DGB 3: Digitale Identitaet und Reputation
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Profile, Beiträge, Kommentare, Bilder, Nutzernamen und öffentliche Interaktionen prägen, wie eine Person online wahrgenommen wird. Diese digitale Identität ist nicht identisch mit der gesamten Person, kann aber langfristig Wirkung entfalten. Deshalb sind Privatsphäre, Kontext und bewusste Selbstdarstellung wichtig.
Lehrplanbezug
| Bereich | Zuordnung |
|---|---|
| Kompetenzbereich | Kommunikation |
| Perspektiven | G, I |
| Schwerpunkt | Eigene digitale Identitäten reflektiert gestalten und die digitale Reputation schützen |
| Kompetenz | Eigene digitale Identitäten reflektiert gestalten sowie die eigene digitale Reputation verfolgen und mit geeigneten Strategien schützen. |
Lernziele
Die Schülerinnen und Schüler können:
- digitale Identität und digitale Reputation unterscheiden;
- Bausteine digitaler Selbstdarstellung benennen;
- unterschiedliche Rollen in Schule, Freizeit und Öffentlichkeit berücksichtigen;
- erklären, wie digitale Spuren entstehen und weitergegeben werden können;
- Privatsphäre-Einstellungen als Schutzinstrument einordnen;
- Risiken durch unbedachte Beiträge, Markierungen und Weiterleitungen erkennen;
- positive und authentische digitale Präsenz planen;
- bei problematischen Inhalten geeignete Reaktions- und Hilfswege nennen;
- die eigene digitale Reputation reflektieren, ohne unnötig private Daten offenzulegen;
Lerninhalte
Was digitale Identität bedeutet
Digitale Identität umfasst Informationen und Handlungen, die einer Person online zugeordnet werden können: Profile, Nutzernamen, Posts, Kommentare, Fotos oder Beiträge in Lernplattformen.
Menschen können je nach Kontext unterschiedliche Rollen zeigen. Ein Schulprofil braucht andere Informationen als ein Gaming-Account oder ein öffentliches Portfolio.
Wie digitale Reputation entsteht
Reputation ist der Eindruck, den andere über eine Person gewinnen. Sie entsteht nicht nur durch eigene Beiträge, sondern auch durch Markierungen, Kommentare anderer oder weitergeleitete Inhalte.
Ein einzelner Inhalt kann aus seinem ursprünglichen Kontext gelöst werden und später anders wirken.
Bausteine der eigenen Selbstdarstellung
Profilbild, Biografie, Sprache, Themen, Kommentare und veröffentlichte Medien tragen zur Wahrnehmung bei. Dabei sollte zwischen sinnvoller Information und unnötiger Preisgabe persönlicher Daten unterschieden werden.
Bei Jugendlichen bedeutet eine gute digitale Präsenz nicht, private Lebensläufe öffentlich zu stellen, sondern passend und respektvoll zum jeweiligen Kontext aufzutreten.
Unterschiedliche Rollen und Kontexte beachten
Was im engen Freundeskreis passend ist, kann in einer öffentlichen Umgebung anders wirken. Plattformen und Gruppen unterscheiden sich hinsichtlich Sichtbarkeit und Zielgruppe.
Vor dem Posten hilft die Frage: Würde ich diese Information auch in einem größeren, mir unbekannten Publikum zeigen?
Digitale Spuren und langfristige Sichtbarkeit
Screenshots, Weiterleitungen, Suchmaschinen und Archivierung können Inhalte länger sichtbar machen als erwartet. Löschen reduziert Sichtbarkeit, garantiert aber nicht, dass jede Kopie verschwindet.
Deshalb ist die Entscheidung vor der Veröffentlichung besonders wichtig.
Chancen bewusster digitaler Identitäten
Digitale Räume ermöglichen Kreativität, fachliche Interessen, Zusammenarbeit und gesellschaftliche Beteiligung. Ein gutes Projektportfolio kann Leistungen und Interessen sichtbar machen.
Ziel ist nicht, online möglichst wenig zu tun, sondern die eigene Präsenz selbstbestimmt zu gestalten.
Risiken für digitale Identität und Reputation
Unpassende öffentliche Beiträge, Identitätsmissbrauch, gefälschte Profile, Cybermobbing oder kompromittierte Konten können Reputation und Wohlbefinden beeinträchtigen.
