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Informatik 5: Datensicherheit Datenschutz Urheberrecht: Unterschied zwischen den Versionen

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Informatik 5. Klasse: didaktische und fachliche Überarbeitung
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Wirksame Lernziele verbinden rechtliches Grundwissen mit praktischen Routinen, damit Schülerinnen und Schüler Schutzmaßnahmen nicht nur benennen, sondern bei Passwörtern, Freigaben, Bildern, Quellen, Posts und digitalen Projekten sicher und verantwortungsvoll anwenden können. Lernziele Die Schülerinnen und Schüler können:
Beim Arbeiten mit digitalen Systemen entstehen Daten, Dateien und Veröffentlichungen. Diese Einheit verbindet drei Bereiche, die im Alltag oft vermischt werden: Datensicherheit, Datenschutz und Urheberrecht.


== 2.1 Lernziele ==
== Lernziele ==
Nach dieser Einheit kannst du:
* Datensicherheit und Datenschutz voneinander unterscheiden und passende Beispiele nennen.
* personenbezogene Daten erkennen und den Grundsatz der Datenminimierung anwenden.
* Kontoschutz mit starken Passwörtern bzw. Passphrasen, Mehrfaktor-Authentifizierung, Updates und Backups begründen.
* Phishing und riskante Freigaben erkennen und angemessen reagieren.
* Urheberrecht, freie Lizenzen und Quellenangaben bei eigenen Arbeiten berücksichtigen.
* das Recht am eigenen Bild und die Privatsphäre anderer bei Veröffentlichungen beachten.


* Datenarten erkennen, Schutzbedarf beurteilen, Risiken benennen
== Vorwissen aus der Digitalen Grundbildung ==
* Datenschutz erklären, Datensicherheit unterscheiden, Beispiele zuordnen
Du kennst aus der Digitalen Grundbildung bereits Passwortregeln, Phishing, den Schutz personenbezogener Daten, Quellenangaben und Rechte an digitalen Inhalten. Jetzt ordnest du diese Kenntnisse fachlich und wendest sie auf typische schulische Situationen an.
* Datenminimierung beachten, Zwecke prüfen, Einwilligungen hinterfragen
* Betroffenenrechte nennen, Auskunft verlangen, Löschung anstoßen
* Passwörter stärken, Zwei-Faktor nutzen, Updates durchführen
* Backups anlegen, Phishing erkennen, Freigaben begrenzen
* Urheberrecht beachten, Quellen angeben, Lizenzen prüfen
* CC-Lizenzen lesen, Bilder rechtssicher nutzen, Änderungen kennzeichnen
* Bildrechte respektieren, Zustimmungen einholen, Meldeschritte kennen


== 2.2 Lerninhalte ==
== Lerninhalte ==
=== Datenschutz und Datensicherheit ===
Datenschutz betrifft den rechtmäßigen und verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Daten. Datensicherheit umfasst technische und organisatorische Maßnahmen gegen Verlust, Manipulation, Ausfall oder unberechtigten Zugriff. Ein verschlüsseltes Gerät kann technisch gut geschützt sein; trotzdem kann die Verarbeitung personenbezogener Daten datenschutzrechtlich problematisch sein.


Die Lerninhalte verknüpfen technische Schutzmaßnahmen, datenschutzrechtliche Regeln und urheberrechtliche Entscheidungen mit typischen Schulsituationen, damit aus abstrakten Begriffen konkrete Handlungsregeln für Recherche, Kommunikation, Cloud-Arbeit, Präsentationen, soziale Netzwerke und kollaborative Projekte werden.
=== Personenbezogene Daten und Datenminimierung ===
Personenbezogene Daten sind Informationen, die sich auf eine bestimmte oder bestimmbare Person beziehen. Dazu können Name, Kontaktdaten, Fotos, Standortdaten, Kennungen oder Kombinationen mehrerer Angaben gehören. Ein wichtiger Grundsatz ist: Nur jene Daten erheben oder weitergeben, die für den jeweiligen Zweck wirklich nötig sind.


'''Grundbegriffe'''
=== Konten und Geräte schützen ===
Für wichtige Konten sollten einzigartige starke Passwörter oder Passphrasen und – wenn möglich – Mehrfaktor-Authentifizierung verwendet werden. Updates schließen bekannte Sicherheitslücken. Backups schützen vor Datenverlust, etwa bei Defekten, Fehlbedienung oder Schadsoftware. Freigaben in Cloud-Diensten sollten regelmäßig geprüft werden.


