DGB 3: Informations- und Datensuche
← Digitale Grundbildung 3. Klasse
Gute Recherche beginnt nicht mit dem ersten Treffer, sondern mit einer klaren Frage. Schülerinnen und Schüler sollen Suchziele festlegen, Suchbegriffe systematisch verbessern, geeignete Quellen auswählen und Ergebnisse auf Verlässlichkeit, Aktualität und mögliche Interessen prüfen.
Lehrplanbezug
| Bereich | Zuordnung |
|---|---|
| Kompetenzbereich | Information |
| Perspektiven | T, I |
| Schwerpunkt | Zielgerichtete und selbstständige Suche nach Informationen und Daten |
| Kompetenz | Die Suche nach Informationen und Daten mit geeigneten Strategien planen und durchführen, geeignete Quellen nutzen und gefundene Informationen vergleichend hinterfragen. |
Lernziele
Die Schülerinnen und Schüler können:
- ein Recherchethema in eine klare Suchfrage überführen;
- Schlüsselbegriffe, Synonyme und relevante Fachbegriffe entwickeln;
- Anführungszeichen und einfache Suchoperatoren gezielt einsetzen;
- unterschiedliche Quellenarten passend zur Fragestellung auswählen;
- Autorenschaft, Herausgeber, Datum und Belege prüfen;
- Informationen aus mehreren Quellen vergleichen;
- zwischen Daten, Behauptungen, Meinungen und Interpretationen unterscheiden;
- den eigenen Rechercheweg nachvollziehbar dokumentieren;
- bei widersprüchlichen Ergebnissen weiterrecherchieren statt vorschnell zu entscheiden;
Lerninhalte
Suchanlässe und Suchziele klären
Eine offene Frage wie „Was ist mit Klima?“ ist zu breit. Eine recherchierbare Frage benennt Thema, Zeitraum oder Vergleich. Ein klares Ziel hilft auch bei der Entscheidung, ob ein Lexikon, eine Statistik, eine Nachricht, ein wissenschaftlicher Text oder eine Behördenseite benötigt wird.
Vor der Suche wird deshalb festgelegt, welche Information am Ende tatsächlich gebraucht wird und wie genau sie sein muss.
Geeignete Suchbegriffe entwickeln
Gute Suchbegriffe enthalten die wichtigsten Fachwörter. Synonyme und verwandte Begriffe verbessern die Treffermenge. Statt ganzer Fragesätze kann eine Kombination aus präzisen Kernbegriffen oft effizienter sein.
Unbekannte Fachbegriffe werden zunächst geklärt und anschließend für weitere Suchschritte genutzt.
Suchstrategien und Suchoperatoren anwenden
Anführungszeichen können eine exakte Wortfolge suchen. Ein Minuszeichen oder anbieterspezifische Operatoren können Ergebnisse eingrenzen; die genaue Funktionsweise unterscheidet sich je nach Suchdienst.
Entscheidend ist nicht das Auswendiglernen vieler Operatoren, sondern die iterative Strategie: suchen → Treffer prüfen → Begriffe verbessern → erneut suchen.
Geeignete Quellen auswählen
Für rechtliche Vorgaben ist eine offizielle Stelle meist geeigneter als ein beliebiger Blog. Für aktuelle Ereignisse sind etablierte Nachrichtenquellen sinnvoll; für Überblickswissen können Lexika den Einstieg bieten.
Quellenwahl hängt vom Zweck ab. Eine persönliche Erfahrung kann für einen Erfahrungsbericht passend sein, aber nicht als alleiniger Beleg für eine statistische Aussage.
Informationen und Daten vergleichend prüfen
Eine wichtige Behauptung sollte möglichst mit unabhängigen Quellen verglichen werden. Stimmen Zahlen überein? Beziehen sie sich auf denselben Zeitraum und dieselbe Definition? Gibt es Originaldaten?
Widersprüche sind kein Grund zum Abbruch, sondern ein Signal, genauer nach Definitionen, Aktualität und Herkunft zu suchen.
Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit einschätzen
Hilfreiche Prüffragen sind: Wer veröffentlicht? Welche Fachkompetenz oder institutionelle Verantwortung besteht? Wann wurde der Inhalt aktualisiert? Werden Belege genannt? Gibt es erkennbare wirtschaftliche oder andere Interessen?
