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DGB 4: Normativitaet digitaler Technologien und Medieninhalte

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Digitale Systeme und Medien sind nicht vollkommen neutral. Auswahlregeln, Voreinstellungen, Bilder, Rollenmodelle und Empfehlungssysteme können bestimmte Sichtweisen normal erscheinen lassen. In diesem Kapitel wird untersucht, wie Technik und Medien Wertvorstellungen mitprägen.

Lehrplanbezug

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Bereich Zuordnung
Kompetenzbereich Orientierung
Perspektiven G, I
Schwerpunkt Normativität digitaler Technologien und Medieninhalte
Kompetenz Erkennen, dass Technologien und Medieninhalte Werte, Normen, Stereotype und Perspektiven transportieren und diese kritisch hinterfragen.

Lernziele

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Die Schülerinnen und Schüler können:

  • Normativität als Wirkung von Normen und Wertvorstellungen erklären;
  • Voreinstellungen und Empfehlungslogiken als gestaltete Entscheidungen erkennen;
  • Filterblasen und Perspektivverengung beschreiben;
  • Stereotype, Klischees und Rollenbilder in Medien identifizieren;
  • Folgen für Wahrnehmung, Urteil und Teilhabe reflektieren;
  • alternative Darstellungen und vielfältigere Perspektiven entwickeln;

Lerninhalte

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Was mit Normativität gemeint ist

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Normativität beschreibt Vorstellungen davon, was als normal, richtig, wünschenswert oder üblich gilt. Solche Vorstellungen können ausdrücklich formuliert oder still vorausgesetzt werden.

Digitale Produkte übernehmen Normen aus Designentscheidungen, Daten und gesellschaftlichen Kontexten.

Die Normativität digitaler Technologien

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Voreinstellungen, Kategorien, Auswahloptionen und Rankingregeln strukturieren Handlungsmöglichkeiten. Ein Formular legt etwa fest, welche Antworten möglich sind; ein Feed entscheidet, welche Inhalte sichtbar werden.

Diese Entscheidungen müssen nicht absichtlich manipulativ sein, beeinflussen aber dennoch Wahrnehmung und Verhalten.

Filterblase, Personalisierung und Perspektivverengung

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Personalisierung kann relevante Inhalte liefern, aber die Vielfalt sichtbarer Positionen reduzieren. Wiederholung ähnlicher Beiträge kann den Eindruck erwecken, eine Sichtweise sei allgemeiner verbreitet als tatsächlich.

Bewusste Suche nach anderen Quellen und Perspektiven erweitert den Informationsraum.

Stereotype, Klischees und Rollenbilder

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Medien vereinfachen Personen und Gruppen häufig über wiederkehrende Muster. Solche Stereotype können Orientierung erleichtern, zugleich aber Erwartungen verengen oder Vorurteile festigen.

Analyse fragt: Wer wird wie dargestellt? Wer fehlt? Welche Eigenschaften werden ständig bestimmten Gruppen zugeschrieben?

Folgen für Wahrnehmung und gesellschaftliche Teilhabe

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Normative Muster können Einfluss darauf haben, wer sich angesprochen fühlt, wer sichtbar wird und welche Lebensweisen als selbstverständlich gelten.

Besonders problematisch wird dies, wenn technische Systeme solche Muster automatisiert verstärken.

Normative Muster kreativ durchbrechen

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Medienproduktion kann alternative Rollenbilder und vielfältigere Perspektiven sichtbar machen. Dazu können Bildauswahl, Sprache, Figurenrollen oder Empfehlungen bewusst verändert werden.

Kreative Gegenentwürfe machen verborgene Normen oft besser sichtbar als reine Theorie.

Aufgaben für den Unterricht

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Feed-Vergleich und Filterblasen sichtbar machen

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Arbeitsauftrag: Vergleicht zwei unterschiedlich zusammengestellte Feeds zum selben Thema.

Erwartetes Ergebnis: Perspektivenvergleich.

Suchbegriffe verändern

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Arbeitsauftrag: Untersucht, wie unterschiedliche Suchbegriffe die sichtbaren Perspektiven verändern.

Erwartetes Ergebnis: Suchprotokoll.

Werbung auf Stereotype untersuchen

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Arbeitsauftrag: Analysiert Rollenbilder, Sprache und Bildauswahl in Werbebeispielen.

Erwartetes Ergebnis: Stereotypenanalyse.

Gegenwerbung gestalten

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Arbeitsauftrag: Gestaltet eine alternative Anzeige, die ein problematisches Rollenbild bewusst durchbricht.

Erwartetes Ergebnis: Gegenentwurf.

Rollenbilder in Serien Spielen oder Clips vergleichen

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Arbeitsauftrag: Untersucht, welche Gruppen welche Rollen übernehmen und welche Muster wiederkehren.

Erwartetes Ergebnis: Vergleichstabelle.

Perspektivtausch durch Umschreiben

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Arbeitsauftrag: Schreibt eine Szene oder einen kurzen Text aus einer anderen Perspektive neu.

Erwartetes Ergebnis: Neufassung.

Empfehlungslogiken reflektieren

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Arbeitsauftrag: Entwerft Regeln für einen Feed, der Vielfalt stärker berücksichtigt.

Erwartetes Ergebnis: Regelmodell.

Vielfalt sichtbar machen

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Arbeitsauftrag: Erstellt ein kleines Medienprodukt mit bewusst vielfältiger Darstellung.

Erwartetes Ergebnis: Medienprodukt.

Norm-Check

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Arbeitsauftrag: Formuliert fünf Fragen, mit denen ihr versteckte Normen in digitalen Angeboten prüfen könnt.

Erwartetes Ergebnis: Prüfkarte.

Selbstcheck

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  • Ich kann den Schwerpunkt „Normativität digitaler Technologien und Medieninhalte“ mit eigenen Worten erklären.
  • Ich kann Normativität als Wirkung von Normen und Wertvorstellungen erklären.
  • Ich kann Voreinstellungen und Empfehlungslogiken als gestaltete Entscheidungen erkennen.
  • Ich kann Filterblasen und Perspektivverengung beschreiben.
  • Ich kann Stereotype, Klischees und Rollenbilder in Medien identifizieren.
  • Ich kann Folgen für Wahrnehmung, Urteil und Teilhabe reflektieren.

Siehe auch

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