Datenschutz schützt personenbezogene Daten und die Rechte der betroffenen Personen. Datensicherheit meint die organisatorischen und technischen Maßnahmen, mit denen Daten vor Verlust, unbefugtem Zugriff, Manipulation und Ausfall geschützt werden. Bei Sicherheitsvorfällen spricht die DSGVO von Verletzungen der Vertraulichkeit, Integrität oder Verfügbarkeit. In Österreich ist Datenschutz zudem als Grundrecht verankert.
=== Phishing und Social Engineering ===
Angreifer versuchen häufig nicht zuerst Technik zu überwinden, sondern Menschen zu täuschen. Warnzeichen sind unerwarteter Zeitdruck, ungewöhnliche Absender, Aufforderungen zur Eingabe von Zugangsdaten oder auffällige Links. Im Zweifel wird die Nachricht nicht über den enthaltenen Link, sondern über einen bekannten offiziellen Weg geprüft.


'''Schlüsselwörter'''
=== Urheberrecht und Lizenzen ===
Texte, Bilder, Musik, Videos und Programme dürfen nicht automatisch beliebig übernommen werden. Quellen müssen nachvollziehbar angegeben werden. Freie Lizenzen – zum Beispiel Creative-Commons-Lizenzen – können bestimmte Nutzungen erlauben; ihre Bedingungen müssen gelesen und eingehalten werden. Bei Bildern von Personen ist zusätzlich die Privatsphäre bzw. das Recht am eigenen Bild zu beachten.


Datenschutz, Datensicherheit, Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit, Zweckbindung, Datenminimierung, Transparenz
== Üben und Anwenden ==
=== Aufgabe 1: Sicherheitscheck ===
Prüfe ein fiktives Schulkonto: Passwort, Mehrfaktor-Authentifizierung, Wiederherstellungsoptionen, Freigaben, Updates und Backup. Erstelle daraus eine kurze Checkliste.


'''Personenbezogene Daten'''
=== Aufgabe 2: Phishing erkennen ===
Untersuche drei Beispielnachrichten. Markiere Warnzeichen und beschreibe jeweils den sicheren nächsten Schritt.


Personenbezogene Daten sind alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare Person beziehen. Dazu zählen einzeln oder in Kombination etwa Name, E-Mail- Adresse, Klassenliste, Foto, Video, Standortdaten, IP-Adresse oder Schulaccount. Auch das Posten eines Fotos oder das Speichern von IP-Adressen ist eine Verarbeitung personenbezogener Daten.
=== Aufgabe 3: Rechtssicheres Medienprodukt ===
Suche ein Bild mit einer passenden freien Lizenz. Dokumentiere Quelle, Urheberin oder Urheber, Lizenz und gegebenenfalls Änderungen so, dass die Nutzung nachvollziehbar bleibt.


'''Besonders geschützte Daten'''
=== Aufgabe 4: Datensparsame Planung ===
Entwirf für eine Klassenumfrage ein Formular und streiche alle Angaben, die für die Fragestellung nicht benötigt werden.


Einige Daten brauchen besonderen Schutz, etwa Gesundheitsdaten, biometrische Daten, politische Meinungen, religiöse Überzeugungen oder Angaben zur sexuellen Orientierung. Solche Daten dürfen nicht leichtfertig gesammelt, weitergegeben oder veröffentlicht werden. Im Schulalltag betrifft das zum Beispiel Atteste, Förderinformationen, Fotos mit klar erkennbaren Gesundheitsbezügen oder sensible Beratungsdaten.
== Kompetenzcheck ==
Prüfe dich selbst. Du solltest die folgenden Punkte ohne Hilfe erklären oder anwenden können:
* Ich kann Datenschutz und Datensicherheit an einem eigenen Beispiel unterscheiden.
* Ich kann mindestens vier wirksame Schutzmaßnahmen für Konten und Dateien begründen.
* Ich kann typische Phishing-Merkmale erkennen, ohne verdächtige Links öffnen zu müssen.
* Ich kann erklären, warum „im Internet gefunden“ keine Nutzungsberechtigung bedeutet.
* Ich kann eine einfache Quellen- und Lizenzangabe erstellen.