Ein professionelles Design allein beweist keine Verlässlichkeit.
Rechercheergebnisse dokumentieren und ordnen
Suchbegriffe, wichtige Links, Titel, Herausgeber und Kernaussagen sollten während der Recherche notiert werden. Für längere Aufgaben helfen Tabellen oder strukturierte Notizen.
Dateien und Downloads erhalten eindeutige Namen und werden in passenden Ordnern gespeichert. So bleibt nachvollziehbar, welche Quelle zu welcher Aussage gehört.
Beispiele aus schulischen und lebensnahen Rechercheanlässen
Geeignete Themen sind Verkehr, Energie, Gesundheit, Mediennutzung, Geschichte oder Naturwissenschaft. Bei praktischen Fragen gelten dieselben Grundprinzipien: Ziel klären, Quelle passend wählen, Aktualität prüfen.
Bei personenbezogenen oder sensiblen Themen soll keine unnötige private Datenspur erzeugt werden.
Aufgaben für den Unterricht
Rechercheaufträge präzisieren
Arbeitsauftrag: Formuliert aus zu breiten Themen konkrete, überprüfbare Recherchefragen.
Erwartetes Ergebnis: präzise Fragestellungen.
Suchbegriffe gezielt entwickeln
Arbeitsauftrag: Erstellt zu einer Frage Kernbegriffe, Synonyme, Fachbegriffe und gegebenenfalls Ausschlussbegriffe.
Erwartetes Ergebnis: Suchwortnetz.
Suchstrategien praktisch erproben
Arbeitsauftrag: Führt mehrere Suchläufe durch und dokumentiert, wie sich Treffer durch präzisere Begriffe oder Anführungszeichen verändern.
Erwartetes Ergebnis: Suchprotokoll.
Quellenarten passend auswählen
Arbeitsauftrag: Ordnet Fragestellungen passenden Quellenarten wie Behörde, Statistik, Fachportal, Lexikon oder Nachrichtenmedium zu.
Erwartetes Ergebnis: Quellenwahl mit Begründung.
Informationen vergleichend prüfen
Arbeitsauftrag: Vergleicht drei Quellen zur selben überprüfbaren Aussage und haltet Übereinstimmungen sowie Unterschiede fest.
Erwartetes Ergebnis: Quellenvergleich.
Daten und Informationen unterscheiden
Arbeitsauftrag: Markiert in einem Beispieltext Zahlenwerte, Datenbasis, Behauptungen und Interpretationen getrennt.
Erwartetes Ergebnis: annotierter Text.
Recherchewege dokumentieren
Arbeitsauftrag: Legt für eine Recherche eine nachvollziehbare Liste aus Suchfrage, Suchbegriffen, Quellen und Kernaussagen an.
Erwartetes Ergebnis: Recherchejournal.
Qualität von Quellen beurteilen
Arbeitsauftrag: Bewertet ausgewählte Quellen nach Autorenschaft, Aktualität, Belegen, Zweck und möglicher Interessenlage.
Erwartetes Ergebnis: Bewertungsraster.
Rechercheaufträge selbstständig lösen
Arbeitsauftrag: Bearbeitet eine neue Frage vom Suchplan bis zur kurzen, quellenbasierten Antwort.
Erwartetes Ergebnis: Mini-Recherche.
Reflexion zum Abschluss
Arbeitsauftrag: Beschreibe zwei Änderungen an deinem Suchverhalten, die deine nächste Recherche verlässlicher machen.
Erwartetes Ergebnis: Reflexion.
Selbstcheck
- Ich kann den Schwerpunkt „Zielgerichtete und selbstständige Suche nach Informationen und Daten“ mit eigenen Worten erklären.
- Ich kann ein Recherchethema in eine klare Suchfrage überführen.
- Ich kann Schlüsselbegriffe, Synonyme und relevante Fachbegriffe entwickeln.
- Ich kann Anführungszeichen und einfache Suchoperatoren gezielt einsetzen.
- Ich kann unterschiedliche Quellenarten passend zur Fragestellung auswählen.
- Ich kann Autorenschaft, Herausgeber, Datum und Belege prüfen.