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DGB 2: Lizenzmodelle: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Beschäftigung mit offenen und geschlossenen Lizenzmodellen unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, digitale Inhalte rechtlich bewusster zu nutzen, korrekt zu kennzeichnen und verantwortungsvoll zu entscheiden, was übernommen, verändert, geteilt oder selbst veröffentlicht werden darf.
Digitale Inhalte lassen sich sehr leicht kopieren und weitergeben. Ob das erlaubt ist, entscheidet jedoch nicht die technische Möglichkeit, sondern die jeweilige '''Lizenz''' bzw. das geltende Urheberrecht. Creative Commons, Open Educational Resources und Open Source zeigen, wie Rechteinhaber bestimmte Nutzungen ausdrücklich erlauben können.


== 7.1 Lernziele ==
== Lehrplanbezug ==
 
{| class="wikitable"
! Bereich
! Zuordnung
|-
| '''Kompetenzbereich'''
| Produktion
|-
| '''Perspektiven'''
| G, I
|-
| '''Schwerpunkt'''
| Lizenzmodelle, Creative Commons, Open Educational Resources und Open Source
|-
| '''Kompetenz'''
| Offene und geschlossene Lizenzmodelle grundlegend unterscheiden, Nutzungsbedingungen lesen und fremde Inhalte in Schulprojekten mit nachvollziehbarer Quellen- und Lizenzangabe verwenden.
|}
 
== Lernziele ==


Die Schülerinnen und Schüler können:
Die Schülerinnen und Schüler können:


* erklären, warum digitale Inhalte wie Texte, Bilder, Musik, Videos und Software nicht beliebig genutzt werden dürfen.
* Urheberrecht und Lizenz grundsätzlich unterscheiden;
* zwischen Urheberrecht, Nutzungsrecht und Lizenz unterscheiden.
* erklären, dass öffentlich auffindbar nicht automatisch frei verwendbar bedeutet;
* beschreiben, was mit offenen Lizenzmodellen gemeint ist.
* Creative-Commons-Lizenzen als standardisierte Nutzungsfreigaben einordnen;
* die Grundidee von Creative Commons, Open Educational Resources und Open Source erklären.
* die CC-Elemente BY, SA, NC und ND in Grundzügen erklären;
* wichtige Creative-Commons-Bausteine wie BY, SA, NC und ND benennen und erläutern.
* CC0 als weitgehende Freigabe einordnen;
* erkennen, welche Nutzungen durch eine Lizenz erlaubt, eingeschränkt oder verboten werden.
* Open Educational Resources als offen lizenzierte Bildungsressourcen beschreiben;
* offene Materialien gezielt suchen und für schulische Arbeiten passend auswählen.
* Open Source auf Software und Quellcode beziehen;
* Quellen und Lizenzangaben korrekt anführen.
* freie Software und kostenlose Software unterscheiden;
* entscheiden, unter welchen Bedingungen Inhalte verändert, weitergegeben oder veröffentlicht werden dürfen.
* Quelle, Urheber bzw. Autor, Titel und Lizenz bei übernommenen Materialien angeben;
* eigene Produkte mit einer passenden offenen Lizenz versehen und die Entscheidung begründen.
* prüfen, ob Bearbeitung oder Weitergabe mit einer Lizenz vereinbar ist;
* für eigene Werke eine passende Freigabe begründet auswählen;
* bei unklarer Lizenz lieber eigenes oder eindeutig freigegebenes Material verwenden.
 
== Lerninhalte ==


== 7.2 Lerninhalte ==
=== Urheberrecht und Lizenz ===


Die Auseinandersetzung mit Lizenzmodellen verbindet rechtliche Grundbildung mit praktischem Medienhandeln, weil Schülerinnen und Schüler lernen, digitale Inhalte nicht nur technisch, sondern auch im Hinblick auf Rechte, Pflichten, Freiheiten und faire Nutzung einzuordnen. Digitale Inhalte wie Fotos, Texte, Musikstücke, Arbeitsblätter, Präsentationen, Videos oder Programme entstehen nicht automatisch zur freien Nutzung. In der Regel sind sie urheberrechtlich geschützt. Das bedeutet, dass die Person, die ein Werk geschaffen hat, darüber bestimmt, wie dieses genutzt, kopiert, verändert oder veröffentlicht werden darf.
Urheberrecht schützt kreative Werke. Eine '''Lizenz''' beschreibt, welche Nutzungen eine Rechteinhaberin oder ein Rechteinhaber anderen erlaubt. Eine frei zugängliche Webseite oder ein Bild in einer Suchmaschine ist daher nicht automatisch frei für jedes Projekt verwendbar.


Im Alltag wird das oft übersehen, weil Inhalte im Internet leicht zugänglich und mit wenigen Klicks speicherbar oder teilbar sind. Gerade deshalb ist es wichtig, zwischen verfügbar und erlaubt zu unterscheiden.
Im Unterricht ist eine einfache Grundregel hilfreich: Herkunft prüfen, Lizenz lesen, Quelle angeben und im Zweifel nach einer eindeutig erlaubten Alternative suchen.


