DGB 2: Lizenzmodelle
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Digitale Inhalte lassen sich sehr leicht kopieren und weitergeben. Ob das erlaubt ist, entscheidet jedoch nicht die technische Möglichkeit, sondern die jeweilige Lizenz bzw. das geltende Urheberrecht. Creative Commons, Open Educational Resources und Open Source zeigen, wie Rechteinhaber bestimmte Nutzungen ausdrücklich erlauben können.
Lehrplanbezug
| Bereich | Zuordnung |
|---|---|
| Kompetenzbereich | Produktion |
| Perspektiven | G, I |
| Schwerpunkt | Lizenzmodelle, Creative Commons, Open Educational Resources und Open Source |
| Kompetenz | Offene und geschlossene Lizenzmodelle grundlegend unterscheiden, Nutzungsbedingungen lesen und fremde Inhalte in Schulprojekten mit nachvollziehbarer Quellen- und Lizenzangabe verwenden. |
Lernziele
Die Schülerinnen und Schüler können:
- Urheberrecht und Lizenz grundsätzlich unterscheiden;
- erklären, dass öffentlich auffindbar nicht automatisch frei verwendbar bedeutet;
- Creative-Commons-Lizenzen als standardisierte Nutzungsfreigaben einordnen;
- die CC-Elemente BY, SA, NC und ND in Grundzügen erklären;
- CC0 als weitgehende Freigabe einordnen;
- Open Educational Resources als offen lizenzierte Bildungsressourcen beschreiben;
- Open Source auf Software und Quellcode beziehen;
- freie Software und kostenlose Software unterscheiden;
- Quelle, Urheber bzw. Autor, Titel und Lizenz bei übernommenen Materialien angeben;
- prüfen, ob Bearbeitung oder Weitergabe mit einer Lizenz vereinbar ist;
- für eigene Werke eine passende Freigabe begründet auswählen;
- bei unklarer Lizenz lieber eigenes oder eindeutig freigegebenes Material verwenden.
Lerninhalte
Urheberrecht und Lizenz
Urheberrecht schützt kreative Werke. Eine Lizenz beschreibt, welche Nutzungen eine Rechteinhaberin oder ein Rechteinhaber anderen erlaubt. Eine frei zugängliche Webseite oder ein Bild in einer Suchmaschine ist daher nicht automatisch frei für jedes Projekt verwendbar.
Im Unterricht ist eine einfache Grundregel hilfreich: Herkunft prüfen, Lizenz lesen, Quelle angeben und im Zweifel nach einer eindeutig erlaubten Alternative suchen.
Creative Commons
Creative Commons stellt standardisierte Lizenzmodelle bereit. Häufige Bausteine sind:
- BY – Namensnennung;
- SA – Weitergabe unter gleichen Bedingungen;
- NC – nur nicht-kommerzielle Nutzung;
- ND – keine Bearbeitung.
Die genaue Kombination bestimmt die erlaubte Nutzung. Nicht jede CC-Lizenz erlaubt daher dasselbe.
CC0 und offene Inhalte
CC0 wird verwendet, um Inhalte möglichst weitgehend zur freien Nutzung bereitzustellen. Trotzdem ist eine Quellenangabe im schulischen Arbeiten oft sinnvoll, weil sie Herkunft und Nachvollziehbarkeit zeigt.
Offene Inhalte sind besonders praktisch, wenn sie bearbeitet, kombiniert oder weitergegeben werden sollen.
Open Educational Resources
Open Educational Resources (OER) sind Bildungsmaterialien, die unter offenen Bedingungen genutzt, teilweise bearbeitet und weitergegeben werden dürfen. Dazu können Arbeitsblätter, Bilder, Texte, Kurse oder Präsentationen gehören.
Entscheidend ist nicht die Bezeichnung „Bildungsmaterial“, sondern die konkrete Lizenz.
Open Source und freie Software
Open Source bezieht sich auf Software, deren Quellcode unter einer Lizenz verfügbar ist, die bestimmte Nutzungs-, Veränderungs- und Weitergaberechte gewährt. Unterschiedliche Open-Source-Lizenzen haben unterschiedliche Bedingungen.
Ein Programm kann kostenlos und trotzdem proprietär sein. Umgekehrt kann Open-Source-Software Teil kostenpflichtiger Angebote oder Dienstleistungen sein.
Quellen und Lizenzen angeben
Eine gute Quellenangabe macht nachvollziehbar, was übernommen wurde und woher es stammt. Je nach Material sind Titel, Urheberin oder Urheber, Quelle bzw. Fundort und Lizenz wichtig. Bei bearbeiteten offenen Inhalten sollte die Änderung kenntlich gemacht werden, wenn dies zur Lizenz bzw. guten Praxis gehört.