Bei Angriffen oder problematischen Inhalten sollten Betroffene Beweise sichern, melden und Unterstützung durch vertrauenswürdige Erwachsene bzw. zuständige Stellen suchen.
Strategien zum Schutz der eigenen digitalen Reputation
Privatsphäre-Einstellungen, starke Passwörter, Mehrfaktor-Schutz und bewusste Freigaben reduzieren Risiken. Markierungen und öffentliche Profilfelder sollten regelmäßig geprüft werden.
Bei Konflikten gilt: nicht impulsiv eskalieren, sondern sachlich dokumentieren, blockieren oder melden und Hilfe holen.
Eigene digitale Präsenz beobachten und weiterentwickeln
Reflexion kann mit fiktiven Profilen, Checklisten oder freiwilligen öffentlichen Beispielen erfolgen. Schülerinnen und Schüler sollen nicht verpflichtet werden, private Konten oder Suchergebnisse über die eigene Person offenzulegen.
Wichtig ist die übertragbare Kompetenz: Wirkung abschätzen, Sichtbarkeit kontrollieren und Entscheidungen begründen.
Aufgaben für den Unterricht
Digitale Rollen sichtbar machen
Arbeitsauftrag: Ordnet fiktive Profilinformationen den Kontexten Schule, Freundeskreis, Hobby und Öffentlichkeit zu.
Erwartetes Ergebnis: Kontextmatrix.
Profile und Beiträge analysieren
Arbeitsauftrag: Prüft fiktive Profile auf Zielgruppe, Privatsphäre, Ton und unnötige persönliche Angaben.
Erwartetes Ergebnis: Profilanalyse.
Den ersten Eindruck vergleichen
Arbeitsauftrag: Vergleicht zwei unterschiedlich gestaltete Profile derselben fiktiven Person und beschreibt die Wirkung.
Erwartetes Ergebnis: Wirkungsvergleich.
Digitale Spuren verfolgen
Arbeitsauftrag: Zeichnet, wie ein Post durch Teilen, Screenshot und Suche einen größeren Empfängerkreis erreichen kann.
Erwartetes Ergebnis: Verbreitungsdiagramm.
Privatsphäre-Einstellungen planen
Arbeitsauftrag: Entwickelt für ein fiktives Konto sinnvolle Sichtbarkeits- und Freigabeeinstellungen.
Erwartetes Ergebnis: Einstellungsplan.
Problematische Beiträge überarbeiten
Arbeitsauftrag: Überarbeitet Posts mit unnötigen Daten, beleidigendem Ton oder missverständlichem Kontext.
Erwartetes Ergebnis: verbesserte Beiträge.
Perspektiven anderer einnehmen
Arbeitsauftrag: Bewertet einen Beitrag aus Sicht von Freund, Lehrkraft, unbekannter Person und späterem öffentlichen Publikum.
Erwartetes Ergebnis: Perspektivenkarte.
Eine positive digitale Präsenz entwerfen
Arbeitsauftrag: Gestaltet ein fiktives Projektprofil, das Interessen und Leistungen zeigt, ohne unnötige private Daten preiszugeben.
Erwartetes Ergebnis: Profilentwurf.
Schutzstrategien als Leitfaden entwickeln
Arbeitsauftrag: Sammelt Regeln zu Sichtbarkeit, Markierungen, Passwörtern, Meldung und Hilfesuche.
Erwartetes Ergebnis: Schutzleitfaden.
Reflexion zum Abschluss
Arbeitsauftrag: Formuliere, welche drei Fragen du dir vor einer öffentlichen Veröffentlichung stellen willst.
Erwartetes Ergebnis: persönliche Merkkarte.
Selbstcheck
- Ich kann den Schwerpunkt „Eigene digitale Identitäten reflektiert gestalten und die digitale Reputation schützen“ mit eigenen Worten erklären.
- Ich kann digitale Identität und digitale Reputation unterscheiden.
- Ich kann Bausteine digitaler Selbstdarstellung benennen.
- Ich kann unterschiedliche Rollen in Schule, Freizeit und Öffentlichkeit berücksichtigen.
- Ich kann erklären, wie digitale Spuren entstehen und weitergegeben werden können.
- Ich kann Privatsphäre-Einstellungen als Schutzinstrument einordnen.