Ein zentrales Grundverständnis betrifft den Unterschied zwischen Urheberrecht und Lizenz. Das Urheberrecht schützt ein Werk grundsätzlich. Eine Lizenz legt fest, unter welchen Bedingungen andere Menschen dieses Werk nutzen dürfen. Wer zum Beispiel ein Foto macht, ist Urheberin oder Urheber dieses Bildes. Andere dürfen es nicht einfach weiterverwenden, außer es liegt eine Erlaubnis vor. Diese Erlaubnis kann individuell gegeben werden oder über ein Lizenzmodell geregelt sein. Lizenzen schaffen also Klarheit darüber, was erlaubt ist und was nicht.
=== Creative Commons ===


Grundbegriffe Urheberrecht, Lizenz, Nutzungsrecht, Freigabe, Quelle, Veröffentlichung Werkarten Text, Bild, Musik, Video, Grafik, Software Offene Lizenzmodelle sind besonders bedeutsam, weil sie eine Nutzung unter bestimmten Bedingungen ausdrücklich erlauben. Dazu gehören vor allem Creative Commons für viele Arten von Medieninhalten, Open Educational Resources für Bildungsinhalte und Open Source für Software. Offen bedeutet dabei nicht automatisch grenzenlos frei. Vielmehr wird festgelegt, was erlaubt ist, etwa Weitergabe, Bearbeitung oder Veröffentlichung, und welche Bedingungen dabei eingehalten werden müssen.
Creative Commons stellt standardisierte Lizenzmodelle bereit. Häufige Bausteine sind:


Diese Modelle fördern Zusammenarbeit, Nachnutzung und gemeinsames Lernen, setzen aber dennoch Regeln voraus. Creative Commons ist ein weit verbreitetes Lizenzsystem für Inhalte wie Bilder, Texte, Videos oder Arbeitsmaterialien. Die einzelnen Kürzel zeigen, welche Bedingungen gelten. BY bedeutet, dass die Urheberin oder der Urheber genannt werden muss. SA verlangt, dass bearbeitete Versionen unter derselben Lizenz weitergegeben werden. NC bedeutet, dass keine kommerzielle Nutzung erlaubt ist. ND untersagt Bearbeitungen. Aus diesen Bausteinen entstehen verschiedene Lizenzen. CC BY erlaubt zum Beispiel die Nutzung und Bearbeitung mit Namensnennung.
* '''BY''' – Namensnennung;
* '''SA''' – Weitergabe unter gleichen Bedingungen;
* '''NC''' – nur nicht-kommerzielle Nutzung;
* '''ND''' – keine Bearbeitung.


CC BY-SA erlaubt dies ebenfalls, verlangt aber dieselbe Lizenz bei Weitergabe. CC BY-ND erlaubt Nutzung, aber keine Veränderung. CC BY-NC schränkt die kommerzielle Nutzung ein. CC BY-NC-ND ist besonders restriktiv, weil weder Bearbeitungen noch kommerzielle Nutzung erlaubt sind.
Die genaue Kombination bestimmt die erlaubte Nutzung. Nicht jede CC-Lizenz erlaubt daher dasselbe.


'''CC-Bausteine''' BY, SA, NC, ND
=== CC0 und offene Inhalte ===


Beispiele CC BY, CC BY-SA, CC BY-NC, CC BY-ND, CC BY-NC-SA, CC BY-NC-ND Für die schulische Praxis ist wichtig, dass nicht jede Creative-Commons-Lizenz gleich offen ist. Materialien mit ND dürfen nicht verändert werden, also etwa nicht gekürzt, sprachlich angepasst oder mit anderen Inhalten kombiniert werden, wenn dadurch eine Bearbeitung entsteht. Materialien mit NC dürfen nicht für kommerzielle Zwecke genutzt werden, wobei die genaue Abgrenzung manchmal schwierig sein kann. Besonders gut weiterverwendbar sind deshalb häufig CC BY und CC BY-SA. Diese ermöglichen sowohl Anpassung als auch Weitergabe, solange die Bedingungen eingehalten werden.
'''CC0''' wird verwendet, um Inhalte möglichst weitgehend zur freien Nutzung bereitzustellen. Trotzdem ist eine Quellenangabe im schulischen Arbeiten oft sinnvoll, weil sie Herkunft und Nachvollziehbarkeit zeigt.


Schülerinnen und Schüler sollen lernen, diese Unterschiede bewusst wahrzunehmen. Open Educational Resources, kurz OER, sind Lehr- und Lernmaterialien, die offen lizenziert sind und deshalb für Bildungskontexte genutzt, angepasst und weitergegeben werden können. Dazu zählen etwa Arbeitsblätter, Erklärvideos, Präsentationen, Aufgabenpools, Infografiken oder interaktive Lernmaterialien. Der Vorteil von OER liegt darin, dass Materialien nicht nur konsumiert, sondern weiterentwickelt werden dürfen. Eine Lehrkraft kann ein Arbeitsblatt an die eigene Klasse anpassen, Schülerinnen und Schüler können Materialien für ein Referat
Offene Inhalte sind besonders praktisch, wenn sie bearbeitet, kombiniert oder weitergegeben werden sollen.


nutzen und verändern, solange die Lizenz dies erlaubt. OER stehen damit für eine Kultur des Teilens und Weiterentwickelns im Bildungsbereich. Open Source bezieht sich auf Software. Hier geht es nicht nur darum, dass ein Programm kostenlos genutzt werden kann, sondern vor allem darum, dass der Quellcode einsehbar, prüfbar, veränderbar und weiterverteilbar ist, sofern die jeweilige Lizenz das vorsieht. Bekannte Beispiele sind LibreOffice, GIMP, Inkscape, Audacity oder Firefox. Open Source fördert Transparenz, Zusammenarbeit und technische Weiterentwicklung. Gleichzeitig gibt es auch hier unterschiedliche Lizenzmodelle mit verschiedenen Bedingungen.
=== Open Educational Resources ===


Entscheidend ist, dass offen nicht mit kostenlos oder beliebig gleichgesetzt wird. Offene Bereiche Medieninhalte, Lernmaterialien, Software, Grafik, Audio, Code Beispiele Arbeitsblatt, Foto, Erklärvideo, LibreOffice, GIMP, Audacity Ein weiterer Lerninhalt ist die korrekte Quellen- und Lizenzangabe. Wer ein offen lizenziertes Bild oder einen Text nutzt, muss in der Regel die Urheberin oder den Urheber nennen, den Titel angeben, die Lizenz aufführen und möglichst auch die Quelle vermerken. Bei Creative Commons wird oft empfohlen, nach dem Prinzip Titel, Urheber, Quelle, Lizenz vorzugehen.
'''Open Educational Resources (OER)''' sind Bildungsmaterialien, die unter offenen Bedingungen genutzt, teilweise bearbeitet und weitergegeben werden dürfen. Dazu können Arbeitsblätter, Bilder, Texte, Kurse oder Präsentationen gehören.