Für Schulprojekte genügt oft eine klar strukturierte Quellenliste oder ein Quellenhinweis direkt beim Material.
Eigene Werke lizenzieren
Wer selbst ein Bild, Arbeitsblatt oder anderes Werk erstellt, kann überlegen, ob und unter welchen Bedingungen andere es nutzen dürfen. Eine offene Lizenz kann Weiterverwendung erleichtern; restriktivere Bedingungen begrenzen sie stärker.
Die Entscheidung sollte bewusst erfolgen und zum Zweck des Werks passen.
Aufgaben für den Unterricht
Lizenzmodelle unterscheiden und zuordnen
Verschiedene Symbole und Lizenzangaben werden untersucht.
Arbeitsauftrag: Ordne CC0, CC BY, CC BY-SA, CC BY-NC und CC BY-ND ihren Grundbedingungen zu.
Erwartetes Ergebnis: Übersicht mit korrekter Bedeutung der Lizenzbestandteile.
Nutzungssituationen rechtlich bewerten
Fiktive Schulprojekte verwenden Bilder, Musik oder Code mit unterschiedlichen Angaben.
Arbeitsauftrag: Entscheide, welche Nutzung anhand der angegebenen Lizenz erlaubt erscheint und wo weitere Prüfung nötig ist.
Erwartetes Ergebnis: Begründete Einordnung statt pauschaler Freigabe.
Creative-Commons-Lizenzen entschlüsseln
Lizenzkombinationen werden systematisch gelesen.
Arbeitsauftrag: Erkläre für fünf CC-Kennzeichnungen, ob Namensnennung, Bearbeitung und kommerzielle Nutzung erlaubt sind.
Erwartetes Ergebnis: Sicheres Lesen der Symbole.
Offene Materialien gezielt suchen
Für ein Schulprodukt werden passende offen lizenzierte Inhalte benötigt.
Arbeitsauftrag: Suche in einer geeigneten Quelle gezielt nach offen lizenziertem Material und dokumentiere Lizenz und Herkunft.
Erwartetes Ergebnis: Verwendbares Material mit vollständiger Quelleninformation.
Quellen und Lizenzen korrekt angeben
Mehrere Materialien werden in ein gemeinsames Projekt übernommen.
Arbeitsauftrag: Erstelle eine Quellenliste mit Titel, Urheber, Quelle und Lizenz und kennzeichne eigene Bearbeitungen.
Erwartetes Ergebnis: Nachvollziehbare Attribution.
Offene und geschlossene Modelle vergleichen
Software und Medien werden nach Nutzungsrechten verglichen.
Arbeitsauftrag: Stelle Vorteile und Grenzen offener und proprietärer Modelle für Schule, Zusammenarbeit und Weiterentwicklung gegenüber.
Erwartetes Ergebnis: Differenzierter Vergleich.
Eigene Medienprodukte passend lizenzieren
Ein selbst erstelltes Werk soll geteilt werden.
Arbeitsauftrag: Wähle eine passende CC-Lizenz oder begründe, warum keine offene Lizenz verwendet werden soll.
Erwartetes Ergebnis: Bewusste Lizenzentscheidung.
Fehlerhafte Nutzungen erkennen und korrigieren
Ein Schulprodukt enthält unklare Bild- und Quellenangaben.
Arbeitsauftrag: Finde problematische Übernahmen, ergänze fehlende Angaben oder ersetze ungeklärtes Material durch eindeutig nutzbare Alternativen.
Erwartetes Ergebnis: Korrigiertes, nachvollziehbar dokumentiertes Produkt.
OER und Open Source im Schulalltag einordnen
Offene Bildungsmedien und Software werden auf konkrete Nutzungssituationen bezogen.
Arbeitsauftrag: Nenne je drei mögliche Vorteile und Grenzen von OER und Open Source für Schule und Zusammenarbeit.
Erwartetes Ergebnis: Sachliche Einordnung offener Modelle.
Reflexion und Ergebnissicherung
Die Klasse entwickelt eine einfache Nutzungsregel.
Arbeitsauftrag: Formuliere eine fünfstufige Prüfkette für fremde Bilder, Texte, Musik oder Code.
Erwartetes Ergebnis: Praktische Lizenz-Checkliste.
Selbstcheck
- Ich weiß, dass öffentlich auffindbar nicht automatisch frei nutzbar bedeutet.
- Ich kann grundlegende CC-Symbole erklären.
- Ich kann OER und Open Source einordnen.
- Ich kann Quelle und Lizenz nachvollziehbar angeben.
- Ich kann offene und geschlossene Modelle unterscheiden.
- Ich kann vor einer Nutzung die Bedingungen prüfen.