DGB 2: Digitale Angebote Gesundheit Umwelt
← Digitale Grundbildung 2. Klasse
Digitale Angebote sprechen Bedürfnisse nach Information, Lernen, Unterhaltung, Kommunikation und Organisation an. Bewusste Nutzung bedeutet, zwischen eigenem Ziel, Gewohnheit und äußerem Reiz unterscheiden zu können und dabei Gesundheit, Zeit, Kosten und ökologische Folgen mitzudenken.
Lehrplanbezug
| Bereich | Zuordnung |
|---|---|
| Kompetenzbereich | Orientierung |
| Perspektiven | G, I |
| Schwerpunkt | Digitale Angebote, eigene Bedürfnisse sowie gesundheitliche und ökologische Aspekte |
| Kompetenz | Digitale Angebote nach Nutzen, Bedürfnissen, gesundheitlichen Auswirkungen und ökologischen Folgen vergleichen und daraus alltagstaugliche Strategien für selbstbestimmte Nutzung entwickeln. |
Lernziele
Die Schülerinnen und Schüler können:
- unterschiedliche Bedürfnisse hinter digitaler Nutzung benennen;
- Bedürfnis, Zweck, Gewohnheit und äußeren Reiz voneinander unterscheiden;
- digitale Angebote nach Nutzen, Zeitaufwand, Ablenkung und Kosten vergleichen;
- mögliche Auswirkungen auf Schlaf, Konzentration, Bewegung, Haltung, Augenbelastung und Stress beschreiben;
- ergonomische Grundprinzipien für Bildschirmarbeit anwenden;
- Benachrichtigungen und Ruhefunktionen zur Konzentrationssteuerung nutzen;
- Stromverbrauch, Geräteherstellung, Rohstoffe, Lebensdauer und Elektroschrott als ökologische Aspekte nennen;
- Reparatur, lange Gerätenutzung und bewusste Neuanschaffung als Handlungsoptionen einordnen;
- Streaming, Cloudnutzung und digitale Infrastruktur als energieabhängige Dienste erkennen;
- schulische und freizeitbezogene Nutzung differenziert statt pauschal bewerten;
- einen persönlichen Handlungsplan für gesündere und nachhaltigere Nutzung entwickeln;
- digitale Angebote anhand mehrerer Kriterien begründet auswählen.
Lerninhalte
Bedürfnisse und Gewohnheiten
Digitale Angebote können informieren, unterhalten, Kommunikation ermöglichen, Lernen unterstützen oder Organisation erleichtern. Eine Nutzung kann bewusst einem Ziel dienen oder aus Gewohnheit beginnen.
Hilfreich ist die Frage: „Was möchte ich gerade erreichen?“ Sie macht den Unterschied zwischen gezielter Nutzung und automatischem Öffnen sichtbar.
Aufmerksamkeit und Benachrichtigungen
Benachrichtigungen, Autoplay und Empfehlungen können Nutzung unterbrechen oder verlängern. Betriebssysteme und Apps bieten Einstellungen für Töne, Hinweise, Ruhezeiten und Prioritäten.
Wer beim Lernen unnötige Benachrichtigungen deaktiviert, verändert damit aktiv die digitale Umgebung statt ausschließlich auf Willenskraft zu vertrauen.
Schlaf und Konzentration
Späte oder sehr lange Nutzung kann Schlafenszeiten verdrängen. Häufige Unterbrechungen erschweren konzentriertes Arbeiten. Nicht allein „Bildschirmzeit“ ist entscheidend; Tätigkeit, Zeitpunkt, Pausen und persönliche Situation spielen ebenfalls eine Rolle.
Für die Reflexion ist daher ein differenzierter Blick hilfreicher als pauschale Verbote.
Bewegung, Haltung und Augen
Lange unbewegte Arbeitsphasen können körperlich belastend sein. Regelmäßige Positionswechsel und Bewegungspausen, geeignete Bildschirmhöhe, passender Abstand und eine entspannte Sitzhaltung verbessern die Arbeitsbedingungen.
Auch die Augen profitieren von Blickwechseln und Pausen, besonders bei langer Naharbeit.
Geräteherstellung und Rohstoffe
Digitale Geräte bestehen aus vielen Materialien und benötigen Energie für Herstellung und Transport. Häufiger Neukauf erhöht Ressourcenverbrauch und Elektroschrott.
Längere Nutzung, Schutz vor Beschädigung, Reparatur und Weiterverwendung können die Lebensdauer erhöhen.
Strom und digitale Infrastruktur
Nicht nur das eigene Gerät benötigt Energie. Netzwerke, Rechenzentren und Übertragungsinfrastruktur arbeiten im Hintergrund. Streaming, Cloudspeicher und Online-Dienste sind daher nicht immateriell.
Die konkrete Umweltwirkung hängt von Gerät, Energiequelle, Datenmenge, Lebensdauer und Nutzung ab und lässt sich nicht sinnvoll mit einer einzigen Pauschalzahl bewerten.