Diese Angaben machen Nutzung transparent und respektieren die Arbeit der Erstellerinnen und Ersteller. Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass Offenheit nicht bedeutet, auf Nennung verzichten zu dürfen. Praktische Beispiele helfen beim Verstehen. Wird ein Bild mit CC BY verwendet, darf es in ein Referat eingefügt und auch bearbeitet werden, solange die Quelle korrekt genannt wird. Ein Arbeitsblatt mit CC BY-SA darf verändert werden, aber die neue Version muss wieder unter derselben Lizenz veröffentlicht werden.
Entscheidend ist nicht die Bezeichnung „Bildungsmaterial“, sondern die konkrete Lizenz.


Ein Musikstück mit CC BY-ND darf in ein Video eingebunden werden, aber nicht geschnitten oder verändert werden, wenn die Lizenz das untersagt. Eine Software unter Open-Source-Lizenz darf installiert, genutzt und oft auch angepasst werden, während proprietäre Programme meist nur unter engeren Bedingungen nutzbar sind. Solche Unterschiede zeigen, dass Lizenzmodelle konkrete Folgen für das Handeln haben. Ebenso wichtig ist die Abgrenzung zu geschlossenen oder proprietären Modellen. Viele kommerzielle Programme, Bilddatenbanken, Streamingdienste oder Schulbücher erlauben nur bestimmte Nutzungen.
=== Open Source und freie Software ===


Inhalte dürfen dort oft angesehen oder genutzt, aber nicht verändert, kopiert oder weiterverbreitet werden. Auch kostenlose Angebote sind nicht automatisch offen lizenziert. Ein kostenlos herunterladbares Bild kann trotzdem urheberrechtlich streng geschützt sein. Diese Unterscheidung ist zentral, weil kostenlose Verfügbarkeit im Netz oft fälschlich als freie Nutzbarkeit verstanden wird. Pflichtangaben Titel, Urheber, Quelle, Lizenz Abgrenzungen kostenlos, offen, erlaubt, bearbeitbar, veröffentlichbar, kommerziell Für die Anwendung im Unterricht ist die Frage entscheidend, wie Materialien rechtssicher ausgewählt werden können.
'''Open Source''' bezieht sich auf Software, deren Quellcode unter einer Lizenz verfügbar ist, die bestimmte Nutzungs-, Veränderungs- und Weitergaberechte gewährt. Unterschiedliche Open-Source-Lizenzen haben unterschiedliche Bedingungen.


Schülerinnen und Schüler sollen lernen, bei Suchportalen, Bilddatenbanken oder Lernplattformen gezielt nach offen lizenzierten Inhalten zu suchen. Dabei müssen sie prüfen, welche Lizenz vorliegt, ob Bearbeitungen erlaubt sind und ob die Nutzung zum geplanten Zweck passt. Wenn beispielsweise ein Plakat erstellt, ein Video
Ein Programm kann kostenlos und trotzdem proprietär sein. Umgekehrt kann Open-Source-Software Teil kostenpflichtiger Angebote oder Dienstleistungen sein.


geschnitten oder eine Präsentation veröffentlicht werden soll, ist die Lizenzfrage besonders relevant. So wird aus abstraktem Regelwissen praktische Entscheidungskompetenz. Auch die Veröffentlichung eigener Werke kann mit Lizenzmodellen verbunden werden. Schülerinnen und Schüler können bei selbst erstellten Texten, Bildern, Präsentationen oder Lernmaterialien bewusst entscheiden, ob und wie andere diese nutzen dürfen. Wer ein Material offen zugänglich machen möchte, kann etwa eine Creative-Commons-Lizenz wählen. Diese Entscheidung sollte begründet erfolgen: Soll nur die Nutzung erlaubt sein oder auch die Bearbeitung?
=== Quellen und Lizenzen angeben ===


Ist eine Weitergabe unter gleichen Bedingungen gewünscht? Dadurch lernen die Lernenden, nicht nur Rechte anderer zu respektieren, sondern auch eigene Rechte bewusst zu gestalten. Ein vertiefender Aspekt ist die Frage nach Fairness, Teilhabe und Wissensaustausch. Offene Lizenzen können Zusammenarbeit erleichtern, Bildungszugang verbessern und kreative Weiterentwicklung fördern. Gleichzeitig schützen sie Urheberinnen und Urheber nicht durch völlige Freigabe, sondern durch klar formulierte Bedingungen. So entsteht ein ausgewogener Zugang zwischen Schutz und Offenheit.
Eine gute Quellenangabe macht nachvollziehbar, was übernommen wurde und woher es stammt. Je nach Material sind Titel, Urheberin oder Urheber, Quelle bzw. Fundort und Lizenz wichtig. Bei bearbeiteten offenen Inhalten sollte die Änderung kenntlich gemacht werden, wenn dies zur Lizenz bzw. guten Praxis gehört.


Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass Lizenzmodelle nicht bloß juristische Details sind, sondern Regeln für gerechtes digitales Miteinander darstellen. Anwendungssituationen Referat, Plakat, Video, Podcast, Arbeitsblatt, Webseite Entscheidungsfragen Darf ich es nutzen, Darf ich es ändern, Muss ich nennen, Darf ich teilen Die Verbindung von Medienpraxis und Rechtsverständnis führt dazu, dass Lernende digitale Inhalte bewusster auswählen, sauber kennzeichnen und verantwortungsvoll veröffentlichen.
Für Schulprojekte genügt oft eine klar strukturierte Quellenliste oder ein Quellenhinweis direkt beim Material.


Gerade in einer Kultur des Kopierens, Teilens und Umgestaltens ist dieses Wissen grundlegend, damit kreative Arbeit, Bildung und Zusammenarbeit rechtlich korrekt und respektvoll gelingen können.
=== Eigene Werke lizenzieren ===


=== Weiterführende Links ===
Wer selbst ein Bild, Arbeitsblatt oder anderes Werk erstellt, kann überlegen, ob und unter welchen Bedingungen andere es nutzen dürfen. Eine offene Lizenz kann Weiterverwendung erleichtern; restriktivere Bedingungen begrenzen sie stärker.


* creativecommons.org
Die Entscheidung sollte bewusst erfolgen und zum Zweck des Werks passen.
* creativecommons.org/licenses
* oerinfo.de
* open-educational-resources.de
* opensource.org
* saferinternet.at


== 7.3 Aufgaben für den Unterricht ==
== Aufgaben für den Unterricht ==


=== 7.3.1 Lizenzmodelle unterscheiden und zuordnen ===
=== Lizenzmodelle unterscheiden und zuordnen ===


Die gezielte Zuordnung verschiedener Lizenzmodelle unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, rechtliche Unterschiede nicht nur auswendig zu lernen, sondern in konkreten Nutzungssituationen sicher und begründet anzuwenden.
Verschiedene Symbole und Lizenzangaben werden untersucht.


Die Lernenden erhalten Kärtchen mit Begriffen, Symbolen, Lizenzkürzeln und Beispielen, etwa CC BY, CC BY-NC, Open Source, OER, proprietäre Software oder urheberrechtlich geschütztes Bild. Diese ordnen sie passenden Beschreibungen und Nutzungsmöglichkeiten zu. Anschließend vergleichen sie ihre Ergebnisse mit einer Partnergruppe und besprechen, welche
'''Arbeitsauftrag:''' Ordne CC0, CC BY, CC BY-SA, CC BY-NC und CC BY-ND ihren Grundbedingungen zu.


'''Rechte''' jeweils erlaubt, eingeschränkt oder ausgeschlossen sind. Dadurch wird deutlich, dass
'''Erwartetes Ergebnis:''' Übersicht mit korrekter Bedeutung der Lizenzbestandteile.


Lizenzen konkrete Folgen für Nutzung, Bearbeitung und Weitergabe haben und nicht bloß formale Zusätze sind. Sozialform Einzelarbeit, Partnerarbeit, Plenum Material Lizenzkarten, Beispielsammlung, Symbolkarten, Zuordnungsbogen Schwerpunkte Zuordnung, Begriffsverständnis, Abgrenzung, Anwendung Ergebnis Ordnungsschema, Merkblatt, Tafelbild
=== Nutzungssituationen rechtlich bewerten ===


=== 7.3.2 Nutzungssituationen rechtlich bewerten ===
Fiktive Schulprojekte verwenden Bilder, Musik oder Code mit unterschiedlichen Angaben.


Die Arbeit mit realistischen Fallsituationen fördert die Fähigkeit, Lizenzwissen auf praktische Medienhandlungen zu übertragen und nicht nur abstrakt zu wissen, was erlaubt sein könnte. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten konkrete Fälle, etwa ein Bild für ein Referat übernehmen, Musik in ein Video einbauen, ein Arbeitsblatt verändern, ein Foto auf der Schulhomepage veröffentlichen oder freie Software auf dem Schulrechner nutzen. Zu jedem Fall entscheiden sie, ob die Handlung erlaubt ist, unter welchen Bedingungen sie erlaubt wäre und welche Angaben gemacht werden müssen.
'''Arbeitsauftrag:''' Entscheide, welche Nutzung anhand der angegebenen Lizenz erlaubt erscheint und wo weitere Prüfung nötig ist.


Die Klasse bespricht anschließend Unterschiede zwischen sicher erlaubten, problematischen und unklaren Fällen. So entstehen anwendungsbezogene Handlungssicherheit und ein realitätsnahes Rechtsverständnis. Fallbeispiele Bildnutzung, Musikvideo, Arbeitsblatt, Präsentation, Software, Schulhomepage
'''Erwartetes Ergebnis:''' Begründete Einordnung statt pauschaler Freigabe.


'''Leitfragen''' Darf ich es, Unter welchen Bedingungen, Was muss ich nennen
=== Creative-Commons-Lizenzen entschlüsseln ===


Lernprodukte Fallanalyse, Begründung, Entscheidungstabelle
Lizenzkombinationen werden systematisch gelesen.


=== 7.3.3 Creative-Commons-Lizenzen entschlüsseln ===
'''Arbeitsauftrag:''' Erkläre für fünf CC-Kennzeichnungen, ob Namensnennung, Bearbeitung und kommerzielle Nutzung erlaubt sind.


Die genaue Analyse der Creative-Commons-Bausteine hilft den Schülerinnen und Schülern, die Bedeutung von Kürzeln nicht isoliert zu lernen, sondern in ihrem Zusammenspiel zu verstehen und in Medienprojekten korrekt zu berücksichtigen. Die Lernenden untersuchen die Bestandteile BY, SA, NC und ND zunächst einzeln und kombinieren sie anschließend zu vollständigen Lizenzen. Zu jeder Lizenz formulieren sie, was konkret erlaubt ist und was nicht, etwa Bearbeiten, Veröffentlichen, kommerzielle Nutzung oder Weitergabe unter gleichen Bedingungen.
'''Erwartetes Ergebnis:''' Sicheres Lesen der Symbole.


