DGB 2: Software fuer unterschiedliche Aufgaben
← Digitale Grundbildung 2. Klasse
Für dieselbe Aufgabe gibt es oft mehrere Programme. Gute Anwendungskompetenz bedeutet deshalb nicht, nur ein bestimmtes Produkt bedienen zu können, sondern Software passend zur Aufgabe auszuwählen, Dateiformate zu verstehen, Einstellungen und Hilfefunktionen zu nutzen und zwischen installierter, webbasierter, freier und proprietärer Software zu unterscheiden.
Lehrplanbezug
| Bereich | Zuordnung |
|---|---|
| Kompetenzbereich | Handeln |
| Perspektiven | T, I |
| Schwerpunkt | Software – auch freie Software – für unterschiedliche Aufgaben |
| Kompetenz | Digitale Werkzeuge nach Aufgabe, Funktionen, Bedienbarkeit, Kosten, Datenschutz und Kompatibilität auswählen, praktisch erproben und begründet bewerten. |
Lernziele
Die Schülerinnen und Schüler können:
- Software, Betriebssystem, Anwendung und Webdienst grundsätzlich unterscheiden;
- Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation, Grafik, Browser, Kommunikation und Programmierumgebung passenden Aufgaben zuordnen;
- installierte und webbasierte Anwendungen unterscheiden;
- freie bzw. Open-Source-Software und proprietäre Software grundlegend vergleichen;
- Funktionsumfang, Bedienbarkeit, Kosten, Datenschutz, Kompatibilität und Sprache als Auswahlkriterien verwenden;
- Word/Writer, Excel/Calc und PowerPoint/Impress in ihren Grundaufgaben unterscheiden;
- Dateiformate wie DOCX, ODT, XLSX, ODS, PPTX, ODP, PDF, PNG und JPG passend einsetzen;
- Dateien speichern, öffnen, exportieren und in geeigneten Formaten weitergeben;
- Menüs, Einstellungen, Hilfefunktionen und Tastenkombinationen zur Problemlösung nutzen;
- Software für Einzel- und Gruppenarbeit begründet auswählen.
Lerninhalte
Was ist Software?
Software umfasst Programme und Anwendungen, die digitale Geräte nutzbar machen. Das Betriebssystem verwaltet grundlegende Gerätefunktionen; Anwendungssoftware löst konkrete Aufgaben wie Schreiben, Rechnen, Präsentieren, Zeichnen oder Kommunizieren.
Webbasierte Anwendungen laufen überwiegend im Browser und speichern Daten häufig auf Servern. Installierte Programme befinden sich lokal auf einem Gerät. Beide Modelle haben Vor- und Nachteile.
Das passende Werkzeug wählen
Für einen Bericht eignet sich eine Textverarbeitung, für Berechnungen und Datenauswertung eine Tabellenkalkulation, für einen Vortrag ein Präsentationsprogramm. Ein Grafikprogramm ist für Bildgestaltung besser geeignet als eine Tabellenkalkulation.
Die Frage lautet daher nicht „Welches Programm kenne ich?“, sondern „Welche Aufgabe soll gelöst werden und welche Funktionen brauche ich dafür?“
Word/Writer, Excel/Calc und PowerPoint/Impress
Word bzw. Writer strukturieren längere Texte mit Überschriften, Absätzen, Listen, Tabellen und Bildern. Excel bzw. Calc organisieren Daten in Zellen und ermöglichen Formeln, Sortierung, Filter und Diagramme. PowerPoint bzw. Impress unterstützt Vorträge durch Folien, Bilder, Diagramme und knappe Kernaussagen.
Die Programme überschneiden sich teilweise. Trotzdem hat jedes Werkzeug einen typischen Schwerpunkt.
Freie und proprietäre Software
Bei freier bzw. Open-Source-Software sind je nach Lizenz Nutzung, Untersuchung, Veränderung und Weitergabe des Quellcodes erlaubt. Proprietäre Software wird unter Bedingungen des jeweiligen Rechteinhabers genutzt und der Quellcode ist üblicherweise nicht frei verfügbar.
„Kostenlos“ und „freie Software“ sind nicht dasselbe. Ein kostenlos nutzbarer Dienst kann proprietär sein; Open-Source-Software kann mit kostenpflichtigen Dienstleistungen verbunden sein.
Dateiformate und Kompatibilität
Dateiformate bestimmen, wie Daten gespeichert sind und welche Programme sie öffnen können. Native Formate wie DOCX/ODT, XLSX/ODS oder PPTX/ODP eignen sich zum Weiterbearbeiten. PDF ist häufig für eine fertige, möglichst layoutstabile Ausgabe sinnvoll. PNG und JPG sind Bildformate mit unterschiedlichen Eigenschaften.
Vor der Abgabe oder gemeinsamen Bearbeitung muss geprüft werden, welches Format benötigt wird und ob es auf den Zielgeräten funktioniert.