Angebote nach mehreren Kriterien bewerten
Ein digitales Angebot kann sehr nützlich und gleichzeitig ablenkend sein; ein langlebiges Gerät kann teuer sein; ein Onlinedienst kann Wege sparen und trotzdem Energie benötigen.
Eine gute Entscheidung wägt daher mehrere Kriterien ab: Zweck, Nutzen, Datenschutz, Zeit, Kosten, Gesundheit, Zugänglichkeit und Umwelt.
Gesunde und nachhaltige Medienpraxis
Praktische Strategien sind feste Fokuszeiten, reduzierte Benachrichtigungen, Bewegungspausen, bewusste Offline-Phasen, längere Gerätenutzung, Reparatur und ein überlegter Neukauf.
Ziel ist nicht möglichst wenig digitale Nutzung, sondern ein selbstbestimmter Einsatz, der zum eigenen Bedarf passt.
Aufgaben für den Unterricht
Eigene digitale Nutzung beobachten und auswerten
Nutzung wird nach Zweck statt nach privaten Inhalten dokumentiert.
Arbeitsauftrag: Erfasse über einen begrenzten Zeitraum Angebot, Dauer, Zweck und ob die Nutzung geplant oder spontan begann.
Erwartetes Ergebnis: Sachliche Nutzungsübersicht.
Bedürfnisse und Gewohnheiten unterscheiden
Typische Situationen werden kategorisiert.
Arbeitsauftrag: Ordne Beispiele Information, Lernen, Kommunikation, Unterhaltung, Organisation oder Gewohnheit zu und begründe Mischformen.
Erwartetes Ergebnis: Differenzierte Nutzungsanalyse.
Gesundheitswirkungen digitaler Nutzung untersuchen
Arbeitsplatz und Nutzungsweise werden geprüft.
Arbeitsauftrag: Bewerte Haltung, Pausen, Benachrichtigungen, Schlafzeit und Konzentrationsbedingungen und formuliere drei realistische Verbesserungen.
Erwartetes Ergebnis: Persönlicher Verbesserungsplan.
Ökologische Folgen digitaler Angebote abwägen
Ein Gerät oder Dienst wird entlang seines Lebenszyklus betrachtet.
Arbeitsauftrag: Erstelle eine Wirkungskette zu Herstellung, Nutzung, Strom, Reparatur und Entsorgung bzw. Weiterverwendung.
Erwartetes Ergebnis: Ganzheitliche Umweltbetrachtung.
Digitale Angebote nach mehreren Kriterien bewerten
Mehrere Angebote lösen eine ähnliche Aufgabe.
Arbeitsauftrag: Vergleiche Nutzen, Zeit, Kosten, Datenschutz, Gesundheit und Umweltwirkung. Begründe deine Wahl.
Erwartetes Ergebnis: Mehrkriterielle Entscheidung.
Eigene Handlungsmöglichkeiten planen
Veränderbare und nicht direkt veränderbare Faktoren werden getrennt.
Arbeitsauftrag: Formuliere fünf konkrete Maßnahmen, die du tatsächlich beeinflussen kannst, etwa Benachrichtigungen, Pausen oder längere Gerätenutzung.
Erwartetes Ergebnis: Realistischer Handlungsplan.
Alltagsdilemmata diskutieren
Fälle wie Neukauf, Streaming, Ausdruck, Lernapp oder Dauerchat enthalten Zielkonflikte.
Arbeitsauftrag: Entwickelt Argumente für verschiedene Entscheidungen und benennt jeweils Nutzen und Belastung.
Erwartetes Ergebnis: Abgewogene Argumentation.
Gesunde und nachhaltige Medienpraxis gestalten
Die Klasse entwickelt gemeinsame Routinen.
Arbeitsauftrag: Erarbeitet Regeln zu Fokuszeiten, Bewegung, Schlaf, Benachrichtigungen, Geräteschutz und Reparatur.
Erwartetes Ergebnis: Praxistaugliche Klassen- oder Merkliste.
Angebote aus Schule und Freizeit vergleichen
Schulische Nutzung wird nicht automatisch als unproblematisch und Freizeit nicht automatisch als schlecht behandelt.
Arbeitsauftrag: Vergleiche Lernplattform, Erklärvideo, Spiel, Messenger und Streaming nach Zweck und Auswirkungen.
Erwartetes Ergebnis: Differenzierte Bewertung.
Reflexion und Ergebnissicherung
Das Kapitel endet mit einem persönlichen Transfer.
Arbeitsauftrag: Formuliere drei Regeln, die du beibehalten möchtest, und begründe jeweils gesundheitlichen oder ökologischen Nutzen.
Erwartetes Ergebnis: Begründete Selbststeuerungsregeln.
Selbstcheck
- Ich kann Bedürfnis, Zweck und Gewohnheit unterscheiden.
- Ich kenne gesundheitliche Aspekte digitaler Nutzung.
- Ich kann Benachrichtigungen und Fokusfunktionen sinnvoll einsetzen.
- Ich kann ökologische Aspekte von Geräten und Online-Diensten benennen.
- Ich kann digitale Angebote nach mehreren Kriterien bewerten.
- Ich kann realistische Regeln für gesündere und nachhaltigere Nutzung formulieren.