Danach lösen sie kleine Anwendungsaufgaben, in denen sie entscheiden müssen, welche Lizenz zu einer bestimmten Nutzung passt. So wächst aus der Symbolkenntnis ein anwendbares Verständnis offener Lizenzen.
=== Offene Materialien gezielt suchen ===


'''CC-Bausteine''' BY, SA, NC, ND
Für ein Schulprodukt werden passende offen lizenzierte Inhalte benötigt.


Arbeitsformen entschlüsseln, kombinieren, vergleichen, begründen, anwenden Erkenntnisse Nutzung, Bearbeitung, Weitergabe, Einschränkung
'''Arbeitsauftrag:''' Suche in einer geeigneten Quelle gezielt nach offen lizenziertem Material und dokumentiere Lizenz und Herkunft.


=== 7.3.4 Offene Materialien gezielt suchen ===
'''Erwartetes Ergebnis:''' Verwendbares Material mit vollständiger Quelleninformation.


Die gezielte Recherche nach offen lizenzierten Inhalten stärkt die Fähigkeit, digitale Materialien nicht zufällig zu übernehmen, sondern bewusst nach rechtlich nutzbaren Quellen zu suchen und diese passend auszuwählen. Die Schülerinnen und Schüler erhalten den Auftrag, für ein kleines Referat, Plakat oder Erklärvideo geeignete Bilder, Texte oder Audiodateien zu finden, die offen lizenziert sind. Sie dokumentieren die Quelle, die Lizenz und die geplante Verwendung. Anschließend prüfen sie, ob die gewählten Materialien wirklich für ihren Zweck geeignet sind, etwa ob Bearbeitung erlaubt ist oder ob Namensnennung erforderlich bleibt.
=== Quellen und Lizenzen korrekt angeben ===


Die Ergebnisse werden verglichen und hinsichtlich Brauchbarkeit, Klarheit und Rechtssicherheit besprochen. Suchziele Bild, Text, Audio, Video, Arbeitsblatt, Software Prüfkriterien Lizenz, Quelle, Bearbeitbarkeit, Nutzungszweck, Nennung, Offenheit Ergebnis Materialsammlung, Quellenliste, Kurzpräsentation
Mehrere Materialien werden in ein gemeinsames Projekt übernommen.


=== 7.3.5 Quellen und Lizenzen korrekt angeben ===
'''Arbeitsauftrag:''' Erstelle eine Quellenliste mit Titel, Urheber, Quelle und Lizenz und kennzeichne eigene Bearbeitungen.


Die saubere Kennzeichnung genutzter Materialien fördert Genauigkeit, Respekt vor fremder Arbeit und die Einsicht, dass offene Nutzung immer mit klaren Angaben und nachvollziehbarer Dokumentation verbunden ist. Die Lernenden erhalten offen lizenzierte Materialien und üben, dazu vollständige Angaben zu formulieren. Sie nennen Titel, Urheberin oder Urheber, Quelle und Lizenz in einer passenden Form für Referat, Arbeitsblatt, Präsentation oder Videoabspann. Danach vergleichen sie verschiedene Varianten und besprechen, welche Angaben fehlen, unklar oder fehlerhaft sind.
'''Erwartetes Ergebnis:''' Nachvollziehbare Attribution.


Diese Aufgabe macht deutlich, dass offene Lizenzen die Nutzung erleichtern, aber keine namenlose Übernahme erlauben. Pflichtangaben Titel, Urheber, Quelle, Lizenz Produkte Bildnachweis, Quellenliste, Folienhinweis, Abspann, Fußnote, Materialblatt
=== Offene und geschlossene Modelle vergleichen ===


'''Ziele''' Genauigkeit, Transparenz, Respekt, Rechtssicherheit
Software und Medien werden nach Nutzungsrechten verglichen.


=== 7.3.6 Offene und geschlossene Modelle vergleichen ===
'''Arbeitsauftrag:''' Stelle Vorteile und Grenzen offener und proprietärer Modelle für Schule, Zusammenarbeit und Weiterentwicklung gegenüber.


Die Gegenüberstellung offener und proprietärer Modelle unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, Lizenzfragen nicht nur juristisch, sondern auch im Hinblick auf Teilhabe, Kosten, Anpassbarkeit und Zusammenarbeit zu bewerten. Kleingruppen vergleichen Paare wie freies Bildmaterial und klassische Bilddatenbank, OER- Arbeitsblatt und geschlossenes Schulbuchmaterial oder Open-Source-Software und proprietäres Programm. Sie untersuchen, welche Nutzungen möglich sind, wo Grenzen liegen und welche Vor- oder Nachteile sich für Schule, Lernen und Zusammenarbeit ergeben.
'''Erwartetes Ergebnis:''' Differenzierter Vergleich.


Anschließend präsentieren sie ihre Ergebnisse und formulieren, in welchen Situationen offene Modelle besonders hilfreich sind und wo geschlossene Modelle dennoch verbreitet bleiben.
=== Eigene Medienprodukte passend lizenzieren ===


Vergleichspaare OER, Schulbuch, Open Source, Proprietär, freies Bild, Datenbank
Ein selbst erstelltes Werk soll geteilt werden.


'''Vergleichsaspekte''' Kosten, Offenheit, Anpassung, Weitergabe, Kontrolle, Zugang
'''Arbeitsauftrag:''' Wähle eine passende CC-Lizenz oder begründe, warum keine offene Lizenz verwendet werden soll.


