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DGB 3: Mediennutzung und Personalisierung

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Digitale Medien werden zunehmend on demand, interaktiv und personalisiert genutzt. Feeds, Empfehlungen und Werbung passen sich an beobachtetes Verhalten an. Das kann Orientierung erleichtern, beeinflusst aber auch, welche Themen, Meinungen und Produkte sichtbar werden.

Lehrplanbezug

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Bereich Zuordnung
Kompetenzbereich Orientierung
Perspektiven G, I
Schwerpunkt Veränderungen des Mediennutzungsverhaltens und personalisierte Mediennutzung
Kompetenz Veränderungen des Mediennutzungsverhaltens beschreiben sowie Chancen und Gefahren der personalisierten Mediennutzung analysieren.

Lernziele

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Die Schülerinnen und Schüler können:

  • den Wandel von zeitgebundenen zu digitalen und abrufbaren Medien beschreiben;
  • aktive und passive Formen der Mediennutzung unterscheiden;
  • Personalisierung durch Nutzungsdaten und Algorithmen erklären;
  • Chancen personalisierter Medienangebote benennen;
  • Risiken für Privatsphäre und Selbstbestimmung erkennen;
  • Filterblasen und Echokammern als mögliche Effekte erklären;
  • personalisierte Werbung von redaktionellen bzw. nutzergenerierten Inhalten unterscheiden;
  • das eigene Mediennutzungsverhalten beobachten und reflektieren;
  • Strategien für vielfältigere und bewusstere Mediennutzung anwenden;

Lerninhalte

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Wandel des Mediennutzungsverhaltens

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Zeitung, Radio und lineares Fernsehen waren stärker an feste Publikations- oder Sendezeiten gebunden. Digitale Plattformen ermöglichen dagegen jederzeitigen Zugriff, persönliche Playlists, Streaming und direkte Reaktionen.

Nutzende sind zugleich Produzierende: Sie kommentieren, veröffentlichen, teilen und remixen Inhalte. Dadurch verschwimmen die Rollen von Publikum und Medienproduzent.

Personalisierung als Grundprinzip digitaler Medien

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Plattformen können Klicks, Sehdauer, Suchverhalten, Likes, Standort oder Interaktionen auswerten. Aus diesen Signalen werden Profile oder Wahrscheinlichkeiten abgeleitet, um Inhalte zu sortieren.

Personalisierung bedeutet nicht, dass ein System eine Person vollständig „kennt“. Es trifft statistische Annahmen aufgrund beobachteter Daten und kann dabei auch falsch liegen.

Chancen personalisierter Mediennutzung

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Empfehlungen können relevante Inhalte schneller auffindbar machen, neue Musik oder Lernmaterialien vorschlagen und große Angebotsmengen übersichtlicher machen. Individuelle Sprach- oder Zugänglichkeitseinstellungen können die Nutzung ebenfalls erleichtern.

Der Nutzen ist besonders groß, wenn Menschen verstehen, dass Empfehlungen eine Auswahl darstellen und weiterhin selbst entscheiden können.

Gefahren für Datenschutz und Selbstbestimmung

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Personalisierung benötigt häufig Daten. Je umfangreicher ein Dienst Verhalten erfasst und miteinander verknüpft, desto genauer können Interessen abgeleitet werden. Daraus entstehen Fragen zu Einwilligung, Datensparsamkeit und Kontrolle.

Selbstbestimmung kann eingeschränkt werden, wenn Empfehlungen unbemerkt die Auswahl bestimmen oder wenn Menschen kaum noch nachvollziehen können, warum ihnen etwas gezeigt wird.

Meinungsbildung, Filterblasen und soziale Wahrnehmung

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Wenn ähnliche Inhalte ständig bevorzugt werden, kann der Eindruck entstehen, eine bestimmte Sichtweise sei allgemeiner verbreitet als tatsächlich. Filterblasen und Echokammern sind keine zwangsläufige Folge jeder Personalisierung, aber ein wichtiges Risiko.

Abhilfe schaffen bewusste Quellenvielfalt, direkte Suche nach Gegenpositionen und der Vergleich mit redaktionell oder institutionell verantworteten Informationsangeboten.

