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DGB 3: Technik Umwelt Gesellschaft

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Technische Anwendungen verändern Mobilität, Energieversorgung, Gesundheit, Landwirtschaft, Bildung, Arbeit und öffentliche Kommunikation. Entscheidend ist nicht nur, was Technik kann, sondern auch, wem sie nützt, welche neuen Abhängigkeiten entstehen und wie sich ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen gegenseitig beeinflussen.

Lehrplanbezug

Bereich Zuordnung
Kompetenzbereich Orientierung
Perspektiven T, G
Schwerpunkt Anwendungen von Technik in Umwelt und Gesellschaft
Kompetenz Technische Anwendungen an interdisziplinären Beispielen beschreiben, ihre Bedeutung für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen berücksichtigen und Wechselwirkungen benennen.

Lernziele

Die Schülerinnen und Schüler können:

  • technische Anwendungen in Umwelt und Gesellschaft an konkreten Beispielen beschreiben;
  • Nutzen und Risiken für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen erklären;
  • kulturelle und regionale Rahmenbedingungen bei der Techniknutzung berücksichtigen;
  • Wechselwirkungen zwischen Technik, Umwelt, Wirtschaft und Alltag benennen;
  • direkte und indirekte Folgen einer technischen Veränderung unterscheiden;
  • Zielkonflikte wie Komfort, Kosten, Datenschutz und Nachhaltigkeit abwägen;
  • mediale Darstellungen technischer Entwicklungen kritisch prüfen;
  • eigene Beispiele aus Lebenswelt, Schule und Region begründet einordnen;

Lerninhalte

Mobilität und Energie

Elektrofahrzeuge, Ladeinfrastruktur, öffentliche Verkehrssysteme und intelligente Stromnetze zeigen, dass technische Lösungen nie isoliert wirken. Ein E-Auto kann lokale Abgase reduzieren, benötigt aber Strom, Ladepunkte und Rohstoffe für die Batterie. Ein Smart Grid kann erneuerbare Energie besser verteilen, setzt dafür Messung, Vernetzung und Steuerung voraus.

Für die Bewertung sind mehrere Ebenen wichtig: Nutzen vor Ort, Ressourcenverbrauch bei Herstellung und Betrieb, Kosten, Zugangsmöglichkeiten sowie Auswirkungen auf Verkehrs- und Energiesysteme. In einer Großstadt können andere Lösungen sinnvoll sein als in einer ländlichen Region.

Gesundheit und Pflege

Telemedizin, digitale Befunde, Assistenzsysteme und Wearables können Versorgung verbessern und Wege verkürzen. Gleichzeitig werden oft sensible Gesundheitsdaten verarbeitet. Gute Technikbewertung fragt deshalb nach Nutzen, Datenqualität, Datenschutz, Zugänglichkeit und danach, wer bei Fehlern Verantwortung trägt.

Technik kann Selbstständigkeit fördern, darf persönliche Betreuung aber nicht automatisch ersetzen. Für ältere Menschen, Familien, medizinisches Personal oder Personen mit Behinderungen können dieselben Systeme sehr unterschiedliche Chancen und Hürden haben.

Landwirtschaft und Ernährung

Sensoren, Drohnen, Wetterdaten und automatisierte Bewässerung können helfen, Wasser, Dünger und Arbeitszeit gezielter einzusetzen. Digitale Technik kann Erträge stabilisieren und Umweltbelastungen senken, verursacht aber Anschaffungs- und Wartungskosten und verlangt technische Kenntnisse.

Bei der Beurteilung sollten auch Abhängigkeiten von Herstellern, Datenplattformen und Netzanbindung berücksichtigt werden. Eine technisch leistungsfähige Lösung ist nicht automatisch für jeden Betrieb wirtschaftlich oder praktisch geeignet.

Bildung und Arbeit

Lernplattformen, Videokonferenzen, digitale Assistenzsysteme und Automatisierung verändern Lernen und Beruf. Sie erleichtern Zusammenarbeit über Entfernungen und können Routinearbeit übernehmen. Gleichzeitig entstehen neue Anforderungen an digitale Kompetenzen, Selbstorganisation und Datenschutz.

In der Arbeitswelt können Tätigkeiten verschwinden, sich verändern oder neu entstehen. Deshalb ist es sinnvoll, konkrete Aufgaben, Rollen und Qualifikationen zu untersuchen statt Digitalisierung pauschal als Fortschritt oder Bedrohung zu bewerten.

Kommunikation, Öffentlichkeit und Politik

Digitale Plattformen ermöglichen schnelle Information, öffentliche Diskussion und politische Beteiligung. Dieselben technischen Strukturen können jedoch auch zur Überwachung, Manipulation oder gezielten Verbreitung irreführender Inhalte eingesetzt werden.

