'''Arbeitsauftrag:''' Ordnet fiktive Profilinformationen den Kontexten Schule, Freundeskreis, Hobby und Öffentlichkeit zu.
 
'''Erwartetes Ergebnis:''' Kontextmatrix.
 
=== Profile und Beiträge analysieren ===
 
'''Arbeitsauftrag:''' Prüft fiktive Profile auf Zielgruppe, Privatsphäre, Ton und unnötige persönliche Angaben.
 
'''Erwartetes Ergebnis:''' Profilanalyse.
 
=== Den ersten Eindruck vergleichen ===
 
'''Arbeitsauftrag:''' Vergleicht zwei unterschiedlich gestaltete Profile derselben fiktiven Person und beschreibt die Wirkung.
 
'''Erwartetes Ergebnis:''' Wirkungsvergleich.


== 12.4 Aufgaben für den Unterricht ==
=== Digitale Spuren verfolgen ===


=== 12.4.1 Digitale Rollen sichtbar machen ===
'''Arbeitsauftrag:''' Zeichnet, wie ein Post durch Teilen, Screenshot und Suche einen größeren Empfängerkreis erreichen kann.


Der Vergleich unterschiedlicher digitaler Rollen unterstützt die Lernenden dabei, zwischen privaten, schulischen, öffentlichen und kreativen Auftritten zu unterscheiden und zu erkennen, dass digitale Identitäten je nach Zielgruppe und Kontext bewusst angepasst werden sollten. Die Schülerinnen und Schüler sammeln typische digitale Rollen, etwa Lernende auf einer Schulplattform, Person im Freundeskreis, Gamerin oder Gamer, Creator, Teammitglied oder Bewerberin beziehungsweise Bewerber. In Kleingruppen beschreiben sie, wie sich Nutzername, Bildsprache, Sprache, Themen und Sichtbarkeit in diesen Rollen unterscheiden könnten. Danach entwickeln sie für zwei ausgewählte Rollen kurze Profilskizzen und begründen, warum dieselbe Person online in unterschiedlichen Kontexten verschieden auftreten kann. Die Aufgabe ist besonders lernwirksam, weil sie Identitätsarbeit mit Kontextbewusstsein und Kommunikationsreflexion verbindet. Rollen: Lernende, Freundeskreis, Creator, Teammitglied, Bewerber Aspekte: Name, Bild, Sprache, Thema, Sichtbarkeit Kompetenzen: unterscheiden, einordnen, gestalten, reflektieren Produkte: Profilskizze, Rollenvergleich
'''Erwartetes Ergebnis:''' Verbreitungsdiagramm.


=== 12.4.2 Profile und Beiträge analysieren ===
=== Privatsphäre-Einstellungen planen ===


Die genaue Untersuchung beispielhafter Profile und Beiträge schärft den Blick dafür, wie schon kleine Elemente der Selbstdarstellung einen bestimmten Eindruck erzeugen und die digitale Reputation positiv, neutral oder problematisch beeinflussen können. Die Klasse arbeitet mit fiktiven oder didaktisch vereinfachten Profilen, Beiträgen und Kommentaren. Die Schülerinnen und Schüler markieren, welche Elemente besonders auffallen, etwa Profilbild, Nutzername, Tonfall, Themenwahl, Bilder oder öffentliche Reaktionen. Danach beschreiben sie, welcher Eindruck jeweils entsteht und ob das Profil eher freundlich, kreativ, respektvoll, chaotisch, unüberlegt oder professionell wirkt. In einem zweiten Schritt formulieren sie Verbesserungsvorschläge, um das digitale Bild bewusster zu gestalten. Diese Aufgabe ist besonders lernstark, weil sie Wirkung, Sprache und Gestaltung direkt miteinander verknüpft. Elemente: Profilbild, Nutzername, Beitrag, Kommentar, Bio Wirkungen: freundlich, kreativ, unklar, respektvoll, problematisch Kompetenzen: analysieren, deuten, beurteilen, verbessern Produkte: Analysebogen, Profilfazit
'''Arbeitsauftrag:''' Entwickelt für ein fiktives Konto sinnvolle Sichtbarkeits- und Freigabeeinstellungen.


=== 12.4.3 Den ersten Eindruck vergleichen ===
'''Erwartetes Ergebnis:''' Einstellungsplan.