Ergebnis Pro-Contra-Liste, Übersicht, Bewertung
'''Erwartetes Ergebnis:''' Bewusste Lizenzentscheidung.


=== 7.3.7 Eigene Medienprodukte passend lizenzieren ===
=== Fehlerhafte Nutzungen erkennen und korrigieren ===


Die bewusste Auswahl einer Lizenz für eigene Werke fördert ein vertieftes Verständnis dafür, dass Urheberinnen und Urheber selbst entscheiden können, welche Nutzungen sie anderen erlauben wollen. Die Schülerinnen und Schüler erstellen ein eigenes kleines Produkt, etwa ein Bild, ein Arbeitsblatt, eine Präsentationsfolie, eine Infografik oder eine Audiodatei. Anschließend wählen sie eine passende Lizenz und begründen ihre Entscheidung. Dabei überlegen sie, ob
Ein Schulprodukt enthält unklare Bild- und Quellenangaben.


'''Bearbeitungen''' erlaubt sein sollen, ob nur Namensnennung genügt oder ob eine Weitergabe
'''Arbeitsauftrag:''' Finde problematische Übernahmen, ergänze fehlende Angaben oder ersetze ungeklärtes Material durch eindeutig nutzbare Alternativen.


unter gleichen Bedingungen gewünscht ist. So wechseln die Lernenden von der Rolle der Nutzenden in die Rolle der Veröffentlichenden und wenden Lizenzwissen aktiv an. Eigene Werke Plakat, Grafik, Audio, Text, Präsentation, Arbeitsblatt Entscheidungsfragen Bearbeitung, Namensnennung, Weitergabe, Offenheit, Schutz, Zweck Lernprodukte Lizenzwahl, Begründung, Werkkennzeichnung
'''Erwartetes Ergebnis:''' Korrigiertes, nachvollziehbar dokumentiertes Produkt.


=== 7.3.8 Fehlerhafte Nutzungen erkennen und korrigieren ===
=== OER und Open Source im Schulalltag einordnen ===


Die Analyse problematischer Beispiele schärft den Blick für typische Fehler im Umgang mit fremden Inhalten und hilft, unsichere oder unzulässige Medienpraktiken sachgerecht zu verbessern. Die Klasse untersucht Beispiele, in denen Bilder ohne Quellenangabe verwendet, Lizenzbedingungen missachtet oder freie und nicht freie Materialien vermischt wurden. Die Schülerinnen und Schüler markieren die problematischen Stellen, erklären den Fehler und schlagen eine korrekte Lösung vor. Danach werden die Fälle gemeinsam besprochen und zu einer Liste häufiger Irrtümer zusammengeführt.
Offene Bildungsmedien und Software werden auf konkrete Nutzungssituationen bezogen.


Diese Aufgabe ist besonders wirksam, weil sie an realen Fehlmustern ansetzt und präventiv wirkt.
'''Arbeitsauftrag:''' Nenne je drei mögliche Vorteile und Grenzen von OER und Open Source für Schule und Zusammenarbeit.


'''Fehlerarten''' fehlende Quelle, falsche Lizenz, unerlaubte Bearbeitung, unklare Nutzung,
'''Erwartetes Ergebnis:''' Sachliche Einordnung offener Modelle.


Namensfehler, Mischform Methoden markieren, erklären, korrigieren, vergleichen, sichern, diskutieren Sicherung Fehlerliste, Merkkarte, Checkliste
=== Reflexion und Ergebnissicherung ===


=== 7.3.9 OER und Open Source im Schulalltag einordnen ===
Die Klasse entwickelt eine einfache Nutzungsregel.


Die Verbindung mit konkreten schulischen Anwendungen zeigt den Schülerinnen und Schülern, dass offene Lizenzmodelle nicht nur Theorie sind, sondern in Unterricht, Zusammenarbeit und eigener Medienproduktion eine praktische Rolle spielen. Die Lernenden sammeln Beispiele aus dem Schulalltag, in denen offene Lernmaterialien oder freie Software genutzt werden könnten, etwa bei Referaten, Bildbearbeitung, Audioprojekten, Textarbeit oder Präsentationen. Sie prüfen, welche Werkzeuge oder Materialien dafür geeignet
'''Arbeitsauftrag:''' Formuliere eine fünfstufige Prüfkette für fremde Bilder, Texte, Musik oder Code.


wären und welche Vorteile sich ergeben könnten. Anschließend erstellen sie eine schulbezogene Empfehlungsliste mit Beispielen, Einsatzmöglichkeiten und Begründungen. So wird sichtbar, dass Offenheit eine konkrete Ressource für Lernen und Gestalten sein kann. Schulbezüge Referat, Podcast, Grafik, Präsentation, Arbeitsblatt, Recherche Möglichkeiten OER nutzen, Open Source einsetzen, Inhalte anpassen, Material teilen Ergebnis Empfehlungsliste, Anwendungsübersicht, Kurzvortrag
'''Erwartetes Ergebnis:''' Praktische Lizenz-Checkliste.


=== 7.3.10 Reflexion und Ergebnissicherung ===
== Selbstcheck ==


Die abschließende Reflexion verbindet Begriffswissen, Fallanwendung und eigene Entscheidungen zu einem stabilen Verständnis dafür, wie Lizenzmodelle verantwortungsvolles digitales Handeln im Schulalltag und darüber hinaus strukturieren. Die Schülerinnen und Schüler halten schriftlich oder mündlich fest, welche Lizenzmodelle sie unterscheiden können, worauf sie bei der Nutzung fremder Inhalte achten müssen und in welcher Situation offene Lizenzen besonders hilfreich sind. Zusätzlich formulieren sie eine Regel, die sie künftig bei Referaten, Präsentationen oder Medienprojekten beachten wollen.
* Ich weiß, dass öffentlich auffindbar nicht automatisch frei nutzbar bedeutet.
* Ich kann grundlegende CC-Symbole erklären.
* Ich kann OER und Open Source einordnen.
* Ich kann Quelle und Lizenz nachvollziehbar angeben.
* Ich kann offene und geschlossene Modelle unterscheiden.
* Ich kann vor einer Nutzung die Bedingungen prüfen.