'''Datenschutzgrundsätze'''
== Weiterführende Links ==
 
* [https://www.dsb.gv.at/ Österreichische Datenschutzbehörde]
Die DSGVO verlangt, dass personenbezogene Daten rechtmäßig, fair und transparent verarbeitet werden. Daten dürfen nur für festgelegte Zwecke erhoben werden, nur in notwendigem Umfang, nur so lange wie nötig und mit angemessener Sicherheit. Für den Unterricht heißt das: Nicht mehr Daten sammeln als erforderlich, Klassenumfragen sparsam gestalten, Formulare erklären und Freigaben regelmäßig prüfen.
* [https://www.saferinternet.at/ Saferinternet.at]
 
* [https://creativecommons.org/ Creative Commons]
'''Datenschutz durch Technikgestaltung'''
* [https://www.watchlist-internet.at/ Watchlist Internet]
 
Datenschutz soll nicht erst nachträglich dazukommen, sondern schon bei der Auswahl und Gestaltung von Apps, Plattformen und Einstellungen mitgedacht werden. Die Datenschutzbehörde beschreibt dafür die Grundsätze „privacy by design“ und „privacy by default“: Systeme sollen datenschutzfreundlich gebaut sein und standardmäßig möglichst wenig Daten preisgeben. Für Schülerinnen und Schüler bedeutet das etwa: Trackerarme Einstellungen wählen, Profile nicht öffentlich stellen, Kamerazugriffe prüfen und nur notwendige Felder ausfüllen.
 
'''Betroffenenrechte'''
 
Wer von Datenverarbeitung betroffen ist, hat Rechte. Dazu gehören Information, Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung der Verarbeitung, Datenübertragbarkeit, Widerspruch sowie Schutz vor ausschließlich automatisierten Entscheidungen. Im Unterricht kann das an Beispielen geübt werden: Eine Plattform speichert ein falsches Geburtsdatum, ein Foto soll gelöscht werden oder ein Dienst soll offenlegen, welche Daten über eine Person gespeichert wurden.
 
'''Praktische Schutzmaßnahmen'''
 
Zur Datensicherheit gehören starke und unterschiedliche Passwörter, Passwortmanager, Zwei- Faktor-Authentisierung, regelmäßige Updates, vorsichtiger Umgang mit Links und Anhängen sowie verlässliche Backups. Das BSI empfiehlt Passwortmanager und zusätzliche Absicherung durch Zwei-Faktor-Authentisierung; Backups gelten als besonders wirksamer Schutz gegen die Folgen von Ransomware, und regelmäßige Updates schließen bekannte Sicherheitslücken.
 
'''Weitere Schutzmaßnahmen'''
 
Für alltägliche Nutzung sind außerdem Virenschutz, Firewall, WLAN-Verschlüsselung, Bildschirmsperre, Logout auf fremden Geräten und sparsame Freigaben wichtig. Besonders in sozialen Netzwerken empfiehlt oesterreich.gv.at sichere Passwörter, Privatsphäre- Einstellungen, regelmäßige Updates und Zurückhaltung beim Teilen persönlicher Angaben. Daraus ergibt sich die Regel: erst prüfen, dann posten, dann freigeben. Typische Unterrichtsbeispiele zur Datensicherheit Ein gemeinsames Cloud-Dokument ist praktisch, aber ein offener Freigabelink für „alle mit Link“ ist oft unnötig weit. Ein USB-Stick mit ungeschützten Notenlisten ist riskant. Ein Klassenchat wird unsicher, wenn Screenshots ohne Zustimmung weitergeleitet werden. Ein
 
verlorenes Tablet ist weniger problematisch, wenn Gerätesperre, Cloud-Backup und getrennte Konten eingerichtet sind. Diese Fälle zeigen, wie eng Technik, Verhalten und Verantwortung zusammenhängen.
 
'''Urheberrecht'''
 
Urheberrecht schützt originale literarische, wissenschaftliche und künstlerische Werke automatisch ab ihrer Entstehung; eine formale Anmeldung ist dafür grundsätzlich nicht nötig. Die Urheberin oder der Urheber entscheidet über Veröffentlichung, Vervielfältigung und Nutzung durch andere. Für die Schule heißt das: Ein Bild aus der Bildersuche, ein Song im Video oder ein kopierter Text aus dem Internet sind nicht automatisch frei verwendbar, nur weil sie online auffindbar sind. Was im Unterricht häufig falsch eingeschätzt wird „Im Internet gefunden“ bedeutet nicht „frei nutzbar“. „Nur für die Schule“ bedeutet nicht automatisch „ohne Regeln erlaubt“. „Ich habe die Quelle genannt“ ersetzt nicht jede notwendige Nutzungserlaubnis. Gerade bei Fotos erklärt oesterreich.gv.at ausdrücklich, dass Bilder nur mit Zustimmung der Urheberin, des Urhebers oder der Rechteinhabenden öffentlich ins Internet gestellt werden dürfen; dabei spielt es keine Rolle, ob die Veröffentlichung privat oder kommerziell erfolgt.
 