Der Fokus auf den ersten digitalen Eindruck macht besonders deutlich, dass Online-Profile häufig schnell beurteilt werden und deshalb bewusste Entscheidungen über Sichtbarkeit, Sprache und Bildauswahl einen großen Einfluss auf Wahrnehmung und Reputation haben. Die Schülerinnen und Schüler betrachten mehrere kurze Profilansichten oder Beitragsausschnitte für wenige Sekunden und notieren spontan ihren ersten Eindruck. Danach analysieren sie gemeinsam, welche Elemente diese Wirkung ausgelöst haben. Im nächsten Schritt vergleichen sie den spontanen Eindruck mit einer genaueren zweiten Betrachtung und besprechen, warum erste digitale Eindrücke stark, aber nicht immer vollständig oder gerecht sind. Die Aufgabe ist besonders wirksam, weil sie Wahrnehmung, Urteil und Reflexion über Selbstdarstellung miteinander verbindet. Impulse: erster Eindruck, Wirkung, Deutung, Korrektur Fokus: Bild, Sprache, Thema, Ton, Übersicht Kompetenzen: wahrnehmen, vergleichen, begründen, reflektieren Produkte: Eindrucksnotiz, Vergleichsauswertung
=== Problematische Beiträge überarbeiten ===


=== 12.4.4 Digitale Spuren verfolgen ===
'''Arbeitsauftrag:''' Überarbeitet Posts mit unnötigen Daten, beleidigendem Ton oder missverständlichem Kontext.


Die bewusste Suche nach digitalen Spuren fördert langfristiges Denken, weil Lernende erkennen, dass Beiträge, Kommentare, Markierungen und geteilte Inhalte auch später noch sichtbar sein und in neuen Zusammenhängen anders bewertet werden können. Die Schülerinnen und Schüler erstellen zunächst eine Übersicht darüber, welche Arten digitaler Spuren grundsätzlich entstehen können, etwa Posts, Likes, Screenshots, Markierungen, Kommentare oder gespeicherte Profile. Danach bearbeiten sie Fallbeispiele, in denen ältere oder indirekte Inhalte später wieder relevant werden. Anschließend notieren sie, welche Spuren sie selbst im Alltag besonders häufig erzeugen und welche davon sie stärker bedenken oder kontrollieren sollten. Die Aufgabe ist besonders lernförderlich, weil sie Gegenwartsverhalten mit Langzeitwirkung verbindet. Spuren: Post, Like, Kommentar, Screenshot, Markierung Folgen: Sichtbarkeit, Erinnerung, Weiterleitung, Fehlkontext, Dauerwirkung Kompetenzen: erkennen, zuordnen, einschätzen, reflektieren Produkte: Spurübersicht, Fallanalyse
'''Erwartetes Ergebnis:''' verbesserte Beiträge.


=== 12.4.5 Privatsphäre-Einstellungen planen ===
=== Perspektiven anderer einnehmen ===


Die Auseinandersetzung mit Sichtbarkeit und Freigaben stärkt die Handlungssicherheit der Lernenden, weil der Schutz digitaler Reputation nicht nur von Inhalten, sondern auch von bewusst gewählten Einstellungen und Reichweiten abhängt. Die Klasse erhält mehrere fiktive Plattformsituationen, etwa Profil sichtbar für alle, nur Freundinnen und Freunde, kommentierbar durch Unbekannte, öffentliche Markierungen oder offene Storys. In Gruppen entscheiden die Schülerinnen und Schüler, welche Einstellungen für unterschiedliche Kontexte sinnvoll wären, etwa für eine schulische Projektgruppe, ein privates Profil oder ein öffentliches Kreativkonto. Anschließend begründen sie ihre Entscheidungen mit Blick auf Schutz, Zielgruppe und gewünschte Wirkung. Diese Aufgabe ist besonders
'''Arbeitsauftrag:''' Bewertet einen Beitrag aus Sicht von Freund, Lehrkraft, unbekannter Person und späterem öffentlichen Publikum.


lernwirksam, weil sie technische Möglichkeiten mit Kommunikationszielen verbindet. Einstellungen: sichtbar, privat, kommentierbar, markierbar, teilbar Kontexte: schulisch, privat, öffentlich, kreativ, projektbezogen Kompetenzen: auswählen, absichern, begründen, beurteilen Produkte: Einstellungsplan, Kurzbegründung
'''Erwartetes Ergebnis:''' Perspektivenkarte.