Die Ergebnisse werden als gemeinsame Übersicht gesichert und dienen als Orientierung für spätere Arbeitsaufträge. Reflexionsfragen Was darf ich, Was muss ich nennen, Was darf ich ändern, Was wähle ich Sicherung Lernjournal, Exit Card, Merkblatt, Wandplakat
== Siehe auch ==


Grundlage: Digitale Grundbildung II – Lehrband 2. Klasse, Final V2.5.
* [[DGB 2: Geistiges Eigentum und Urheberrecht|Urheberrecht beim Programmieren und Remixen]]
* [[DGB 2: Visuelle Audiovisuelle Auditive Inhalte|Eigene Medien erzeugen und adaptieren]]
* [[DGB 2: Software fuer unterschiedliche Aufgaben|Freie und proprietäre Software]]


[[Kategorie:Digitale Grundbildung 2. Klasse]]
[[Kategorie:Digitale Grundbildung]]
[[Kategorie:DGB 2]]

Aktuelle Version vom 10. September 2026, 16:49 Uhr

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Digitale Inhalte lassen sich sehr leicht kopieren und weitergeben. Ob das erlaubt ist, entscheidet jedoch nicht die technische Möglichkeit, sondern die jeweilige Lizenz bzw. das geltende Urheberrecht. Creative Commons, Open Educational Resources und Open Source zeigen, wie Rechteinhaber bestimmte Nutzungen ausdrücklich erlauben können.

Lehrplanbezug

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Bereich Zuordnung
Kompetenzbereich Produktion
Perspektiven G, I
Schwerpunkt Lizenzmodelle, Creative Commons, Open Educational Resources und Open Source
Kompetenz Offene und geschlossene Lizenzmodelle grundlegend unterscheiden, Nutzungsbedingungen lesen und fremde Inhalte in Schulprojekten mit nachvollziehbarer Quellen- und Lizenzangabe verwenden.

Lernziele

[Bearbeiten]

Die Schülerinnen und Schüler können:

  • Urheberrecht und Lizenz grundsätzlich unterscheiden;
  • erklären, dass öffentlich auffindbar nicht automatisch frei verwendbar bedeutet;
  • Creative-Commons-Lizenzen als standardisierte Nutzungsfreigaben einordnen;
  • die CC-Elemente BY, SA, NC und ND in Grundzügen erklären;
  • CC0 als weitgehende Freigabe einordnen;
  • Open Educational Resources als offen lizenzierte Bildungsressourcen beschreiben;
  • Open Source auf Software und Quellcode beziehen;
  • freie Software und kostenlose Software unterscheiden;
  • Quelle, Urheber bzw. Autor, Titel und Lizenz bei übernommenen Materialien angeben;
  • prüfen, ob Bearbeitung oder Weitergabe mit einer Lizenz vereinbar ist;
  • für eigene Werke eine passende Freigabe begründet auswählen;
  • bei unklarer Lizenz lieber eigenes oder eindeutig freigegebenes Material verwenden.

Lerninhalte

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Urheberrecht und Lizenz

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Urheberrecht schützt kreative Werke. Eine Lizenz beschreibt, welche Nutzungen eine Rechteinhaberin oder ein Rechteinhaber anderen erlaubt. Eine frei zugängliche Webseite oder ein Bild in einer Suchmaschine ist daher nicht automatisch frei für jedes Projekt verwendbar.

Im Unterricht ist eine einfache Grundregel hilfreich: Herkunft prüfen, Lizenz lesen, Quelle angeben und im Zweifel nach einer eindeutig erlaubten Alternative suchen.

Creative Commons

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Creative Commons stellt standardisierte Lizenzmodelle bereit. Häufige Bausteine sind:

  • BY – Namensnennung;
  • SA – Weitergabe unter gleichen Bedingungen;
  • NC – nur nicht-kommerzielle Nutzung;
  • ND – keine Bearbeitung.

Die genaue Kombination bestimmt die erlaubte Nutzung. Nicht jede CC-Lizenz erlaubt daher dasselbe.

CC0 und offene Inhalte

[Bearbeiten]

CC0 wird verwendet, um Inhalte möglichst weitgehend zur freien Nutzung bereitzustellen. Trotzdem ist eine Quellenangabe im schulischen Arbeiten oft sinnvoll, weil sie Herkunft und Nachvollziehbarkeit zeigt.

Offene Inhalte sind besonders praktisch, wenn sie bearbeitet, kombiniert oder weitergegeben werden sollen.

Open Educational Resources

[Bearbeiten]

Open Educational Resources (OER) sind Bildungsmaterialien, die unter offenen Bedingungen genutzt, teilweise bearbeitet und weitergegeben werden dürfen. Dazu können Arbeitsblätter, Bilder, Texte, Kurse oder Präsentationen gehören.

Entscheidend ist nicht die Bezeichnung „Bildungsmaterial“, sondern die konkrete Lizenz.

Open Source und freie Software

[Bearbeiten]

Open Source bezieht sich auf Software, deren Quellcode unter einer Lizenz verfügbar ist, die bestimmte Nutzungs-, Veränderungs- und Weitergaberechte gewährt. Unterschiedliche Open-Source-Lizenzen haben unterschiedliche Bedingungen.

