DGB 4: Datensicherung und Wiederherstellung
← Digitale Grundbildung 4. Klasse
Ein Backup ist nur dann wirklich nützlich, wenn wichtige Daten regelmäßig gesichert und im Notfall wiederhergestellt werden können. Die 4. Klasse verbindet daher Planung und Praxis: Was sichern? Wohin? Wie oft? Wie prüfe ich die Wiederherstellung?
Lehrplanbezug
| Bereich | Zuordnung |
|---|---|
| Kompetenzbereich | Information |
| Perspektiven | T, I |
| Schwerpunkt | Datensicherungen und -wiederherstellungen ausführen |
| Kompetenz | Datensicherungen planen, praktisch durchführen, Wiederherstellungen testen und geeignete Backup-Strategien für Schule und Alltag beurteilen. |
Lernziele
Die Schülerinnen und Schüler können:
- Gründe für Datensicherungen nennen;
- Voll-, inkrementelle und differenzielle Sicherung grundlegend unterscheiden;
- lokale, externe und cloudbasierte Sicherungsorte vergleichen;
- einen Backup-Plan nach Wichtigkeit und Änderungsrate erstellen;
- Datensicherungen praktisch durchführen;
- Dateien gezielt wiederherstellen;
- Backup-Qualität durch Testwiederherstellung prüfen;
- typische Fehler wie nur eine Kopie oder dauerhaft angeschlossenes einziges Backup erkennen;
- eine persönliche oder schulische Backup-Routine entwickeln;
Lerninhalte
Warum Datensicherungen notwendig sind
Daten können durch versehentliches Löschen, Hardwaredefekt, Diebstahl, Schadsoftware oder fehlerhafte Synchronisation verloren gehen. Ein Backup ist eine zusätzliche Kopie, die unabhängig genug vom Original gespeichert wird.
Synchronisation allein ist nicht automatisch ein Backup, weil versehentliche Löschungen oder Änderungen ebenfalls synchronisiert werden können.
Arten von Datensicherungen
Eine Vollsicherung kopiert den gesamten ausgewählten Bestand. Inkrementelle Sicherungen speichern Veränderungen seit der letzten Sicherung, differenzielle seit der letzten Vollsicherung.
Für die Schule genügt das Grundverständnis: verschiedene Verfahren unterscheiden sich bei Speicherbedarf, Geschwindigkeit und Wiederherstellungsaufwand.
Speicherorte und Sicherungsmedien
Externe Festplatten, USB-Medien, Netzwerkspeicher und Cloud-Backup haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Ein tragbares Medium schützt nicht, wenn es gemeinsam mit dem Laptop verloren geht oder dauerhaft durch dieselbe Schadsoftware erreichbar ist.
Wichtige Daten sollten möglichst nicht ausschließlich an einem einzigen Ort existieren.
Datensicherungen planen und durchführen
Ein Plan legt fest, welche Daten wichtig sind, wie oft sie sich ändern, wohin sie gesichert werden und wer verantwortlich ist. Dateinamen und Ordnerstrukturen müssen nachvollziehbar bleiben.
Bei automatischen Sicherungen wird regelmäßig kontrolliert, ob der Vorgang tatsächlich erfolgreich war.
Daten wiederherstellen
Die Wiederherstellung ist der entscheidende Praxistest. Einzelne Dateien oder Ordner werden aus einer Sicherung in einen Testbereich zurückgespielt und geöffnet.
Dabei wird geprüft, ob Version, Inhalt und Dateiformat stimmen.
Qualität prüfen und Fehler vermeiden
Ein Backup gilt nicht allein deshalb als erfolgreich, weil ein Programm „fertig“ meldet. Prüfsummen, Dateigrößen, Protokolle und Testwiederherstellungen können zusätzliche Sicherheit geben.
Besonders wichtig sind klare Zuständigkeiten und eine dokumentierte Vorgehensweise.
Backup-Strategien für Alltag und Schule
Eine bekannte Orientierung ist die 3-2-1-Idee: mehrere Kopien, unterschiedliche Speichermedien und mindestens eine räumlich getrennte Kopie. Sie ist keine starre Pflichtregel, vermittelt aber den Gedanken unabhängiger Sicherungen.
Für Schulprojekte reicht oft eine einfache, nachvollziehbare Kombination aus Arbeitskopie und zusätzlicher Sicherung.
Aufgaben für den Unterricht
Datenverlust-Szenarien analysieren
Arbeitsauftrag: Ordnet Situationen wie versehentliches Löschen, Gerätedefekt und Ransomware geeigneten Schutzmaßnahmen zu.
Erwartetes Ergebnis: Risikomatrix.
Wichtige Daten auswählen
Arbeitsauftrag: Plant, welche Schul- und Projektdateien wie häufig gesichert werden müssen.
Erwartetes Ergebnis: Backup-Plan.
Datensicherung praktisch durchführen
Arbeitsauftrag: Sichert bereitgestellte Übungsdateien auf ein freigegebenes Ziel.
Erwartetes Ergebnis: Sicherungsbestand.
Wiederherstellung gezielt üben
Arbeitsauftrag: Löscht eine Testkopie und stellt sie aus dem Backup wieder her.
Erwartetes Ergebnis: Wiederherstellungsprotokoll.
Sicherungsarten vergleichen
Arbeitsauftrag: Vergleicht Voll- und Änderungssicherungen anhand eines kleinen Dateibestands.
Erwartetes Ergebnis: Vergleich.
Backup-Qualität prüfen
Arbeitsauftrag: Findet Fehler in mehreren absichtlich problematischen Sicherungsplänen.
Erwartetes Ergebnis: Fehlerliste.
Notfallübung bei Datenverlust
Arbeitsauftrag: Bearbeitet einen fiktiven Datenverlust Schritt für Schritt.
Erwartetes Ergebnis: Notfallplan.
Eigene Backup-Routine entwickeln
Arbeitsauftrag: Formuliert eine realistische Routine für wichtige persönliche oder schulische Dateien.
Erwartetes Ergebnis: Routineplan.
Backup-Check
Arbeitsauftrag: Erstellt eine kurze Checkliste, mit der eine Sicherung regelmäßig geprüft werden kann.
Erwartetes Ergebnis: Checkliste.
Selbstcheck
- Ich kann den Schwerpunkt „Datensicherungen und -wiederherstellungen ausführen“ mit eigenen Worten erklären.
- Ich kann Gründe für Datensicherungen nennen.
- Ich kann Voll-, inkrementelle und differenzielle Sicherung grundlegend unterscheiden.
- Ich kann lokale, externe und cloudbasierte Sicherungsorte vergleichen.
- Ich kann einen Backup-Plan nach Wichtigkeit und Änderungsrate erstellen.
- Ich kann Datensicherungen praktisch durchführen.