Technik beeinflusst damit nicht nur die Geschwindigkeit von Kommunikation, sondern auch Sichtbarkeit, Reichweite und Macht. Algorithmen, Plattformregeln und wirtschaftliche Interessen können mitbestimmen, welche Inhalte besonders häufig gesehen werden.

Umweltmonitoring und Katastrophenschutz

Satellitenbilder, Messstationen, Sensoren und Warnsysteme können Brände, Hochwasser, Luftqualität oder Wetterentwicklungen beobachten. Durch frühzeitige Warnungen lassen sich Menschen schützen und Einsätze besser planen.

Verlässliche Systeme benötigen jedoch gute Daten, funktionierende Netze und verständliche Warnwege. Ein Warnsystem ist nur hilfreich, wenn Meldungen rechtzeitig ankommen, ernst genommen werden und auch Personen ohne neueste Geräte erreicht werden.

Zentrale Querverbindungen

Technische Entwicklungen verbinden fast immer mehrere Bereiche. Ein vernetztes Auto betrifft Mobilität, Energie, Daten, Sicherheit und Wirtschaft. Eine Gesundheits-App betrifft Medizin, Privatsphäre, Softwarequalität und gesellschaftlichen Zugang.

Für eine fundierte Beurteilung hilft eine feste Fragenfolge: Welches Problem soll gelöst werden? Wer profitiert? Welche Daten und Ressourcen werden benötigt? Welche neuen Risiken entstehen? Welche Gruppen könnten benachteiligt werden? Welche Alternativen gibt es?

Aufgaben für den Unterricht

Fallbeispiele vergleichen

Arbeitsauftrag: Vergleicht zwei technische Anwendungen, etwa E-Auto und Telemedizin, nach Nutzen, benötigten Ressourcen, betroffenen Gruppen und möglichen Risiken.

Erwartetes Ergebnis: Vergleichsmatrix mit begründeten Aussagen.

Rollenperspektiven diskutieren

Arbeitsauftrag: Übernehmt Rollen wie Nutzerin, Gemeinde, Unternehmen, Beschäftigte oder Datenschutzstelle und bewertet dieselbe technische Neuerung aus verschiedenen Blickwinkeln.

Erwartetes Ergebnis: Rollenkarte und gemeinsames Diskussionsfazit.

Medienberichte untersuchen

Arbeitsauftrag: Vergleicht zwei Beiträge über dieselbe Technologie. Prüft, welche Chancen, Risiken und betroffenen Gruppen genannt oder ausgelassen werden.

Erwartetes Ergebnis: kurze Medienanalyse.

Technikfolgen im Umfeld erforschen

Arbeitsauftrag: Wählt eine technische Veränderung aus Schule, Wohnort oder Alltag und dokumentiert, was dadurch leichter, schwieriger oder anders geworden ist.

Erwartetes Ergebnis: Technikfolgen-Steckbrief.

Ursache-Wirkungs-Ketten erstellen

Arbeitsauftrag: Erstellt zu einer Anwendung eine Kette aus Veränderung, direkter Folge, indirekter Folge und möglicher Rückwirkung.

Erwartetes Ergebnis: beschriftete Wirkungskette.

Lösungsansätze bewerten

Arbeitsauftrag: Bewertet mehrere Lösungen für dasselbe Problem nach Kosten, Umweltwirkung, Datenschutz, Zugänglichkeit und Zuverlässigkeit.

Erwartetes Ergebnis: Kriterienraster und Empfehlung.

Reflexionsaufgabe zum Abschluss

Arbeitsauftrag: Formuliere, welche technische Anwendung du besonders hilfreich findest, wo du einen wichtigen Zielkonflikt siehst und welche Gruppe dabei oft zu wenig beachtet wird.

Erwartetes Ergebnis: begründeter Reflexionstext.

Selbstcheck

  • Ich kann den Schwerpunkt „Anwendungen von Technik in Umwelt und Gesellschaft“ mit eigenen Worten erklären.
  • Ich kann technische Anwendungen in Umwelt und Gesellschaft an konkreten Beispielen beschreiben.
  • Ich kann Nutzen und Risiken für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen erklären.
  • Ich kann kulturelle und regionale Rahmenbedingungen bei der Techniknutzung berücksichtigen.
  • Ich kann Wechselwirkungen zwischen Technik, Umwelt, Wirtschaft und Alltag benennen.
  • Ich kann direkte und indirekte Folgen einer technischen Veränderung unterscheiden.

Siehe auch