'''Quellenangaben und Plagiate'''
 
Sauberes Arbeiten bedeutet, fremde Inhalte kenntlich zu machen, Quellen nachvollziehbar anzugeben und eigene von fremden Anteilen zu trennen. Das gilt für Referate, Präsentationen, Podcasts, Videos, Websites und KI-gestützte Arbeiten gleichermaßen. Schülerinnen und Schüler sollen daher trainieren, Autor, Titel, Fundstelle, Lizenz und Änderungsvermerk festzuhalten, statt Materialien kommentarlos zu übernehmen.
 
'''Creative-Commons-Lizenzen'''
 
Creative-Commons-Lizenzen erleichtern die legale Nutzung, weil sie vorab festlegen, was erlaubt ist. Wichtige Kürzel sind BY für Namensnennung, NC für nicht kommerzielle Nutzung, SA für Weitergabe unter gleichen Bedingungen und ND für keine Bearbeitung. CC0 erlaubt die Nutzung ohne Bedingungen. Für Unterrichtsprojekte ist deshalb das Lesen der Lizenz ebenso wichtig wie das Finden eines passenden Materials. Beispiele zu Lizenzen Ein Bild mit CC BY darf meist verwendet werden, wenn der Name genannt wird. Ein Werk mit CC BY-NC darf für nicht kommerzielle Zwecke genutzt werden, aber nicht für kommerzielle Verwertung. Ein Werk mit CC BY-NC-SA darf bearbeitet werden, doch die neue Fassung muss wieder unter denselben Bedingungen weitergegeben werden. Ein Werk mit ND darf unverändert weitergegeben, aber nicht bearbeitet werden.
 
'''Recht am eigenen Bild'''
 
Neben dem Urheberrecht ist auch das Persönlichkeitsrecht wichtig. oesterreich.gv.at erklärt, dass Bilder von Personen nicht öffentlich zugänglich gemacht werden dürfen, wenn dadurch schutzwürdige Interessen der abgebildeten Person verletzt würden. Weil das im Einzelfall schwer zu beurteilen ist, soll die Zustimmung der abgebildeten Person grundsätzlich vorher eingeholt werden. Das betrifft Klassenfotos, Ausflugsbilder, Videos aus dem Turnsaal oder peinliche Screenshots aus Chats.
 
Wenn Bilder problematisch veröffentlicht wurden Wer von unerwünschten Bildern betroffen ist, sollte Beweise sichern, den Websitebetreiber oder die Plattform zur Löschung auffordern und gegebenenfalls die Internet Ombudsstelle einschalten. Bei Personenfotos sind zusätzlich datenschutzrechtliche Aspekte zu beachten. Für den Unterricht ergibt sich daraus eine klare Regel: erst fragen, dann posten; bei Problemen rasch dokumentieren, melden und löschen lassen. Anwendungsfälle aus dem Schulalltag Eine Gruppe baut ein Video mit Hintergrundmusik von einer Streamingplattform ein, ohne Nutzungsrechte zu prüfen. Eine Präsentation nutzt Bilder aus der Suchmaschine ohne Lizenzangabe. Ein Klassenfoto wird in einer offenen Messenger-Gruppe weitergeleitet. Eine Cloud-Datei mit personenbezogenen Daten wird öffentlich geteilt. Solche Fälle eignen sich gut, um jeweils zu klären: Welche Daten sind betroffen, welches Recht ist berührt, welche Maßnahme wäre korrekt gewesen?
 