Einstellungen und Hilfefunktionen
Gute Nutzerinnen und Nutzer erkunden Menüs, Suchfelder, Einstellungen und integrierte Hilfen. Dazu gehören Sprache, automatische Speicherung, Rechtschreibprüfung, Zoom, Barrierefreiheitsoptionen, Standarddateiformate und Freigaben.
Bei unbekannten Funktionen ist systematisches Nachschlagen meist effizienter als wahlloses Klicken.
Software für Zusammenarbeit
Cloudbasierte Dokumente können gleichzeitiges Bearbeiten, Kommentare und Versionsverläufe ermöglichen. Vor der Nutzung sollten Zugriffsrechte und Datenschutz bedacht werden.
Für Gruppenarbeit ist daher nicht nur die Funktion „gemeinsam bearbeiten“ relevant, sondern auch, wer Zugriff erhält, wo Daten gespeichert werden und wie Änderungen nachvollzogen werden.
Aufgaben für den Unterricht
Software passend zur Aufgabe auswählen
Mehrere schulische Aufgaben werden verschiedenen Programmkategorien zugeordnet.
Arbeitsauftrag: Wähle für Bericht, Kostenrechnung, Referat, Fotobearbeitung und Programmieraufgabe je ein geeignetes Werkzeug und begründe die Wahl mit Funktionen.
Erwartetes Ergebnis: Begründete Softwareauswahl.
Freie und proprietäre Software vergleichen
Zwei Programme für denselben Zweck werden gegenübergestellt.
Arbeitsauftrag: Vergleiche Funktionsumfang, Bedienung, Kostenmodell, Dateiformate, Datenschutz und Lizenzmodell.
Erwartetes Ergebnis: Sachliche Vergleichstabelle.
Software praktisch erproben
Zwei Anwendungen derselben Kategorie werden für dieselbe Mini-Aufgabe verwendet.
Arbeitsauftrag: Erstelle denselben kurzen Inhalt in beiden Programmen und bewerte Arbeitsweg, Funktionen und Verständlichkeit.
Erwartetes Ergebnis: Praxisvergleich statt Markenurteil.
Dateiformate bewusst einsetzen
Ein Dokument soll bearbeitet, weitergegeben und veröffentlicht werden.
Arbeitsauftrag: Speichere bzw. exportiere in einem bearbeitbaren Format und als PDF. Erkläre, welche Fassung für welchen Zweck geeigneter ist.
Erwartetes Ergebnis: Sichere Formatwahl.
Hilfefunktionen und Problemlösestrategien nutzen
Eine bislang unbekannte Funktion soll selbstständig gefunden werden.
Arbeitsauftrag: Nutze Programmhilfe, Suchfunktion oder eine vertrauenswürdige Anleitung und dokumentiere die Schritte.
Erwartetes Ergebnis: Nachvollziehbarer Lösungsweg.
Software für Gruppenarbeit beurteilen
Mehrere Kooperationswerkzeuge werden betrachtet.
Arbeitsauftrag: Prüfe gemeinsame Bearbeitung, Kommentare, Versionen, Freigaben und Datenschutz. Wähle ein Werkzeug für ein Gruppenreferat.
Erwartetes Ergebnis: Begründete Empfehlung.
Softwarewahl aus dem Schulalltag begründen
Eine konkrete Schulaufgabe wird mehreren möglichen Programmen gegenübergestellt.
Arbeitsauftrag: Nenne Muss- und Wunschfunktionen, prüfe zwei bis drei Programme und entscheide nachvollziehbar.
Erwartetes Ergebnis: Kriterienbasierte Entscheidung.
Softwarekritik und Verantwortung
Auch beliebte Software kann Nachteile oder problematische Standardeinstellungen besitzen.
Arbeitsauftrag: Analysiere ein Programm nach Datensparsamkeit, Werbung, Ablenkung, Barrierefreiheit und Abhängigkeit von Konten oder Internet.
Erwartetes Ergebnis: Ausgewogene Softwarekritik.
Reflexion und Ergebnissicherung
Die Klasse formuliert allgemeine Auswahlregeln.
Arbeitsauftrag: Erstelle eine Checkliste „Welche Software passt zu meiner Aufgabe?“ mit mindestens sechs Kriterien.
Erwartetes Ergebnis: Übertragbare Entscheidungscheckliste.
Selbstcheck
- Ich kann Softwarearten passenden Aufgaben zuordnen.
- Ich kenne die Grundaufgaben von Word/Writer, Excel/Calc und PowerPoint/Impress.
- Ich kann freie und proprietäre Software grundsätzlich unterscheiden.
- Ich kann Dateiformate passend wählen.
- Ich nutze Einstellungen und Hilfefunktionen gezielt.
- Ich kann Software anhand mehrerer Kriterien bewerten.