=== 12.4.6 Problematische Beiträge überarbeiten ===
=== Eine positive digitale Präsenz entwerfen ===


Das Überarbeiten riskanter oder unpassender Inhalte macht besonders anschaulich, wie digitale Reputation durch Sprache, Bildwahl und Kontext beeinflusst wird und wie sich problematische Wirkung durch kleine Veränderungen deutlich verringern lässt. Die Schülerinnen und Schüler erhalten beispielhafte Posts, Kommentare, Bildunterschriften oder Profiltexte, die impulsiv, abwertend, unklar oder zu offen formuliert sind. In Partnerarbeit markieren sie kritische Stellen und formulieren anschließend eine überarbeitete Version, die respektvoller, klarer oder datensparsamer wirkt. Danach vergleichen sie Original und neue Fassung und erläutern, welche Wirkung sich verändert hat. Die Aufgabe ist besonders lernstark, weil sie Schutzdenken und Sprachbewusstsein praktisch anwendbar macht. Texte: Post, Kommentar, Profiltext, Bildunterschrift, Story Eingriffe: kürzen, umformulieren, entschärfen, schützen, klären Kompetenzen: prüfen, überarbeiten, absichern, reflektieren Produkte: Textvergleich, Wirkungsbegründung
'''Arbeitsauftrag:''' Gestaltet ein fiktives Projektprofil, das Interessen und Leistungen zeigt, ohne unnötige private Daten preiszugeben.


=== 12.4.7 Perspektiven anderer einnehmen ===
'''Erwartetes Ergebnis:''' Profilentwurf.


Der Perspektivenwechsel zeigt besonders deutlich, dass digitale Selbstdarstellung nicht nur aus eigener Sicht bewertet wird, sondern je nach Rolle und Interesse von Mitschülerinnen, Lehrkräften, Eltern oder zukünftigen Arbeitgebern unterschiedlich wahrgenommen werden kann. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten ein gemeinsames Fallbeispiel, etwa ein öffentliches Profil mit Bildern, Kommentaren und Projektbeiträgen. Gruppen übernehmen Rollen wie Freundin oder Freund, Lehrkraft, Elternteil, Teammitglied, Vereinsleitung oder Personalverantwortliche. Aus ihrer Perspektive beschreiben sie, welche Inhalte positiv wirken, welche Fragen entstehen und wo Risiken für die digitale Reputation sichtbar werden. Anschließend werden die Perspektiven im Plenum verglichen. Diese Aufgabe ist besonders lernförderlich, weil sie Fremdwahrnehmung und Selbsteinschätzung direkt zusammenführt. Rollen: Lehrkraft, Freundeskreis, Eltern, Teammitglied, Arbeitgeber Perspektiven: Eindruck, Sorge, Erwartung, Vertrauen, Risiko Kompetenzen: einnehmen, abwägen, erklären, reflektieren Produkte: Rollenkarte, Perspektivenvergleich
=== Schutzstrategien als Leitfaden entwickeln ===


=== 12.4.8 Eine positive digitale Präsenz entwerfen ===
'''Arbeitsauftrag:''' Sammelt Regeln zu Sichtbarkeit, Markierungen, Passwörtern, Meldung und Hilfesuche.


Die bewusste Entwicklung einer stimmigen digitalen Präsenz fördert Selbststeuerung, weil
'''Erwartetes Ergebnis:''' Schutzleitfaden.


Lernende eigene Interessen, Stärken und Kommunikationsziele in eine Form bringen, die sichtbar, passend und langfristig vertretbar ist. Die Schülerinnen und Schüler entwerfen ein fiktives oder reales Profil für einen bestimmten Zweck, etwa für ein schulisches Projekt, ein kreatives Portfolio oder ein öffentliches Themenprofil. Sie legen fest, welche Themen sichtbar sein sollen, welches Profilbild passend wäre, wie die Kurzbeschreibung formuliert wird und welche Beiträge den gewünschten Eindruck unterstützen. Danach begründen sie, warum ihre Gestaltung zu ihrer Zielgruppe und ihrem Kommunikationsziel passt. Die Aufgabe ist besonders wirksam, weil sie Schutz, Selbstdarstellung und bewusste Wirkung zusammenführt. Zwecke: Projektprofil, Portfolio, Themenprofil, Gruppenprofil, Lernprofil Bausteine: Bild, Name, Bio, Beitrag, Thema Kompetenzen: gestalten, auswählen, begründen, ausrichten Produkte: Profilentwurf, Gestaltungsbegründung
=== Reflexion zum Abschluss ===


=== 12.4.9 Schutzstrategien als Leitfaden entwickeln ===
'''Arbeitsauftrag:''' Formuliere, welche drei Fragen du dir vor einer öffentlichen Veröffentlichung stellen willst.