'''Merksätze'''
 
Wenig Daten, klare Zwecke, sichere Zugänge, aktuelle Systeme, gesicherte Backups, korrekte Quellen, passende Lizenzen, vorher fragen
 
== 2.3 Weiterführende Links ==
 
* Europäische Kommission, Datenschutz erklärt
* Europäische Kommission, Betroffenenrechte
* Österreichische Datenschutzbehörde, Was ist Datenschutz
* Österreichische Datenschutzbehörde, Rechte Betroffener
* oesterreich.gv.at, Urheberrechte Internet
* oesterreich.gv.at, Fotos Internet
* oesterreich.gv.at, Recht eigenes Bild
* Creative Commons, Lizenzübersicht
* BSI, Basistipps IT-Sicherheit
 
== 2.4 Unterrichtsaufgaben ==
 
=== 2.4.1 Passwortlabor ===
 
Konkrete Sicherheitsroutinen lassen sich besonders nachhaltig lernen, wenn Schutzmaßnahmen praktisch erprobt, verglichen und auf ihre Alltagstauglichkeit überprüft werden, weil dadurch aus abstrakten Regeln nachvollziehbare Gewohnheiten für Accounts,
 
Geräte und digitale Dienste entstehen. Die Schülerinnen und Schüler untersuchen zunächst Beispiele für schwache und starke Passwörter sowie typische Fehler bei der Kontosicherung. Anschließend entwickeln sie Regeln für sichere Passwörter und prüfen, welche Rolle Länge, Einzigartigkeit, Passwortmanager und Zwei-Faktor-Authentisierung spielen. Danach bewerten sie verschiedene Login-Situationen, etwa Schulaccount, Spielekonto, Mailkonto oder Streamingdienst, und entscheiden, welche Schutzmaßnahmen jeweils besonders wichtig sind. Im zweiten Schritt formulieren die Lernenden eine kurze Sicherheitsberatung für Mitschülerinnen und Mitschüler. Diese soll erklären, wie ein sicheres Passwort aufgebaut ist, warum Wiederverwendung problematisch ist und weshalb ein zusätzlicher Faktor den Kontoschutz verbessert. Die Ergebnisse werden verglichen und zu einer gemeinsamen Klassenregelkarte zusammengeführt.
 
'''Material'''
 
Passwortkarten, Fallbeispiele, Regelblatt
 
'''Produkte'''
 
Regelkarten, Sicherheitsberatung, Merkliste
 
'''Fokus'''
 
Passwörter, 2FA, Kontoschutz, Gewohnheiten
 
=== 2.4.2 Datenschutz im Schulalltag ===
 
Besonders wirksam wird Lernen dann, wenn reale Situationen aus Schule und Freizeit daraufhin geprüft werden, welche Daten anfallen, wer Zugriff erhält, welche Risiken entstehen und welche datenschutzfreundlichen Alternativen möglich wären. Die Lehrkraft gibt mehrere Alltagsszenarien vor, zum Beispiel eine Klassenumfrage mit Klarnamen, ein freigegebenes Cloud-Dokument, ein Klassenfoto auf der Schulwebsite, ein Standortbild in sozialen Netzwerken oder eine App mit unnötigen Berechtigungen. Die Schülerinnen und Schüler analysieren in Gruppen, welche personenbezogenen Daten betroffen sind, ob alle Angaben wirklich notwendig sind und welche datensparsamere Lösung gewählt werden könnte. Danach erstellen die Gruppen eine Bewertung mit drei Teilen: Welche Daten sind betroffen, welches Problem kann entstehen, welche bessere Lösung ist möglich. In der Besprechung wird deutlich gemacht, dass Datenschutz nicht nur Verbot bedeutet, sondern bewusstes Planen, Begrenzen und Entscheiden. Szenarien Klassenfoto, Cloudlink, Umfrage, Standortpost, Apprechte
 
'''Produkte'''
 
Fallanalyse, Lösungsblatt, Tafelbild
 
'''Fokus'''
 
Datenarten, Zweckbindung, Datenminimierung, Freigaben
 
=== 2.4.3 Phishing erkennen ===
 
Die Fähigkeit, digitale Risiken früh zu erkennen, verbessert sich deutlich, wenn verdächtige Nachrichten systematisch untersucht und ihre Merkmale sprachlich, technisch und inhaltlich
 
begründet eingeordnet werden, statt nur allgemein vor Gefahren zu warnen. Die Schülerinnen und Schüler erhalten verschiedene E-Mails, Messenger-Nachrichten oder Login-Seiten als Beispielmaterial. Darunter befinden sich glaubwürdige und betrügerische Varianten. Die Aufgabe besteht darin, Auffälligkeiten zu markieren, Warnsignale zu benennen und zu erklären, wie im Ernstfall richtig reagiert werden sollte. Untersucht werden etwa Druckaufbau, falsche Absender, ungewohnte Links, Rechtschreibfehler, Anhänge, Gewinnversprechen oder Aufforderungen zur schnellen Eingabe persönlicher Daten. Anschließend formulieren die Lernenden eine kurze Handlungsanleitung für den Umgang mit verdächtigen Nachrichten und präsentieren ihre wichtigsten Prüfregeln. Merkmale Absender, Linkziel, Sprache, Druck, Anhang
 
