DGB 1: Medienwandel
← Digitale Grundbildung 1. Klasse
Medien verändern sich mit Technik und Gesellschaft. Briefe, Radio, Fernsehen, gedruckte Lexika oder Schallplatten sind nicht einfach verschwunden, aber digitale Angebote haben viele Nutzungsweisen ergänzt oder verändert. Medienwandel beschreibt deshalb sowohl technische Entwicklungen als auch Veränderungen im Verhalten und Zusammenleben.
Lehrplanbezug
| Bereich | Zuordnung |
|---|---|
| Kompetenzbereich | Handeln |
| Schwerpunkt | Mediennutzungsformen, Medienwandel und gesellschaftliche Etablierung |
| Kompetenz | Mediennutzungsformen und ihre Entwicklung beschreiben sowie Veränderungen von Information, Kommunikation, Unterhaltung und gesellschaftlicher Teilhabe einordnen. |
Lernziele
Die Schülerinnen und Schüler können:
- verschiedene Mediennutzungsformen nennen;
- Medien den Bereichen Information, Kommunikation, Unterhaltung, Bildung und Organisation zuordnen;
- ältere und neuere Medienformen vergleichen;
- einfache Entwicklungslinien des Medienwandels beschreiben;
- erklären, dass neue Medien ältere oft ergänzen, verändern oder teilweise ersetzen;
- Veränderungen von Geschwindigkeit, Verfügbarkeit und Beteiligung beschreiben;
- Chancen wie Zugang, Vernetzung und Teilhabe benennen;
- Herausforderungen wie Informationsüberflutung, Datenschutz oder ständige Erreichbarkeit erklären;
- erkennen, dass Medienwandel nicht für alle Menschen gleich verläuft.
Lerninhalte
Was sind Mediennutzungsformen?
Menschen nutzen Medien, um sich zu informieren, zu kommunizieren, zu lernen, sich zu unterhalten, kreativ zu sein oder den Alltag zu organisieren. Ein Medium kann mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen.
Ein Smartphone verbindet beispielsweise Telefon, Kamera, Browser, Navigation, Musik, Nachrichten und viele weitere Funktionen in einem Gerät.
Früher und heute
Viele Tätigkeiten lassen sich als Vergleichspaare betrachten: Brief und Messenger, Lexikon und Suchmaschine, Radio und Podcast, Fernsehen und Streaming, CD und Playlist, Papierkarte und Navigations-App.
Der Vergleich zeigt Veränderungen bei Tempo, Zugänglichkeit, Speicherbarkeit, Interaktivität und Aufwand. Er zeigt aber auch Gemeinsamkeiten: Menschen wollen weiterhin informieren, erzählen, unterhalten und miteinander in Kontakt bleiben.
Von festen Zeiten zu Verfügbarkeit
Früher waren Medienangebote häufiger an Sendezeiten, Öffnungszeiten oder physische Orte gebunden. Digitale Inhalte können oft zeitunabhängig abgerufen werden. Streaming, Mediatheken und Online-Nachrichten verändern deshalb Erwartungen an Verfügbarkeit.
Diese Flexibilität ist praktisch, kann aber auch dazu führen, dass Mediennutzung schwerer klare Grenzen findet.
Vom Empfangen zum Mitgestalten
Bei vielen klassischen Medien waren Menschen vor allem Leserinnen, Hörer oder Zuschauerinnen. Digitale Plattformen erleichtern es, selbst Inhalte zu veröffentlichen, zu kommentieren, zu teilen und zu verändern.
Damit wächst die Möglichkeit zur Beteiligung, aber auch die Verantwortung für das, was veröffentlicht und weitergegeben wird.
Chancen des Medienwandels
Digitale Medien ermöglichen schnellen Informationszugang, Kommunikation über große Entfernungen, neue Lernformen, kreative Produktion und gesellschaftliche Beteiligung.
Chancen: Zugang, Tempo, Vielfalt, Vernetzung, Teilhabe, Flexibilität, gemeinsame Produktion.
Herausforderungen
Mit der größeren Informationsmenge steigen Anforderungen an Auswahl und Bewertung. Falsche Informationen können schnell verbreitet werden, persönliche Daten können unbeabsichtigt sichtbar werden und ständige Erreichbarkeit kann belasten.
Herausforderungen: Reizüberflutung, Desinformation, Datenschutz, Ablenkung, Zeitdruck, Abhängigkeit und Erreichbarkeit.
Alte und neue Medien bestehen nebeneinander
Medienwandel bedeutet nicht, dass ein neues Medium ein älteres vollständig verdrängt. Bücher und E-Books, Radio und Podcasts oder gedruckte und digitale Zeitungen bestehen nebeneinander.
Welche Form Menschen bevorzugen, hängt unter anderem von Alter, Gewohnheit, Ausstattung, Situation, Interesse und Zugänglichkeit ab.
Medienwandel ist gesellschaftlicher Wandel
Medien beeinflussen, wie Menschen lernen, Beziehungen pflegen, Termine organisieren, politische Informationen erhalten und Öffentlichkeit herstellen. Technische Veränderungen wirken daher auch auf soziale Gewohnheiten.
Umgekehrt beeinflussen gesellschaftliche Bedürfnisse, Regeln und Geschäftsmodelle, welche Technologien sich durchsetzen. Medienwandel ist ein Wechselspiel zwischen Technik und Gesellschaft.
Aufgaben für den Unterricht
Medien im Alltag ordnen
Die Klasse sammelt Medien und Dienste, die in ihrem Umfeld vorkommen.
Arbeitsauftrag: Ordne die Beispiele nach Information, Kommunikation, Unterhaltung, Bildung und Organisation. Mehrfachzuordnungen sind erlaubt, müssen aber begründet werden.
Erwartetes Ergebnis: Bewusstsein für die vielfältigen Funktionen von Medien.
Früher–heute-Tabelle
Mehrere Medienpraktiken werden historisch verglichen.
Arbeitsauftrag: Vergleiche mindestens vier Paare nach Geschwindigkeit, Zugänglichkeit, Veränderbarkeit und Beteiligungsmöglichkeit.
Erwartetes Ergebnis: Konkrete Unterschiede und Gemeinsamkeiten.
Zeitleiste erstellen
Ausgewählte Medienentwicklungen werden in eine grobe zeitliche Reihenfolge gebracht.
Arbeitsauftrag: Erstelle eine Zeitleiste mit mindestens sechs Stationen und notiere jeweils, welche neue Nutzungsform dadurch möglich oder verbreiteter wurde.
Erwartetes Ergebnis: Zusammenhang zwischen Technikentwicklung und Nutzung.
Chancen und Herausforderungen diskutieren
Eine aktuelle Medienpraxis wie Streaming, Messenger oder Online-Nachrichten wird betrachtet.
Arbeitsauftrag: Nenne zwei Chancen und zwei Herausforderungen und formuliere eine Regel für einen verantwortungsvollen Umgang.
Erwartetes Ergebnis: Ausgewogene Reflexion statt Technik-Euphorie oder Technik-Ablehnung.
Selbstcheck
- Ich kann Medien nach Nutzungszwecken ordnen.
- Ich kann ältere und neuere Medienformen vergleichen.
- Ich weiß, dass neue Medien alte nicht immer vollständig ersetzen.
- Ich kann Chancen und Herausforderungen des Medienwandels nennen.
- Ich kann erklären, warum Medienwandel auch gesellschaftliche Gewohnheiten verändert.