Die Erarbeitung konkreter Schutzstrategien stärkt die Selbstwirksamkeit der Lernenden, weil sie digitale Reputation nicht nur analysieren, sondern daraus alltagsnahe Regeln und Gewohnheiten für bewusste Veröffentlichung und Reaktion ableiten. Die Schülerinnen und Schüler sammeln zunächst typische Risikosituationen, etwa unbedachte Kommentare, unerwünschte Markierungen, offene Profile oder peinliche Gruppenbilder. Anschließend entwickeln sie in Gruppen konkrete Gegenstrategien, zum Beispiel Sichtbarkeit prüfen, Inhalte vor dem Posten überdenken, Markierungen kontrollieren, problematische Inhalte löschen oder andere um Entfernung bitten. Die Ergebnisse werden in einem Klassenleitfaden gebündelt und nach Schutzbereichen sortiert. Diese Aufgabe ist besonders lernwirksam, weil sie Analyse direkt in Handlungsmöglichkeiten überführt. Strategien: prüfen, löschen, begrenzen, anpassen, rückfragen Risiken: Markierung, Kommentar, Profiloffenheit, Fehlkontext, Weiterleitung Kompetenzen: ableiten, schützen, planen, reflektieren Produkte: Leitfaden, Strategiekarte
'''Erwartetes Ergebnis:''' persönliche Merkkarte.


=== 12.4.10 Reflexion zum Abschluss ===
== Selbstcheck ==


Eine strukturierte Abschlussreflexion sichert die Einsicht, dass digitale Identität und Reputation nicht zufällig entstehen, sondern durch wiederholte Entscheidungen in Profilgestaltung, Kommunikation, Sichtbarkeit und Reaktion auf andere aktiv mitgeformt werden. Zum Abschluss verfassen die Schülerinnen und Schüler einen Reflexionstext oder bearbeiten Satzanfänge wie „Meine digitale Identität wird geprägt durch …“, „Für meine Reputation ist besonders wichtig …“, „Künftig möchte ich stärker darauf achten, dass …“ und „Ein Beitrag sollte für mich nur dann online bleiben, wenn …“. Alternativ kann ein Partnergespräch mit Reflexionskarten durchgeführt werden. Entscheidend ist, dass Wirkung, Schutz und persönliche Verantwortung zusammen gedacht werden. Dadurch werden Identitätsarbeit und Reputationsschutz nachhaltig gefestigt.
* Ich kann den Schwerpunkt „Eigene digitale Identitäten reflektiert gestalten und die digitale Reputation schützen“ mit eigenen Worten erklären.
* Ich kann digitale Identität und digitale Reputation unterscheiden.
* Ich kann Bausteine digitaler Selbstdarstellung benennen.
* Ich kann unterschiedliche Rollen in Schule, Freizeit und Öffentlichkeit berücksichtigen.
* Ich kann erklären, wie digitale Spuren entstehen und weitergegeben werden können.
* Ich kann Privatsphäre-Einstellungen als Schutzinstrument einordnen.


Formen: Reflexionstext, Partnergespräch, Kartenarbeit Impulse: Identität, Wirkung, Schutz, Verantwortung Kompetenzen: sichern, formulieren, verknüpfen, reflektieren Produkte: Text, Gesprächsnotiz
== Siehe auch ==


Grundlage: Digitale Grundbildung III – Lehrband 3. Klasse, Final V2.5.
* [[DGB 3: Veroeffentlichung und Schutz|Veroeffentlichung und Informationsschutz]]
* [[DGB 3: Mediennutzung und Personalisierung|Personalisierte Mediennutzung]]
* [[DGB 3: Viren und Schadsoftware|Schutz vor Viren und Schadsoftware]]


[[Kategorie:Digitale Grundbildung 3. Klasse]]
[[Kategorie:Digitale Grundbildung]]
[[Kategorie:DGB 3]]

Aktuelle Version vom 10. September 2026, 16:42 Uhr

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Profile, Beiträge, Kommentare, Bilder, Nutzernamen und öffentliche Interaktionen prägen, wie eine Person online wahrgenommen wird. Diese digitale Identität ist nicht identisch mit der gesamten Person, kann aber langfristig Wirkung entfalten. Deshalb sind Privatsphäre, Kontext und bewusste Selbstdarstellung wichtig.

