DGB 1: Personenbezogene Informationen
← Digitale Grundbildung 1. Klasse
Digitale Dienste verarbeiten viele Informationen über Menschen. Personenbezogene Informationen können eine Person direkt oder indirekt erkennbar machen. Ein sicherer Umgang bedeutet deshalb, vor der Eingabe, Freigabe oder Veröffentlichung zu prüfen, welche Daten tatsächlich notwendig sind und wer sie sehen darf.
Lehrplanbezug
| Bereich | Zuordnung |
|---|---|
| Kompetenzbereich | Kommunikation |
| Schwerpunkt | Personenbezogene Informationen verstehen und schützen |
| Kompetenz | Personenbezogene Informationen erkennen, mögliche Risiken des Teilens beurteilen und grundlegende Schutzmaßnahmen für eigene und fremde Daten anwenden. |
Lernziele
Die Schülerinnen und Schüler können:
- personenbezogene Informationen erklären und Beispiele nennen;
- direkt identifizierende Angaben und Kombinationen mehrerer Angaben erkennen;
- besonders schützenswerte Informationen im Alltag benennen;
- erklären, dass Fotos, Stimme, Standort, Schule und Benutzername personenbezogen sein können;
- Risiken unbedachter Veröffentlichung und Weitergabe beschreiben;
- grundlegende Schutzmaßnahmen wie starke Passwörter, Bildschirmsperre und Privatsphäre-Einstellungen anwenden;
- App-Berechtigungen für Kamera, Mikrofon, Kontakte und Standort bewusst beurteilen;
- vor dem Teilen von Informationen über andere deren Privatsphäre berücksichtigen;
- zwischen notwendiger Dateneingabe und unnötiger Preisgabe unterscheiden.
Lerninhalte
Was sind personenbezogene Informationen?
Personenbezogene Informationen sind Angaben, die sich auf eine bestimmte oder bestimmbare Person beziehen. Offensichtliche Beispiele sind Name, Adresse, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. Auch Foto, Stimme, Standort, Schule, Benutzername oder Geburtsdatum können eine Person erkennbar machen.
Mehrere scheinbar harmlose Angaben können zusammen sehr aussagekräftig werden. Vorname, Schule, Wohnort und Foto ergeben beispielsweise deutlich mehr Information als jede einzelne Angabe für sich.
Besonders schützenswerte Angaben
Nicht alle Daten haben dasselbe Risiko. Passwörter, genaue Wohnadresse, private Telefonnummern, Bankdaten, Ausweisdaten, Gesundheitsinformationen und genaue Standortdaten verdienen besonderen Schutz.
Passwörter gehören grundsätzlich nicht in Nachrichten, öffentliche Profile oder gemeinsam genutzte Dokumente. Auch Sicherheitscodes für Anmeldungen dürfen nicht weitergegeben werden.
Datenspuren im Alltag
Daten entstehen nicht nur, wenn ein Formular ausgefüllt wird. Apps können Nutzungsinformationen speichern, Fotos können Metadaten enthalten, Plattformen protokollieren Anmeldungen oder Suchverläufe, und Standortfunktionen können Bewegungsinformationen verarbeiten.
Deshalb ist es wichtig, nicht nur sichtbare Profilfelder, sondern auch Freigaben und Einstellungen zu beachten.
App-Berechtigungen und Einstellungen
Viele Apps fragen nach Zugriff auf Kamera, Mikrofon, Fotos, Kontakte oder Standort. Eine Berechtigung sollte zur Aufgabe der App passen. Ein Navigationsdienst benötigt für Routenführung plausibel den Standort; ein einfaches Taschenlampenprogramm braucht normalerweise keinen Zugriff auf Kontakte.
Betriebssysteme bieten Übersichten über solche Berechtigungen. Änderungen sollten bewusst erfolgen, weil das Entziehen einer notwendigen Berechtigung eine Funktion einschränken kann.
Passwörter und Kontoschutz
Ein gutes Passwort sollte lang und schwer zu erraten sein. Wiederverwendung desselben Passworts für viele wichtige Dienste erhöht das Risiko, wenn ein Dienst kompromittiert wird. Wo angeboten und passend, kann eine zusätzliche Anmeldung mit einem zweiten Faktor den Kontoschutz erhöhen.
Auf gemeinsam genutzten Schulgeräten ist außerdem wichtig, sich nach der Arbeit abzumelden und gespeicherte Zugangsdaten nicht unbeabsichtigt für andere offen zu lassen.
Teilen, Posten und Weiterleiten
Vor dem Teilen hilft eine einfache Prüfung: Muss diese Information wirklich veröffentlicht werden? Wer kann sie sehen? Kann sie weitergeleitet oder gespeichert werden? Betrifft sie nur mich oder auch andere?
Bei Fotos und Informationen über Mitschülerinnen und Mitschüler sollte deren Zustimmung respektiert werden. Eine private Nachricht wird nicht automatisch öffentlich, kann aber technisch weitergeleitet oder als Screenshot festgehalten werden.
Datensparsamkeit
Datensparsamkeit bedeutet, nur die Informationen anzugeben oder freizugeben, die für einen Zweck tatsächlich benötigt werden. Wenn ein Dienst eine optionale Profilbeschreibung anbietet, muss sie nicht vollständig ausgefüllt werden.
Diese Haltung unterstützt informationelle Selbstbestimmung: Nicht möglichst viele Daten preisgeben, sondern bewusst entscheiden.
Aufgaben für den Unterricht
Datenampel
Verschiedene Angaben werden hinsichtlich ihres Schutzbedarfs diskutiert.
Arbeitsauftrag: Ordne Beispielkarten in „öffentlich eher unkritisch“, „nur gezielt teilen“ und „besonders schützen“ ein. Begründe strittige Fälle.
Erwartetes Ergebnis: Begründete Einschätzungen statt starrer Listen.
App-Berechtigungen prüfen
An einem Schulgerät oder an Screenshots werden typische Berechtigungen betrachtet.
Arbeitsauftrag: Entscheide für drei fiktive Apps, welche Berechtigungen plausibel sind und welche du hinterfragen würdest.
Erwartetes Ergebnis: Zusammenhang zwischen Funktion und Berechtigung wird verstanden.
Fallbeispiele lösen
Situationen wie öffentliches Profil, weitergeleitetes Foto, schwaches Passwort, Standortpost oder offener Klassenchat werden analysiert.
Arbeitsauftrag: Beschreibe, welche Daten betroffen sind, welches Risiko besteht und welche Schutzmaßnahme sinnvoll wäre.
Erwartetes Ergebnis: Eine vollständige Fallanalyse mit konkretem Handlungsvorschlag.
Sicheres Profil entwerfen
Ein fiktives Profil soll möglichst datensparsam gestaltet werden.
Arbeitsauftrag: Entscheide, welche Felder ausgefüllt werden, welche privat bleiben und welche Sichtbarkeit eingestellt wird. Begründe deine Entscheidungen.
Erwartetes Ergebnis: Bewusste Auswahl personenbezogener Angaben.
Selbstcheck
- Ich erkenne personenbezogene Informationen.
- Ich weiß, dass mehrere harmlose Angaben zusammen ein genaues Profil ergeben können.
- Ich kann App-Berechtigungen kritisch prüfen.
- Ich teile Passwörter und Sicherheitscodes nicht.
- Ich denke vor dem Posten oder Weiterleiten an meine eigene und fremde Privatsphäre.
- Ich kann einfache Privatsphäre-Einstellungen sinnvoll nutzen.