'''Produkte'''
 
Checkliste, Warnplakat, Handlungsplan
 
'''Fokus'''
 
Phishing, Betrug, Vorsicht, Reaktion
 
=== 2.4.4 Lizenzdetektive ===
 
Urheberrecht wird für Lernende verständlicher, wenn nicht nur Regeln besprochen, sondern digitale Materialien gezielt daraufhin geprüft werden, ob Nutzung, Bearbeitung, Veröffentlichung und Weitergabe tatsächlich erlaubt, eingeschränkt oder verboten sind. Die Schülerinnen und Schüler erhalten verschiedene Materialien für ein fiktives Referat oder Video, etwa Bilder aus einer Suchmaschine, ein Musikstück, einen Textausschnitt, eine Grafik mit Creative-Commons-Lizenz und ein selbst aufgenommenes Foto. Sie entscheiden, was genutzt werden darf, welche Bedingungen gelten und was bei Quellenangabe, Bearbeitung oder Veröffentlichung zu beachten ist. Danach ordnen sie die Materialien in Kategorien ein, zum Beispiel frei nutzbar, nutzbar mit Namensnennung, nicht bearbeitbar oder unklar lizenziert. Im Anschluss erstellen die Gruppen Regeln für rechtssicheres Arbeiten bei Präsentationen, Lernvideos und digitalen Produkten.
 
'''Materialien'''
 
Fotos, Musik, Texte, Grafiken, Videos
 
'''Produkte'''
 
Lizenzübersicht, Regelplakat, Quellenliste
 
'''Fokus'''
 
Urheberrecht, CC-Lizenzen, Quellen, Nutzung
 
=== 2.4.5 Bildrechte besprechen ===
 
Rechtliche und persönliche Grenzen beim Veröffentlichen von Bildern werden nachhaltiger verstanden, wenn Lernende typische Konfliktfälle aus ihrem Lebensumfeld beurteilen und dabei zwischen technischer Möglichkeit, sozialer Verantwortung und rechtlicher Zulässigkeit unterscheiden. Die Lehrkraft legt Fallbeispiele vor, etwa ein Klassenfoto in einer offenen Gruppe, ein peinliches Bild aus dem Sportunterricht, ein Screenshot aus einem Videochat, ein Bild von einem
 
Schulfest oder ein Gruppenfoto für die Schulhomepage. Die Schülerinnen und Schüler besprechen, welche Zustimmungen nötig wären, wessen Interessen betroffen sind und welche Folgen eine unbedachte Veröffentlichung haben kann. Im zweiten Schritt formulieren die Gruppen klare Regeln für das Teilen von Bildern in Schule, Freizeit und sozialen Netzwerken. Ziel ist eine einfache, alltagstaugliche Entscheidungshilfe für Situationen, in denen Bilder schnell weitergeleitet oder gepostet werden könnten. Fallbeispiele Klassenchat, Schulhomepage, Ausflugfoto, Screenshot, Gruppenbild
 
'''Produkte'''
 
Regelsammlung, Ampelkarte, Klassenvereinbarung
 
'''Fokus'''
 
Bildrechte, Zustimmung, Respekt, Veröffentlichung
 
=== 2.4.6 Sicherheitskonzept für Geräte ===
 
Komplexere Zusammenhänge zwischen Datensicherheit und Verantwortung werden besonders gut verstanden, wenn mehrere Schutzmaßnahmen gemeinsam geplant werden und sichtbar wird, dass sichere Nutzung aus Technik, Verhalten und regelmäßiger Vorsorge besteht. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln in Kleingruppen ein Sicherheitskonzept für ein Schultablet, ein privates Smartphone oder einen gemeinsam genutzten Laptop. Sie überlegen, welche Maßnahmen gegen Verlust, Schadsoftware, unbefugten Zugriff und Datenverlust sinnvoll sind und wie diese im Alltag zuverlässig umgesetzt werden können. Das Konzept soll mindestens Gerätesperre, Updates, Backup, sichere WLAN-Nutzung, App- Prüfung, Berechtigungen und Verhalten bei Verlust enthalten. Danach stellen die Gruppen ihr Konzept vor und begründen, warum einzelne Maßnahmen besonders wichtig sind. Eine Vergleichsphase zeigt, dass kein einzelner Schutz ausreicht, sondern mehrere Maßnahmen zusammenwirken müssen. Bausteine Sperre, Update, Backup, WLAN, Apprechte, Logout
 