Lehrplanbezug

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Bereich Zuordnung
Kompetenzbereich Kommunikation
Perspektiven G, I
Schwerpunkt Eigene digitale Identitäten reflektiert gestalten und die digitale Reputation schützen
Kompetenz Eigene digitale Identitäten reflektiert gestalten sowie die eigene digitale Reputation verfolgen und mit geeigneten Strategien schützen.

Lernziele

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Die Schülerinnen und Schüler können:

  • digitale Identität und digitale Reputation unterscheiden;
  • Bausteine digitaler Selbstdarstellung benennen;
  • unterschiedliche Rollen in Schule, Freizeit und Öffentlichkeit berücksichtigen;
  • erklären, wie digitale Spuren entstehen und weitergegeben werden können;
  • Privatsphäre-Einstellungen als Schutzinstrument einordnen;
  • Risiken durch unbedachte Beiträge, Markierungen und Weiterleitungen erkennen;
  • positive und authentische digitale Präsenz planen;
  • bei problematischen Inhalten geeignete Reaktions- und Hilfswege nennen;
  • die eigene digitale Reputation reflektieren, ohne unnötig private Daten offenzulegen;

Lerninhalte

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Was digitale Identität bedeutet

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Digitale Identität umfasst Informationen und Handlungen, die einer Person online zugeordnet werden können: Profile, Nutzernamen, Posts, Kommentare, Fotos oder Beiträge in Lernplattformen.

Menschen können je nach Kontext unterschiedliche Rollen zeigen. Ein Schulprofil braucht andere Informationen als ein Gaming-Account oder ein öffentliches Portfolio.

Wie digitale Reputation entsteht

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Reputation ist der Eindruck, den andere über eine Person gewinnen. Sie entsteht nicht nur durch eigene Beiträge, sondern auch durch Markierungen, Kommentare anderer oder weitergeleitete Inhalte.

Ein einzelner Inhalt kann aus seinem ursprünglichen Kontext gelöst werden und später anders wirken.

Bausteine der eigenen Selbstdarstellung

[Bearbeiten]

Profilbild, Biografie, Sprache, Themen, Kommentare und veröffentlichte Medien tragen zur Wahrnehmung bei. Dabei sollte zwischen sinnvoller Information und unnötiger Preisgabe persönlicher Daten unterschieden werden.

Bei Jugendlichen bedeutet eine gute digitale Präsenz nicht, private Lebensläufe öffentlich zu stellen, sondern passend und respektvoll zum jeweiligen Kontext aufzutreten.

Unterschiedliche Rollen und Kontexte beachten

[Bearbeiten]

Was im engen Freundeskreis passend ist, kann in einer öffentlichen Umgebung anders wirken. Plattformen und Gruppen unterscheiden sich hinsichtlich Sichtbarkeit und Zielgruppe.

Vor dem Posten hilft die Frage: Würde ich diese Information auch in einem größeren, mir unbekannten Publikum zeigen?

Digitale Spuren und langfristige Sichtbarkeit

[Bearbeiten]

Screenshots, Weiterleitungen, Suchmaschinen und Archivierung können Inhalte länger sichtbar machen als erwartet. Löschen reduziert Sichtbarkeit, garantiert aber nicht, dass jede Kopie verschwindet.

Deshalb ist die Entscheidung vor der Veröffentlichung besonders wichtig.

Chancen bewusster digitaler Identitäten

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Digitale Räume ermöglichen Kreativität, fachliche Interessen, Zusammenarbeit und gesellschaftliche Beteiligung. Ein gutes Projektportfolio kann Leistungen und Interessen sichtbar machen.

Ziel ist nicht, online möglichst wenig zu tun, sondern die eigene Präsenz selbstbestimmt zu gestalten.

Risiken für digitale Identität und Reputation

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Unpassende öffentliche Beiträge, Identitätsmissbrauch, gefälschte Profile, Cybermobbing oder kompromittierte Konten können Reputation und Wohlbefinden beeinträchtigen.