Veränderungen im Alltag von Kindern und Jugendlichen

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Kurzvideos, Streaming, Gaming, Chats und soziale Netzwerke konkurrieren um Aufmerksamkeit. Benachrichtigungen und endlose Feeds können Nutzung verlängern, während digitale Medien gleichzeitig soziale Kontakte, Kreativität und Lernen unterstützen.

Entscheidend ist ein selbstbestimmter Umgang: Benachrichtigungen steuern, Pausen einplanen, Nutzungszeiten reflektieren und verschiedene Medienformen bewusst auswählen.

Reflexion über einen bewussten Umgang

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Ein guter Medienalltag muss nicht medienfrei sein. Ziel ist, Zweck und Wirkung der Nutzung zu erkennen: Nutze ich ein Medium zum Lernen, zur Kommunikation, zur Entspannung oder nur aus Gewohnheit?

Hilfreich ist eine Routine: Warum öffne ich die App? Was möchte ich erreichen? Was wurde mir vorgeschlagen? Entscheide ich noch selbst?

Aufgaben für den Unterricht

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Medienalltag vergleichen

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Arbeitsauftrag: Vergleicht einen früheren und einen heutigen Medienalltag nach Zeitpunkt, Auswahl, Interaktion und Personalisierung.

Erwartetes Ergebnis: Vergleichstabelle.

Personalisierung im Feed untersuchen

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Arbeitsauftrag: Analysiert mit fiktiven oder bereitgestellten Feeds, welche Signale vermutlich zu bestimmten Empfehlungen geführt haben.

Erwartetes Ergebnis: Hypothesenliste mit Begründungen.

Chancen und Gefahren gegenüberstellen

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Arbeitsauftrag: Ordnet Beispiele zu Relevanz, Zeitersparnis, Entdeckung, Datenschutz, Filterblase und Manipulationsrisiko.

Erwartetes Ergebnis: Pro-und-Contra-Matrix.

Eigene Medienwoche dokumentieren

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Arbeitsauftrag: Führe ein datensparsames Medientagebuch mit Zweck, Dauer und Art der Nutzung, ohne private Inhalte offenzulegen.

Erwartetes Ergebnis: Mediennutzungsübersicht.

Filterblasen an Beispielen nachvollziehen

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Arbeitsauftrag: Vergleicht zwei unterschiedlich zusammengestellte Informationsfeeds zum selben Thema.

Erwartetes Ergebnis: Analyse der Unterschiede.

Werbung und Interessen analysieren

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Arbeitsauftrag: Unterscheidet Werbung, gesponserte Inhalte und sonstige Beiträge und überlegt, welche wirtschaftlichen Interessen dahinterstehen.

Erwartetes Ergebnis: Kennzeichnungs- und Interessenübersicht.

Rollenperspektiven diskutieren

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Arbeitsauftrag: Bewertet Personalisierung aus Sicht von Nutzer, Plattform, Werbetreibenden und Gesellschaft.

Erwartetes Ergebnis: Rollenkarte.

Handlungsstrategien entwickeln

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Arbeitsauftrag: Formuliert Regeln für bewusstere Mediennutzung, Quellenvielfalt und den Umgang mit Empfehlungen.

Erwartetes Ergebnis: Klassenleitfaden.

Reflexion zum Abschluss

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Arbeitsauftrag: Erkläre, wann Personalisierung hilfreich und wann sie problematisch sein kann.

Erwartetes Ergebnis: begründete Reflexion.

Selbstcheck

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  • Ich kann den Schwerpunkt „Veränderungen des Mediennutzungsverhaltens und personalisierte Mediennutzung“ mit eigenen Worten erklären.
  • Ich kann den Wandel von zeitgebundenen zu digitalen und abrufbaren Medien beschreiben.
  • Ich kann aktive und passive Formen der Mediennutzung unterscheiden.
  • Ich kann Personalisierung durch Nutzungsdaten und Algorithmen erklären.
  • Ich kann Chancen personalisierter Medienangebote benennen.
  • Ich kann Risiken für Privatsphäre und Selbstbestimmung erkennen.

Siehe auch

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