DGB 1: Darstellungsformen und Wirkung
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Informationen wirken nicht nur durch ihren Inhalt, sondern auch durch ihre Darstellungsform. Text, Bild, Diagramm, Audio, Video oder Präsentation lenken Aufmerksamkeit auf unterschiedliche Aspekte. Gestaltung kann Verständnis fördern, aber auch übertreiben, emotionalisieren oder täuschen.
Lehrplanbezug
[Bearbeiten]| Bereich | Zuordnung |
|---|---|
| Kompetenzbereich | Produktion |
| Schwerpunkt | Darstellungsformen von Inhalten und ihre Wirkung |
| Kompetenz | Verschiedene Darstellungsformen unterscheiden, passend zu Zweck und Zielgruppe auswählen und ihre Wirkung auf die Wahrnehmung reflektieren. |
Lernziele
[Bearbeiten]Die Schülerinnen und Schüler können:
- Text, Bild, Grafik, Audio, Video und Präsentation als Darstellungsformen unterscheiden;
- erklären, dass dieselbe Information in verschiedenen Formen unterschiedlich wirken kann;
- Wirkungen von Farbe, Schriftgröße, Bildauswahl, Ton und Sprache beschreiben;
- sachliche, emotionale und werbende Darstellungen an einfachen Beispielen unterscheiden;
- passende Darstellungsformen für Ziel, Inhalt und Zielgruppe auswählen;
- Diagramme und Bilder nicht automatisch mit objektiver Wahrheit gleichsetzen;
- einfache manipulative Gestaltungsmittel erkennen;
- eigene Inhalte übersichtlich, lesbar und zielgerichtet gestalten;
- grundlegende Aspekte der Zugänglichkeit wie Lesbarkeit, Kontrast und verständliche Sprache berücksichtigen.
Lerninhalte
[Bearbeiten]Darstellungsformen
[Bearbeiten]Eine Information kann als Fließtext, Liste, Foto, Zeichnung, Diagramm, Audioaufnahme, Video, Comic, Plakat oder Präsentation dargestellt werden. Jede Form hat eigene Stärken.
Ein Bild vermittelt oft schnell einen Gesamteindruck, ein Text kann Zusammenhänge genauer erklären, ein Diagramm zeigt Mengen und Entwicklungen, Audio transportiert Stimme und Tonfall, und Video verbindet Bild, Ton und Bewegung.
Gestaltung beeinflusst Aufmerksamkeit
[Bearbeiten]Große Überschriften, auffällige Farben, Bilder oder Töne lenken den Blick. Das kann sinnvoll sein, um Wichtiges hervorzuheben. Werden zu viele Elemente gleichzeitig betont, wird eine Darstellung unübersichtlich.
Eine gute Gestaltung unterstützt den Inhalt. Sie sollte nicht nur „schön“ sein, sondern beim Verstehen helfen.
Sachlich, emotional und werbend
[Bearbeiten]Eine sachliche Darstellung versucht, Informationen möglichst nüchtern und nachvollziehbar zu vermitteln. Emotionale Darstellungen arbeiten stärker mit Bildern, Sprache oder Musik, die Gefühle ansprechen. Werbung möchte häufig Aufmerksamkeit erzeugen und zu einer Handlung bewegen.
Diese Formen können sich überschneiden. Entscheidend ist, die Absicht zu erkennen und Inhalte trotzdem kritisch zu prüfen.
Bilder und Bildausschnitte
[Bearbeiten]Ein Bild zeigt immer nur einen Ausschnitt. Durch Auswahl, Zuschnitt, Perspektive und Bildunterschrift kann derselbe Vorgang unterschiedlich erscheinen. Auch echte Fotos sind deshalb nicht automatisch vollständige Beweise für eine Interpretation.
Beim Verwenden fremder Bilder müssen zusätzlich Urheberrechte und Persönlichkeitsrechte beachtet werden.
Diagramme und visuelle Daten
[Bearbeiten]Diagramme können Zahlen schnell verständlich machen. Ihre Wirkung hängt aber von Diagrammtyp, Skala, Achsen und Auswahl der Daten ab. Eine abgeschnittene Achse kann Unterschiede größer erscheinen lassen, als sie tatsächlich sind.
Schon in einfachen Darstellungen gilt daher: Titel, Beschriftung, Einheit und Datenbasis prüfen.
Zielgruppe und Zweck
[Bearbeiten]Für ein Referat in der Klasse gelten andere Anforderungen als für eine kurze Hinweistafel oder eine ausführliche Anleitung. Vor der Gestaltung sollte geklärt werden: Wer soll die Information verstehen? Was ist die wichtigste Aussage? Welche Form unterstützt dieses Ziel?
Eine passende Darstellung ist zielgruppenorientiert, ohne wichtige Informationen zu verfälschen.
Lesbarkeit und Zugänglichkeit
[Bearbeiten]Gut lesbare Schrift, ausreichender Kontrast, klare Überschriften und verständliche Sprache helfen allen Nutzerinnen und Nutzern. Informationen sollten nicht ausschließlich durch Farbe unterscheidbar sein, wenn eine zusätzliche Beschriftung möglich ist.
Bei Bildern in digitalen Dokumenten kann eine kurze alternative Beschreibung die Zugänglichkeit verbessern, wenn das verwendete System dies unterstützt.
Aufgaben für den Unterricht
[Bearbeiten]Eine Information – drei Formen
[Bearbeiten]Ein kurzer Sachinhalt wird unterschiedlich dargestellt.
Arbeitsauftrag: Stelle dieselbe Information einmal als Text, einmal als kleine Grafik oder Diagramm und einmal als Präsentationsfolie dar. Vergleiche die Wirkung.
Erwartetes Ergebnis: Bewusstsein dafür, dass Form Auswahl und Wahrnehmung beeinflusst.
Werbung analysieren
[Bearbeiten]Eine altersgerechte Werbeanzeige wird nach Gestaltungsmitteln untersucht.
Arbeitsauftrag: Markiere Farbe, Bild, Schrift, Sprache und Handlungsaufforderung. Erkläre, wodurch Aufmerksamkeit erzeugt wird.
Erwartetes Ergebnis: Sachliche Analyse der Gestaltung ohne Bewertung des Produkts.
Diagramm prüfen
[Bearbeiten]Zwei unterschiedlich gestaltete Diagramme zeigen dieselben Daten.
Arbeitsauftrag: Vergleiche Achsen, Skala, Beschriftung und Eindruck. Beschreibe, warum die Darstellungen unterschiedlich wirken.
Erwartetes Ergebnis: Kritisches Lesen visueller Daten.
Informationsfolie verbessern
[Bearbeiten]Eine überladene Folie mit zu viel Text und schlechter Lesbarkeit wird überarbeitet.
Arbeitsauftrag: Reduziere auf die Kernaussage, ordne Inhalte, verbessere Lesbarkeit und begründe drei Gestaltungsentscheidungen.
Erwartetes Ergebnis: Eine klarere, zielgerichtete Darstellung.
Selbstcheck
[Bearbeiten]- Ich kenne mehrere Darstellungsformen.
- Ich kann erklären, wie Gestaltung Aufmerksamkeit lenkt.
- Ich unterscheide sachliche und werbende Elemente.
- Ich prüfe Bilder und Diagramme kritisch.
- Ich kann eine Darstellungsform passend zu Zweck und Zielgruppe wählen.
- Ich achte auf Lesbarkeit und verständliche Gestaltung.