'''Produkte'''
 
Sicherheitsplan, Prioritätenliste, Kurzpräsentation
 
'''Fokus'''
 
Geräteschutz, Vorsorge, Verlust, Schadsoftware
 
=== 2.4.7 Streitfall Datenschutz ===
 
Vertieftes Lernen entsteht oft dann, wenn unterschiedliche Interessen bewusst aufeinandertreffen und Schülerinnen und Schüler Lösungen aushandeln müssen, die sowohl praktisch sinnvoll als auch rechtlich und ethisch vertretbar sind. Die Klasse erhält einen Konfliktfall, etwa die Einführung einer Lern-App mit umfangreicher Datensammlung, eine Kamera im Schulgebäude, eine öffentliche Ergebnisliste bei einem Wettbewerb oder eine Plattform mit unklaren Nutzungsbedingungen. Die Lernenden übernehmen Rollen wie Lehrkraft, Eltern, Schulleitung, Schülerin oder Schüler, App-Anbieter oder Datenschutzbeauftragte.
 
Jede Rolle sammelt Interessen, Vorteile, Bedenken und Mindestbedingungen. Danach folgt eine moderierte Diskussion mit dem Ziel, eine gemeinsame Entscheidung zu treffen. Am Ende wird schriftlich festgehalten, unter welchen Bedingungen eine Nutzung akzeptabel wäre oder warum sie abgelehnt werden sollte. Rollen Lehrkraft, Eltern, Schulleitung, Lernende, Anbieter, Datenschutz
 
'''Produkte'''
 
Rollenkarten, Argumenteliste, Beschluss
 
'''Fokus'''
 
Abwägung, Interessen, Rechte, Verantwortung
 
=== 2.4.8 Fehleranalyse digitaler Projekte ===
 
Nachhaltige Kompetenz entsteht besonders dann, wenn fehlerhafte Produkte nicht nur verbessert, sondern systematisch darauf untersucht werden, an welchen Stellen Datenschutz, Datensicherheit oder Urheberrecht missachtet wurden und wie sich diese Fehler künftig vermeiden lassen. Die Schülerinnen und Schüler bekommen absichtlich fehlerhafte Beispiele, etwa eine Präsentation ohne Quellen, ein Video mit geschützter Musik, ein Arbeitsblatt mit unklarer Bildnutzung, eine Cloud-Datei mit offener Freigabe oder ein Formular mit zu vielen Pflichtfeldern. Ihre Aufgabe besteht darin, alle problematischen Punkte zu markieren und jeweils eine passende Korrektur vorzuschlagen. Anschließend verfassen die Gruppen eine kurze Verbesserungsempfehlung für jede Datei oder jedes Produkt. Dadurch wird nicht nur Fehlererkennung trainiert, sondern auch die Fähigkeit, rechtliche und technische Probleme praktisch zu lösen. Fehlerquellen Quelle fehlt, Lizenz fehlt, Freigabe offen, Datenmenge, Musiknutzung
 
'''Produkte'''
 
Fehlerprotokoll, Korrekturblatt, Verbesserungsplan
 
'''Fokus'''
 
Analyse, Korrektur, Transfer, Anwendung


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Version vom 15. September 2026, 07:49 Uhr

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Beim Arbeiten mit digitalen Systemen entstehen Daten, Dateien und Veröffentlichungen. Diese Einheit verbindet drei Bereiche, die im Alltag oft vermischt werden: Datensicherheit, Datenschutz und Urheberrecht.

Lernziele

Nach dieser Einheit kannst du:

  • Datensicherheit und Datenschutz voneinander unterscheiden und passende Beispiele nennen.
  • personenbezogene Daten erkennen und den Grundsatz der Datenminimierung anwenden.
  • Kontoschutz mit starken Passwörtern bzw. Passphrasen, Mehrfaktor-Authentifizierung, Updates und Backups begründen.
  • Phishing und riskante Freigaben erkennen und angemessen reagieren.
  • Urheberrecht, freie Lizenzen und Quellenangaben bei eigenen Arbeiten berücksichtigen.
  • das Recht am eigenen Bild und die Privatsphäre anderer bei Veröffentlichungen beachten.