Ein Programm kann kostenlos und trotzdem proprietär sein. Umgekehrt kann Open-Source-Software Teil kostenpflichtiger Angebote oder Dienstleistungen sein.

Quellen und Lizenzen angeben

[Bearbeiten]

Eine gute Quellenangabe macht nachvollziehbar, was übernommen wurde und woher es stammt. Je nach Material sind Titel, Urheberin oder Urheber, Quelle bzw. Fundort und Lizenz wichtig. Bei bearbeiteten offenen Inhalten sollte die Änderung kenntlich gemacht werden, wenn dies zur Lizenz bzw. guten Praxis gehört.

Für Schulprojekte genügt oft eine klar strukturierte Quellenliste oder ein Quellenhinweis direkt beim Material.

Eigene Werke lizenzieren

[Bearbeiten]

Wer selbst ein Bild, Arbeitsblatt oder anderes Werk erstellt, kann überlegen, ob und unter welchen Bedingungen andere es nutzen dürfen. Eine offene Lizenz kann Weiterverwendung erleichtern; restriktivere Bedingungen begrenzen sie stärker.

Die Entscheidung sollte bewusst erfolgen und zum Zweck des Werks passen.

Aufgaben für den Unterricht

[Bearbeiten]

Lizenzmodelle unterscheiden und zuordnen

[Bearbeiten]

Verschiedene Symbole und Lizenzangaben werden untersucht.

Arbeitsauftrag: Ordne CC0, CC BY, CC BY-SA, CC BY-NC und CC BY-ND ihren Grundbedingungen zu.

Erwartetes Ergebnis: Übersicht mit korrekter Bedeutung der Lizenzbestandteile.

Nutzungssituationen rechtlich bewerten

[Bearbeiten]

Fiktive Schulprojekte verwenden Bilder, Musik oder Code mit unterschiedlichen Angaben.

Arbeitsauftrag: Entscheide, welche Nutzung anhand der angegebenen Lizenz erlaubt erscheint und wo weitere Prüfung nötig ist.

Erwartetes Ergebnis: Begründete Einordnung statt pauschaler Freigabe.

Creative-Commons-Lizenzen entschlüsseln

[Bearbeiten]

Lizenzkombinationen werden systematisch gelesen.

Arbeitsauftrag: Erkläre für fünf CC-Kennzeichnungen, ob Namensnennung, Bearbeitung und kommerzielle Nutzung erlaubt sind.

Erwartetes Ergebnis: Sicheres Lesen der Symbole.

Offene Materialien gezielt suchen

[Bearbeiten]

Für ein Schulprodukt werden passende offen lizenzierte Inhalte benötigt.

Arbeitsauftrag: Suche in einer geeigneten Quelle gezielt nach offen lizenziertem Material und dokumentiere Lizenz und Herkunft.

Erwartetes Ergebnis: Verwendbares Material mit vollständiger Quelleninformation.

Quellen und Lizenzen korrekt angeben

[Bearbeiten]

Mehrere Materialien werden in ein gemeinsames Projekt übernommen.

Arbeitsauftrag: Erstelle eine Quellenliste mit Titel, Urheber, Quelle und Lizenz und kennzeichne eigene Bearbeitungen.

Erwartetes Ergebnis: Nachvollziehbare Attribution.

Offene und geschlossene Modelle vergleichen

[Bearbeiten]

Software und Medien werden nach Nutzungsrechten verglichen.

Arbeitsauftrag: Stelle Vorteile und Grenzen offener und proprietärer Modelle für Schule, Zusammenarbeit und Weiterentwicklung gegenüber.

Erwartetes Ergebnis: Differenzierter Vergleich.

Eigene Medienprodukte passend lizenzieren

[Bearbeiten]

Ein selbst erstelltes Werk soll geteilt werden.

Arbeitsauftrag: Wähle eine passende CC-Lizenz oder begründe, warum keine offene Lizenz verwendet werden soll.

Erwartetes Ergebnis: Bewusste Lizenzentscheidung.

Fehlerhafte Nutzungen erkennen und korrigieren

[Bearbeiten]

Ein Schulprodukt enthält unklare Bild- und Quellenangaben.

Arbeitsauftrag: Finde problematische Übernahmen, ergänze fehlende Angaben oder ersetze ungeklärtes Material durch eindeutig nutzbare Alternativen.

Erwartetes Ergebnis: Korrigiertes, nachvollziehbar dokumentiertes Produkt.

OER und Open Source im Schulalltag einordnen

[Bearbeiten]

Offene Bildungsmedien und Software werden auf konkrete Nutzungssituationen bezogen.

Arbeitsauftrag: Nenne je drei mögliche Vorteile und Grenzen von OER und Open Source für Schule und Zusammenarbeit.

Erwartetes Ergebnis: Sachliche Einordnung offener Modelle.

Reflexion und Ergebnissicherung

[Bearbeiten]

Die Klasse entwickelt eine einfache Nutzungsregel.

Arbeitsauftrag: Formuliere eine fünfstufige Prüfkette für fremde Bilder, Texte, Musik oder Code.

Erwartetes Ergebnis: Praktische Lizenz-Checkliste.

Selbstcheck

[Bearbeiten]
  • Ich weiß, dass öffentlich auffindbar nicht automatisch frei nutzbar bedeutet.
  • Ich kann grundlegende CC-Symbole erklären.
  • Ich kann OER und Open Source einordnen.
  • Ich kann Quelle und Lizenz nachvollziehbar angeben.
  • Ich kann offene und geschlossene Modelle unterscheiden.
  • Ich kann vor einer Nutzung die Bedingungen prüfen.

Siehe auch

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