Bei Angriffen oder problematischen Inhalten sollten Betroffene Beweise sichern, melden und Unterstützung durch vertrauenswürdige Erwachsene bzw. zuständige Stellen suchen.

Strategien zum Schutz der eigenen digitalen Reputation

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Privatsphäre-Einstellungen, starke Passwörter, Mehrfaktor-Schutz und bewusste Freigaben reduzieren Risiken. Markierungen und öffentliche Profilfelder sollten regelmäßig geprüft werden.

Bei Konflikten gilt: nicht impulsiv eskalieren, sondern sachlich dokumentieren, blockieren oder melden und Hilfe holen.

Eigene digitale Präsenz beobachten und weiterentwickeln

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Reflexion kann mit fiktiven Profilen, Checklisten oder freiwilligen öffentlichen Beispielen erfolgen. Schülerinnen und Schüler sollen nicht verpflichtet werden, private Konten oder Suchergebnisse über die eigene Person offenzulegen.

Wichtig ist die übertragbare Kompetenz: Wirkung abschätzen, Sichtbarkeit kontrollieren und Entscheidungen begründen.

Aufgaben für den Unterricht

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Digitale Rollen sichtbar machen

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Arbeitsauftrag: Ordnet fiktive Profilinformationen den Kontexten Schule, Freundeskreis, Hobby und Öffentlichkeit zu.

Erwartetes Ergebnis: Kontextmatrix.

Profile und Beiträge analysieren

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Arbeitsauftrag: Prüft fiktive Profile auf Zielgruppe, Privatsphäre, Ton und unnötige persönliche Angaben.

Erwartetes Ergebnis: Profilanalyse.

Den ersten Eindruck vergleichen

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Arbeitsauftrag: Vergleicht zwei unterschiedlich gestaltete Profile derselben fiktiven Person und beschreibt die Wirkung.

Erwartetes Ergebnis: Wirkungsvergleich.

Digitale Spuren verfolgen

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Arbeitsauftrag: Zeichnet, wie ein Post durch Teilen, Screenshot und Suche einen größeren Empfängerkreis erreichen kann.

Erwartetes Ergebnis: Verbreitungsdiagramm.

Privatsphäre-Einstellungen planen

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Arbeitsauftrag: Entwickelt für ein fiktives Konto sinnvolle Sichtbarkeits- und Freigabeeinstellungen.

Erwartetes Ergebnis: Einstellungsplan.

Problematische Beiträge überarbeiten

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Arbeitsauftrag: Überarbeitet Posts mit unnötigen Daten, beleidigendem Ton oder missverständlichem Kontext.

Erwartetes Ergebnis: verbesserte Beiträge.

Perspektiven anderer einnehmen

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Arbeitsauftrag: Bewertet einen Beitrag aus Sicht von Freund, Lehrkraft, unbekannter Person und späterem öffentlichen Publikum.

Erwartetes Ergebnis: Perspektivenkarte.

Eine positive digitale Präsenz entwerfen

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Arbeitsauftrag: Gestaltet ein fiktives Projektprofil, das Interessen und Leistungen zeigt, ohne unnötige private Daten preiszugeben.

Erwartetes Ergebnis: Profilentwurf.

Schutzstrategien als Leitfaden entwickeln

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Arbeitsauftrag: Sammelt Regeln zu Sichtbarkeit, Markierungen, Passwörtern, Meldung und Hilfesuche.

Erwartetes Ergebnis: Schutzleitfaden.

Reflexion zum Abschluss

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Arbeitsauftrag: Formuliere, welche drei Fragen du dir vor einer öffentlichen Veröffentlichung stellen willst.

Erwartetes Ergebnis: persönliche Merkkarte.

Selbstcheck

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  • Ich kann den Schwerpunkt „Eigene digitale Identitäten reflektiert gestalten und die digitale Reputation schützen“ mit eigenen Worten erklären.
  • Ich kann digitale Identität und digitale Reputation unterscheiden.
  • Ich kann Bausteine digitaler Selbstdarstellung benennen.
  • Ich kann unterschiedliche Rollen in Schule, Freizeit und Öffentlichkeit berücksichtigen.
  • Ich kann erklären, wie digitale Spuren entstehen und weitergegeben werden können.
  • Ich kann Privatsphäre-Einstellungen als Schutzinstrument einordnen.

Siehe auch

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