Vorwissen aus der Digitalen Grundbildung

Du kennst aus der Digitalen Grundbildung bereits Passwortregeln, Phishing, den Schutz personenbezogener Daten, Quellenangaben und Rechte an digitalen Inhalten. Jetzt ordnest du diese Kenntnisse fachlich und wendest sie auf typische schulische Situationen an.

Lerninhalte

Datenschutz und Datensicherheit

Datenschutz betrifft den rechtmäßigen und verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Daten. Datensicherheit umfasst technische und organisatorische Maßnahmen gegen Verlust, Manipulation, Ausfall oder unberechtigten Zugriff. Ein verschlüsseltes Gerät kann technisch gut geschützt sein; trotzdem kann die Verarbeitung personenbezogener Daten datenschutzrechtlich problematisch sein.

Personenbezogene Daten und Datenminimierung

Personenbezogene Daten sind Informationen, die sich auf eine bestimmte oder bestimmbare Person beziehen. Dazu können Name, Kontaktdaten, Fotos, Standortdaten, Kennungen oder Kombinationen mehrerer Angaben gehören. Ein wichtiger Grundsatz ist: Nur jene Daten erheben oder weitergeben, die für den jeweiligen Zweck wirklich nötig sind.

Konten und Geräte schützen

Für wichtige Konten sollten einzigartige starke Passwörter oder Passphrasen und – wenn möglich – Mehrfaktor-Authentifizierung verwendet werden. Updates schließen bekannte Sicherheitslücken. Backups schützen vor Datenverlust, etwa bei Defekten, Fehlbedienung oder Schadsoftware. Freigaben in Cloud-Diensten sollten regelmäßig geprüft werden.

Phishing und Social Engineering

Angreifer versuchen häufig nicht zuerst Technik zu überwinden, sondern Menschen zu täuschen. Warnzeichen sind unerwarteter Zeitdruck, ungewöhnliche Absender, Aufforderungen zur Eingabe von Zugangsdaten oder auffällige Links. Im Zweifel wird die Nachricht nicht über den enthaltenen Link, sondern über einen bekannten offiziellen Weg geprüft.

Urheberrecht und Lizenzen

Texte, Bilder, Musik, Videos und Programme dürfen nicht automatisch beliebig übernommen werden. Quellen müssen nachvollziehbar angegeben werden. Freie Lizenzen – zum Beispiel Creative-Commons-Lizenzen – können bestimmte Nutzungen erlauben; ihre Bedingungen müssen gelesen und eingehalten werden. Bei Bildern von Personen ist zusätzlich die Privatsphäre bzw. das Recht am eigenen Bild zu beachten.

Üben und Anwenden

Aufgabe 1: Sicherheitscheck

Prüfe ein fiktives Schulkonto: Passwort, Mehrfaktor-Authentifizierung, Wiederherstellungsoptionen, Freigaben, Updates und Backup. Erstelle daraus eine kurze Checkliste.

Aufgabe 2: Phishing erkennen

Untersuche drei Beispielnachrichten. Markiere Warnzeichen und beschreibe jeweils den sicheren nächsten Schritt.

Aufgabe 3: Rechtssicheres Medienprodukt

Suche ein Bild mit einer passenden freien Lizenz. Dokumentiere Quelle, Urheberin oder Urheber, Lizenz und gegebenenfalls Änderungen so, dass die Nutzung nachvollziehbar bleibt.

Aufgabe 4: Datensparsame Planung

Entwirf für eine Klassenumfrage ein Formular und streiche alle Angaben, die für die Fragestellung nicht benötigt werden.

Kompetenzcheck

Prüfe dich selbst. Du solltest die folgenden Punkte ohne Hilfe erklären oder anwenden können:

  • Ich kann Datenschutz und Datensicherheit an einem eigenen Beispiel unterscheiden.
  • Ich kann mindestens vier wirksame Schutzmaßnahmen für Konten und Dateien begründen.
  • Ich kann typische Phishing-Merkmale erkennen, ohne verdächtige Links öffnen zu müssen.
  • Ich kann erklären, warum „im Internet gefunden“ keine Nutzungsberechtigung bedeutet.
  • Ich kann eine einfache Quellen- und Lizenzangabe erstellen.